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CAMPUS
07.06.2014

U19: Der Weg zum Titel (Teil 2)

Zum ersten Mal überhaupt ist eine Hoffenheimer A-Jugend Süddeutscher Meister. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann hat auf dem Weg zum Premierentitel einige vereinsinterne Rekorde aufgestellt, ein Spaziergang war das allerdings nicht. In einer zweiteiligen Serie schauen wir auf elf spannende Monate vom Trainingsstart bis zum 2:1 am letzten Bundesliga-Spieltag gegen den FC-Astoria Walldorf zurück.

Zwei rein, zwei raus: In der Winterpause rückten die beiden U17-Nationalspieler Benedikt Gimber und Philipp Ochs aus der B-Jugend in die U19 auf, während Florian Madlmayr (SV Grieskirchen / Österreich) und Zachary Pfeffer (zurück zu Philadelphia Union / USA) die Akademie verließen. Nach vierwöchiger, intensiver Vorbereitung, in der es unter anderem einen 4:0-Testspielsieg bei Borussia Dortmund gab, wartete zum Auftakt 2014 der zu Hause noch ungeschlagene Spitzenreiter VfB Stuttgart. „Wir hätten noch mehr Tore machen können“, gab Nagelsmann nach einem überzeugenden 2:0-Erfolg zu Protokoll. Ochs führte sich mit zwei Torvorlagen für Nadiem Amiri (58.) und Felix Schröter (83.) hervorragend ein, durch das zeitgleiche Unentschieden des FSV Mainz gegen Freiburg kehrte die TSG wieder auf den Platz an der Sonne zurück – und sollte ihn nicht mehr abgeben.

Mit starkem Rückenwind ging es in die folgenden Partien, die zu Hause gegen Eintracht Frankfurt (3:1), in Unterhaching (3:0) und in Burghausen (3:0) erfolgreich gestaltet wurden. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten VfB wuchs auf sechs Zähler, allerdings hatte der TSV 1860 München ein Spiel in der Hinterhand und war, obwohl mit sieben Punkten Rückstand nur Vierter, dennoch der schärfste Verfolger. Für die „Junglöwen“ hatte Nagelsmann von 2004 bis ‘06 insgesamt 31 Spiele in der A-Junioren-Bundesliga absolviert. Am 15. März kehrte er an seine alte Wirkungsstätte zurück – und musste mit ansehen, wie die positive Serie von vier Siegen in Folge im Stadion an der Grünwalder Straße riss (0:1). Das Tor des Tages fiel nach einer Stunde und in Unterzahl.

Sieg beim Governor Cup in Japan / „Großes Herz“ in Karlsruhe

Als die U19 eine Woche später zu Hause gegen den 1.FC Kaiserslautern erneut leer ausging und im zweiten Spiel ohne eigenen Treffer blieb, war der Vorsprung dahin und die Tabellenführung nur noch dem besseren Torverhältnis zu verdanken. Das 0:1 gegen die „Roten Teufel“ war die erste (und letzte) Heimniederlage der Saison und die erste nach über einem Jahr. Lange Zeit, sich zu ärgern, hatten die Hoffenheimer nicht, unmittelbar nach dem Schlusspfiff bestiegen sie den Flieger in Richtung Japan. Die Länderspielpause wurde genutzt, um am hochkarätigen Governor Cup in Kobe teilzunehmen, den die U19 mit Spielern des jungen Jahrgangs durch einen 5:2-Finalerfolg gegen RB Salzburg gewann.

Wer befürchtet hatte, dass der einwöchige Ausflug über hin und zurück fast 20.000 Kilometer in eine fremde Kultur das Team aus dem Rhythmus werfen würde, sah sich getäuscht. Mit einem klaren 3:0-Erfolg fegte die Nagelsmann-Elf nach ihrer Rückkehr den späteren DFB-Pokal-Sieger SC Freiburg aus dem Dietmar-Hopp-Stadion und verteidigte durch ein in Unterzahl errungenes 1:1 gegen den FC Augsburg die Tabellenführung. Allerdings lagen zu diesem Zeitpunkt zwischen Platz eins und sieben gerade mal fünf Zähler…

Den 27. April 2014 wird keiner der Beteiligten so schnell vergessen. Im Derby beim Karlsruher SC drehten die Hoffenheimer einen 0:2-Rückstand trotz zweier Platzverweise in einen 3:2-Erfolg. „Diese Mannschaft hat ein großes Herz“, jubelte Nagelsmann nach der nervenaufreibenden Partie, die Benedikt Gimber mit einem Kopfball nach Freistoßvorlage Ochs entschied – die beiden Jungspunde also. „Wir haben auch in Unterzahl voll auf Sieg gespielt, weil wir wussten, dass ein Remis nichts bringt.“ Der Auftritt in Karlsruhe war die Initialzündung zum erfolgreichen Meisterschaftsendspurt, denn auf der Zielgeraden strotzte die U19 trotz der Sperren für die Rotsünder Grischa Prömel, Barış Atik und Nadiem Amiri nur so vor Selbstvertrauen.

Denkwürdiges 6:0 bei den Bayern

Gegen die SpVgg Greuther Fürth ließ das Team trotz frühen Rückstands nie Zweifel daran aufkommen, dass es die Partie gewinnen würde (3:1), und eine Woche später wurde der Vorjahresmeister FC Bayern München pulverisiert. 6:0 hieß es nach 90 denkwürdigen Minuten im Sportpark Heimstetten. In der irrigen Annahme, die Süddeutsche Meisterschaft sei schon unter Dach und Fach, spielten sich nach dem Schlusspfiff entsprechende Jubelszenen ab. Bei genauem Nachrechnen entpuppten sich die Feierlichkeiten zwar als verfrüht, aber die Wahrscheinlichkeit, den Titel am letzten Spieltag gegen Astoria Walldorf noch aus der Hand gleiten zu lassen, war nur noch theoretischer Natur.

Das 6:0 erlebten Gimber und Ochs, deren Handys mehr oder weniger im Minutentakt vibrierten, nur aus der Ferne. Beide waren mit der U17-Nationalmannschaft bei der EM auf Malta im Einsatz, kehrten allerdings bereits nach der Gruppenphase und ohne Sieg zurück. Um eine wertvolle Erfahrung reicher waren sie schließlich beim 2:1-Abschlusserfolg über Walldorf und der anschließenden Meister-Humba mit an Bord.

„Wir hatten die Chance, einige Vereinsrekorde zu brechen, das haben wir geschafft und darüber freuen wir uns“, sagte Nagelsmann nach dem Sieg über die Astor-Städter und dem bislang größten Erfolg einer Hoffenheimer A-Jugend. Neben der bisher besten Platzierung stellte die U19 auch neue Bestmarken in den Kategorien Punkte (53), Siege (16), Niederlagen (5), Gegentore (26) und Tordifferenz (+35) auf. Mit vier Zählern Vorsprung auf den TSV 1860 München gingen die Hoffenheimer als verdienter Süd-Champion durchs Ziel. „Heute wird ein bisschen gefeiert, doch dann gilt unsere volle Konzentration der Deutschen Meisterschaft. Wir werden uns ordentlich vorbereiten und wollen jetzt den Weg zu Ende gehen.“

Hier lesen Sie Teil 1 des Rückblicks auf die Meister-Saison 2013/14.

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