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27.11.2015

Lars Stindl: "Eine gefährliche Aufgabe"

Lars Stindl kam vor der Saison aus Hannover zu Borussia Mönchengladbach. Schon im ersten Drittel der Saison hat sich der Offensivallrounder fast unentbehrlich gemacht. Mit achtzehn99. de sprach er über die Saison der "Fohlen", seine Integration und das Duell mit der TSG.

Wir steigen mit der Frage ein, die ganz Fußball-Deutschland beschäftigt. Was ist in der Woche zwischen dem fünften und sechsten Spieltag bei euch passiert? Seither geht es nur noch nach oben...

Lars Stindl: Das ist tatsächlich die meistgestellte Frage der letzten sechs Wochen (lacht). Aber eine richtige Erklärung habe ich nach wie vor nicht. Nach dem Trainerwechsel hatte André Schubert zu Beginn gar nicht so viel Zeit, um alles umzukrempeln. Er hat viel mit uns geredet, dann kam das erste Spiel gegen Augsburg, wo wir nach 20 Minuten 4:0 führten. Spätestens mit dem zweiten Sieg entstand eine Euphorie, die wir seitdem aufrechterhalten haben. Abseits des Trainerwechsels haben wir uns in der Krisensituation auch als Mannschaft zusammengesetzt und besprochen, dass es nicht so weiterlaufen kann wie in den ersten fünf Spielen. Jetzt merkt man wieder, dass wir überzeugt sind, von dem was wir machen.

Was zeichnet André Schuberts Arbeit aus?

Stindl: Jeder Trainer hat seine eigenen Ansätze und Reize in der Spielvorbereitung. André Schubert geht sehr positiv an alles heran und tut uns mit seiner Art momentan allen sehr gut. Er gibt uns das Gefühl, an unsere Stärken zu glauben, nachdem wir uns als Gruppe schwer getan haben. Mit ihm haben wir einen Schub, einen kleinen Lauf bekommen.

Wenn man eure Entwicklung sieht - ist Fußball inzwischen mehr Kopfsache als alles andere?

Stindl: Natürlich spielen der Kopf und das Selbstvertrauen eine große Rolle. In einer schwierigen Phase, wie wir sie zu Beginn hatten, muss man aber auch die Nerven bewahren. Bei Borussia sind alle ruhig geblieben, als es nicht lief. Das war wichtig. Das Zusammenspiel zwischen Mannschaft, Trainer und Manager war und ist hervorragend. Da merkt man, dass das gewachsene Strukturen sind. Das hat uns geholfen, wieder in die Erfolgsspur zu finden.

Nach fünf Jahren Hannover spielst du seit Saisonbeginn bei der Borussia. Hast du selbst erwartet, dass die Integration auf dem Platz so schnell geht?

Stindl: Ich bin ein sehr offener Mensch, deshalb ist mir die Umstellung nicht sehr schwer gefallen. Zudem bin ich in Gladbach von allen sehr herzlich empfangen und aufgenommen worden. Man hat es mir - wie auch den anderen Neuen - sehr leicht gemacht, sich zu integrieren. Man hat sofort gespürt, dass ein sehr guter Geist in der Kabine herrscht.

Im letzten Jahr hat sich 'polyvalenter Spieler' als Modewort etabliert. Würdest du dieses Siegel für dich in Anspruch nehmen?

Stindl: Ich habe schon häufiger betont, dass ich auf verschiedenen Positionen spielen kann und flexibel einsetzbar bin. Grundsätzlich fühle ich mich im Zentrum am wohlsten, da man von dort am meisten Einfluss auf ein Spiel nehmen kann. Derzeit gelingt mir das in der offensiven Position im Zusammenspiel mit Raffael sehr gut.  

Ihr habt 22 Punkte aus den vergangenen acht Spielen geholt. An welchen Dingen machst du euren Lauf fest?

Stindl: Es ist schwierig, dazu etwas zu sagen. Es war vorher so, wie es war. Und jetzt ist es so, wie es ist. Klar, es sieht aus, als wenn etwas ganz Besonderes gemacht wird. Aber wir alle haben uns den Start ganz anders vorgestellt. Nicht nur der Trainer, auch jeder Spieler und die ganze Mannschaft haben einen Anspruch an sich selbst. Dem sind wir absolut nicht gerecht geworden. Es gab natürlich mit dem Trainerwechsel die eine oder andere Veränderung in der Herangehensweise. Aber wir als Mannschaft wollten, unabhängig vom Trainer, unbedingt den Negativtrend abstellen, andere Leistungen zeigen und wieder in die Erfolgsspur kommen. Dass es in den letzten Bundesligaspielen so sensationell gelaufen ist, macht uns umso glücklicher und stimmt uns positiv für die nächsten Wochen.

Die TSG steht hingegen seit einer Woche auf dem letzten Platz. Was erwartest du am Samstag?

Stindl: Jedes Spiel in der Bundesliga ist schwierig, und dass Hoffenheim nun Tabellenletzter ist, macht die Aufgabe noch gefährlicher, weil der Gegner darauf brennen wird, die rote Laterne abzugeben. Unter Huub Stevens hat die Mannschaft defensiv eine sehr gute Ordnung, was nur ein Gegentor aus den vergangenen drei Spielen unter seiner Leitung beweist. Wir müssen geduldig auf unsere Chancen warten und sie dann nutzen, dann haben wir gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden.

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