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U23
26.06.2019

"Ich freue mich auf die Arbeit mit Alfred"

Marco Wildersinn, 38, blickt auf eine wechselhafte Saison mit der U23 zurück. Im SPIELFELD-Interview analysiert der Trainer der Hoffenheimer Regionalliga-Mannschaft die abgelaufene Spielzeit und blickt auf die kommende Saison voraus. Zudem spricht der Fußballlehrer über die Kooperation mit dem neuen Profi-Trainer, mit dem er bereits intensiv zusammengearbeitet hat.

Wie bewerten Sie die abgelaufene Saison der Hoffenheimer U23 in der Regionalliga Südwest?

"Wir haben im Sommer wieder einen großen Umbruch vollzogen und viele Spieler aus unserer U19 eingebaut. Zudem haben wir mehrere gestandene Regionalliga-Spieler verloren, deshalb war die Herausforderung groß, gut zu starten. Wir haben von Beginn an sehr wechselhafte Leistungen gezeigt, uns in der Hinrunde aber ganz gut durchgekämpft. In der Rückrunde wollten wir uns steigern. Da aber mehrere Leistungsträger verletzt ausgefallen sind und auch kaum Profis zum Einsatz kamen, mussten wir viel rumbasteln und Spieler auf Positionen stellen, die für sie ungewohnt waren. Darum lief es in der Rückrunde nicht wie gewünscht. Aber in den wichtigen Spielen waren wir da, haben die Punkte geholt und hatten nie etwas mit dem Abstieg zu tun – im Gegensatz zu den U23-Teams des VfB Stuttgart oder Mainz 05. Dennoch sind wir mit der Platzierung nicht zufrieden."

Helfen die Profis immer sofort, wenn sie für die U23 abgestellt werden? Teilweise haben sie nach langen Verletzungen keine Spielpraxis oder müssen sich auf die neue Mannschaft einstellen.

"Man muss unterscheiden, ob ein älterer Spieler wie zuletzt Lukas Rupp oder ein Jungprofi runterkommt. Lukas bringt natürlich viel Erfahrung mit, dafür keine Matchpraxis. Dann merkt man auch bei ihm, dass er sich erst einmal wieder reinfinden muss. In seinem dritten Spiel hat er uns dann aber bereits extrem verstärkt. Das ist die eine Aufgabe, die älteren Rekonvaleszenten wieder in Form bringen. Die andere ist, den jungen Spielern des Profi-Kaders Matchpraxis zu geben. Jungs wie David Otto, Alfons Amade und Christoph Baumgartner habe ich vor der Saison schon gedanklich regelmäßig bei uns eingeplant, durch Verletzungen und die Youth League standen sie aber nicht so oft bei uns in der Startelf. Entsprechend geringer ist dann auch die Bindung an die Mannschaft. Ich bin schon sehr froh, die Spieler auf dem Platz zu haben, mit denen ich in der Trainingswoche gearbeitet habe. Aber es ist unsere Aufgabe, die anderen Spieler auch kurzfristig einzubinden. Das ist eine Herausforderung, die wir aber gern annehmen – die Trainer und auch die Spieler."

David Otto, Alfons Amade und Domenico Alberico gehörten zum Youth-League-Aufgebot. Inwiefern haben die internationalen Spiele auch die U23 beeinflusst?

"Die Jungs kamen mit guten Erlebnissen zurück. Dieser Auftrieb hat Bewegung und zusätzliche positive Stimmung in unsere Gruppe gebracht. Auf der anderen Seite mussten wir die Spieler auch mal an den Wochenenden schonen, dadurch haben sie uns in einigen Phasen gefehlt. Aber insgesamt war es für die U19, die U23 und den gesamten Verein ein Abenteuer. Es hat Spaß gemacht, das zu erleben und es war eine sehr positive Erfahrung. Ob der Klub jedes Jahr diese Zusatzbelastung benötigt, ist eine andere Frage."

"Wir wollen uns in der Tabelle wieder verbessern"

Wie ist die Zielsetzung in der Regionalliga für die nächste Saison?

"Wir wollen uns in der Tabelle wieder verbessern und das obere Drittel anpeilen. Neben dem Klassement existiert natürlich auch wieder das übergeordnete Ziel, Spieler zu entwickeln. Dazu muss man eine Mannschaft formen – was immer eine Herausforderung darstellt: Etwa die halbe Mannschaft wird den Verein verlassen, der Kader wird größtenteils mit U19-Spielern, aber auch mit einigen externen Zugängen aufgefüllt. Die Planungen sind im vollen Gange."

Alfred Schreuder kommt von Ajax Amsterdam zurück zur TSG und wird zur neuen Saison die Profis trainieren. Ihr kennt Euch noch bestens aus seiner ersten Zeit bei der TSG. Habt Ihr Euch schon über die bevorstehende, erneute Zusammenarbeit ausgetauscht?

"Nach seiner Unterschrift bei der TSG nur kurz. Aber als er Assistent von Huub Stevens war, haben wir intensiv zusammengearbeitet. Bis Armin Reutershahn als weiterer Co-Trainer verpflichtet wurde, habe ich für vier, fünf Wochen mit ihm das Assistenten-Duo gebildet. Das waren intensive Wochen, parallel zur Tätigkeit in der U23. Wir haben uns damals viel ausgetauscht und die Trainingseinheiten vorbereitet. Ich mag ihn und wir haben ein gutes Verhältnis. Auch als er im Stab von Julian Nagelsmann war, hatten wir noch einen lebhaften Austausch. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Er ist ein toller Typ und ein absoluter Fachmann. Das wird ein sehr gutes Miteinander, auch wenn er nun natürlich eine neue Rolle hat."

Wird sich etwas für Dich ändern?

"Die Ideen von Julian Nagelsmann und von Ajax Amsterdam sind nicht komplett identisch, es gibt aber viele Parallelen. Darum glaube ich, dass sich hier nicht alles ändern wird. Alfred wird aber neue Impulse reinbringen, was auch für mich interessant ist. Ich habe als Cheftrainer der U23 zwar meine eigenen Ideen, orientiere mich aber natürlich auch an der Ausrichtung der Profis und will die Jungs auf das vorbereiten, was sie in der Bundesliga erwartet."

 

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