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SPIELFELD
29.12.2018

11 Fakten über Fußballregeln

Das International Football Association Board (IFAB), das für die Fußball-Regeln zuständig ist, hat bei seinem Jahrestreffen darüber diskutiert, ob es bald neue Regeln gibt. SPIELFELD und achtzehn99.de stellen mögliche neue Regeln vor und beschäftigen sich mit Regeländerungen aus der Vergangenheit.
  1. Das IFAB (offiziell: International Football Association Board) ist ein internationales Gremium, das über Änderungen der Fußballregeln berät und sie auch beschließen kann. Es besteht aus vier FIFA-Mitgliedern und je einem Vertreter der Verbände aus England, Nordirland, Schottland und Wales. Die FIFA erkennt die Regeln der IFAB seit der Gründung an.

  2. Um eine Regeländerung zu beschließen, sind sechs der acht Stimmen nötig. Die vier Vertreter der FIFA stimmen dabei gemeinsam ab. Hingegen können die vier britischen Mitglieder einzeln abstimmen.

  3. Sie sind seit Jahren ein Ärgernis: Die taktischen Auswechslungen zum Spielende hin, wenn der auszuwechselnde Spieler quer über den halben Platz zur Wechselzone schleicht – um Zeit zu schinden. Dieses Prozedere soll nun womöglich beschleunigt werden, indem der Schiedsrichter den auszuwechselnden Spieler befiehlt, das Spielfeld an der Stelle zu verlassen, an der er sich zum Zeitpunkt des angezeigten Wechsels befindet.

  4. Das zentrale Thema der IFAB-Versammlung am 2. März könnte das Handspiel sein. „Wir wollen die Formulierung präzisieren“, ließ IFAB-Sekretär Lukas Brud verlauten „aber wir können keine Schwarz-Weiß-Regel schaffen, nach der jede Arm- oder Handberührung ein Handspiel ist. Denn dann würden viele Spieler auf die Arme des Gegners zielen.“ Womöglich würde eine „unnatürliche Armbewegung“ (wie etwa eine Armhaltung über Schulterhöhe) die vornehmliche Bewertungsgrundlage sein. Zudem könnte das IFAB künftig unter bestimmten Voraussetzungen auch ein unabsichtliches Handspiel straf bar machen, etwa, wenn ein Spieler einer angreifenden Mannschaft dadurch einen klaren Vorteil hat: beispielsweise eine Torerzielung oder die Einleitung einer klaren Torchance.

  5. Aktuell darf ein Verteidiger einen Abstoß erst außerhalb des eigenen Strafraums annehmen. Hält sich der jeweilige Spieler nicht an diese Regel, wird der Abstoß wiederholt. Diese Regel könnte nun geändert werden. Der Verteidiger dürfte den Ball dann im Strafraum annehmen. Die gegnerischen Spieler dürfen den Sechzehnmeterraum erst nach der Ausführung betreten.

  6. Immer wieder versperrt ein angreifender Spieler dem gegnerischen Torwart die Sicht, indem er sich in die Freistoßmauer stellt und erst kurz vor der Ausführung wieder verschwindet. Das soll verboten werden. Dann würde die Mauer nur noch aus verteidigenden Spielern bestehen.

  7. In der Vergangenheit gab es immer wieder Regeländerungen. Die vielleicht wichtigste der jüngeren Vergangenheit war die Einschränkung des Rückpasses zum Torwart 1992. Seitdem darf der Torhüter den Ball nach einem beabsichtigten Rückpass nicht mehr in die Hand nehmen, ansonsten gibt es einen indirekten Freistoß für den Gegner. Das bekannteste Beispiel dafür ist wohl der Rückpass von Tomas Ujfalusi zu Mathias Schober am 34. Spieltag der Saison 2000/01. Der FC Bayern München bekam einen indirekten Freistoß wenige Meter vor dem Tor und gewann in der letzten Minute die Meisterschaft.

  8. Für die jüngeren Fans ist es unvorstellbar, doch bis 1969 gab es keine Gelben oder Roten Karten. Erst zur Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko wurden sie eingeführt, nachdem es zwei Jahre zuvor beim olympischen Fußballturnier schon einen Test gab. Seit 1991 gibt es zudem die Gelb-Rote Karte für einen wiederholten, verwarnungswürdigen Regelverstoß.

  9. Erst seit 1967 besteht die Möglichkeit, einen Spieler auszuwechseln. Diese Regel galt zunächst nur für einen verletzten Spieler, wurde im Laufe der Jahre aber auf mehrere Wechsel und auch verletzungsfreie Spieler ausgeweitet. Seit 1995 gilt die aktuelle Regel mit drei Wechseln innerhalb der 90 Minuten. Die vierte Wechselmöglichkeit in der Verlängerung gibt es seit 2017 im DFB-Pokal und seit 2018 in den UEFA- und FIFA-Wettbewerben.

  10. Im Laufe der Zeit wurde die Abseitsregel mehrfach modifiziert. Zunächst stand jeder Spieler, der sich vor dem Ball befand, im Abseits. Nachdem drei Gegenspieler im Augenblick der Ballabgabe hinter dem jeweiligen Spieler stehen mussten, wurde die Regel 1925 auf den aktuellen Stand mit zwei Spielern geändert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde zudem eingeführt, dass es keine Abseitssituationen mehr aus der eigenen Spielhälfte und bei einem Einwurf gibt. Die bislang letzte Modifizierung gab es 1990. Seitdem ist "Gleiche Höhe" nicht mehr Abseits.

  11. Eine der meist diskutierten Regeländerungen war wohl die Einführung des Videobeweises. Seit der Saison 2017/18 gibt es den "VAR" (Video Assistant Referee) in der Bundesliga. Der Videoassistent überprüft während des Spiels strittige Entscheidungen und ist mit dem Schiedsrichter per Funk verbunden. Er greift bei Elfmeter-Szenen, dem Überprüfen von Toren, Platzverweisen und Verwechslungen von Spielern ein. Der Videobeweis wurde zudem auch bei der Weltmeisterschaft 2018 eingesetzt. Auch die Einführung in der Champions League steht bevor.

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