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15.12.2018

Hecking: "Es muss kein Spektakel sein"

Borussia Mönchengladbach kommt als Tabellenzweiter und absolutes Spitzenteam in den Kraichgau. Doch für Titelträume ist es wohl noch zu früh.

Zuletzt sahen sich sogar die früheren Meisterspieler bei Borussia Mönchengladbach genötigt, ein wenig auf die Emotionsbremse zu treten. Vor dem Duell der Gladbacher bei der TSG in Sinsheim (heute, 15.30, im Liveticker bei achtzehn99.de) ist die Erwartungshaltung im Umfeld des Tabellenzweiten in teils ungeahnte Höhen geschnellt – inklusive der Titelfrage. Also bemühten sich die Ex-Stars von Horst Köppel bis Alan Simonsen darum, der Mannschaft von Dieter Hecking einen etwaigen Druck zu nehmen. "Jetzt gleich von der Spitze zu reden, von einem Duell mit Dortmund oder gar vom Titel, das halte ich für verfrüht", mahnte etwa Horst Köppel. "Man muss Trainer und Mannschaft erstmal ein Jahr Zeit geben, dass sich das alles etablieren kann. Dann kann man immer noch oben angreifen."

Dieses weitere Jahr wird Dieter Hecking, gemeinsam mit Sportdirektor Max Eberl der Architekt des erfolgreichen Teams, für die Entwicklung der jetzt schon starken Mannschaft bekommen. Erst kürzlich verlängerte der 54-jährige Hecking, seit 2016 im Amt, seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2020. Mit Akribie und Ruhe hat der besonnene Hecking den Klub, der zuletzt zweimal nacheinander knapp die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb verpasst hatte, in die nationale Spitze geführt - mit variablem Spiel, einer markanten Einkaufspolitik und basierend vor allem auf der Heimstärke mit sieben Siegen. Angesichts der stabilen Performance der Elf vom Niederrhein dürfte die Qualifikation für die Champions League als realistisches Wunschziel angesehen werden. "Die Champions League wäre fantastisch", sagt Simonsen und lobt: "Die Jungs haben alle Facetten im Spiel: Sie können abwehren, angreifen, auch geduldig spielen." Ältere Gladbacher Fans fühlen sich an die Anfangszeit der "Fohlen" erinnert, als die Mannschaft mit spektakulärem Angriffsfußball fünf Mal Deutscher Meister wurde.

In den Duellen mit der TSG aber war es mit Ruhe und Geduld zuletzt meist schnell vorbei. Unglaubliche 50 Treffer fielen in den zehn Aufeinandertreffen seit 2014 – für Gladbach ist es der absolute Höchstwert. Und entsprechend groß ist auch der gegenseitige Respekt. "Wir treffen auf eine sehr gute Mannschaft, die alle Facetten des Fußballs beherrscht. Die TSG Hoffenheim bringt alles mit, um eine Spitzenmannschaft in Deutschland zu sein", lobt Hecking. Mit dem Nachsatz: "Wir können aber selbstbewusst dorthin fahren." Dabei kommt es für Hecking vor allem auf das Ergebnis an: „Auch, wenn es für die Fans immer sehr schöne Spiele waren. Für mich muss es diesmal kein Spektakel sein, ein 1:0 reicht mir." Aber auch in Gladbach fänden sie ein 4:3 schöner als einen Sieg mit nur einem Tor. Vor dem Duell gegen die TSG schrieb die Rheinische Post, größte Zeitung, am Niederrhein Borussia Mönchengladbach und die TSG Hoffenheim hätten die gleiche DNA, nämlich das Gen, am liebsten mit attraktivem Fußball erfolgreich zu sein.  

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