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CAMPUS
08.11.2017

Finnen unter sich: Heiskanen bei den Adlern

Für Saku Heiskanen war es ein Stück Heimat. Der finnische U17-Spieler der TSG Akademie besuchte am vergangenen Wochenende auf Einladung seines Landsmanns Antti Soramies ein DEL-Spiel der Adler Mannheim. Das TSG-Talent und der Radio-Regenbogen-Reporter tauschten sich über ihre Eishockey-Leidenschaft aus – und sahen eine nervenaufreibende Partie.

 „Es war klasse, Antti kennenzulernen und mal wieder Finnisch sprechen zu können“, sagt Heiskanen, der erst seit wenigen Wochen in Deutschland ist, in perfektem Englisch. „Er hat mir seinen Arbeitsplatz in der SAP Arena, den Spielertunnel und auch die Umkleidekabinen der Jungadler gezeigt. Das war sehr cool.“ Begleitet wurde Heiskanen von der TSG-Sozialpädagogin Julia Jäger und Maurice Schah Sedi, einem Teamkollegen Heiskanens.

Eishockey ist Nationalsport in Finnland, große Turniere werden viel intensiver und leidenschaftlicher verfolgt als hierzulande, was natürlich auch an den Erfolgen liegt. Zwei Mal wurden die „Löwen“ Weltmeister (1995 und 2011) und belegten 17 weitere Male Medaillenränge bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Saku Heiskanen spielte selbst acht Jahre lang Eishockey und stand bei den „Blues“ aus seiner Geburtsstadt Espoo schon als vierjähriger Knirps im Tor. Ein Jahr später begann er parallel mit dem Fußballspielen. „Mit zwölf, am Ende der Eishockey-Saison, habe ich mich entschieden, mich auf den Fußball zu konzentrieren, weil die Doppelbelastung zu groß geworden ist“, sagt der 16-Jährige, dessen Begeisterung für diese Sportart nicht abgenommen hat.

Die „Blues“, vor zwei Jahren noch Champions-League-Gegner der Adler, waren eigentlich seine Lieblingsmannschaft, allerdings ist die Profi-Abteilung in der Saison 2015/16 in Konkurs gegangen. „Die Jugendabteilung existiert noch, aber es gibt in Espoo kein Profi-Eishockey mehr.“ Selbstverständlich verfolgt Heiskanen auch die NHL und favorisiert dabei die Winnipeg Jets, da dort mit dem 19-jährigen Rechtsaußen Patrik Laine sein Idol spielt.

Lob von Antti Soramies

Antti Soramies wurde in Kerava, 40 Auto-Minuten von Espoo entfernt, geboren, wuchs aber in Deutschland auf. Seit Ende der 90er begleitet der 45-Jährige die Adler, damals noch MERC, als Radiomann, seit zwölf Jahren ist er bei jedem Spiel dabei. Auch er stand in jungen Jahren auf dem Eis, eine Spielzeit lang schnürte er sogar für den MERC-Nachwuchs die Schlittschuhe, agierte mal als Stürmer, mal als Verteidiger. Etwas erfolgreicher ist derzeit sein Sohn Samuel unterwegs, der deutscher U20-Nationalspieler ist.

„Es hat Spaß gemacht, Saku die Arena zu zeigen und mit ihm über Eishockey zu plaudern. Er ist ein aufgewecktes Kerlchen, kein typischer 16-Jähriger und für einen Finnen erstaunlich aufgeschlossen“, schmunzelt Soramies. „Die Begeisterung war ihm deutlich anzumerken. Ich freue mich, dass es ihm gefallen hat.“

Das Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers gewannen die Adler mit 2:1 nach Verlängerung. „Die Atmosphäre war herausragend“, fand Heiskanen. Nachdem Mannheim vier Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich kassiert hatte, bejubelten 11.500 Zuschauer nach zwei Minuten der Extrazeit den Siegtreffer von Sinan Akdağ.

„Das war ein super Spiel und die Adler sind ein gutes Team. Sie würden auch in der finnischen Liga oben mitspielen“, so das U17-Talent der TSG. Ein Vergleich, der im Fußball selbstverständlich wäre, aber im Eishockey ein Riesenkompliment ist. Übrigens: Adler-Keeper Dennis Endras stand vor seinem Engagement in Mannheim für den finnischen Spitzenklub HIFK aus Helsinki zwischen den Pfosten. „Ich habe ihn mal zufällig getroffen, aber nur kurz ‚Hallo‘ gesagt“, sagt Heiskanen. Nun hat er den deutschen National-Goalie aus nächster Nähe spielen sehen – und outet sich: „Ich bin jetzt schon auch ein bisschen Adler-Fan.“

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