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AKADEMIE
22.05.2015

Im Lohrheidestadion trifft Vergangenheit auf Gegenwart

Auf das Arena-Erlebnis müssen die U19-Jungs am Montagabend beim Finale um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft verzichten. Aufgrund der Großveranstaltung „Rock im Revier“ müssen die Schalker ihre Heimspielstätte ein paar Kilometer südlich nach Wattenscheid verlegen: Lohrheidestadion anstatt Champions-League-Flair.

Als die SG Wattenscheid 09 von 1990 bis 1994 ihre erste und einzige Bundesliga-Ära erlebte, waren die Jungs, die am Montagabend um den Titel spielen, nicht geboren. Die Hoffenheimer kennen den Regionalligisten, wenn überhaupt, nur vom Hörensagen. Selbst als die SG zum festen Inventar der Zweiten Liga gehörte, war nicht jedem auswärtigen Fußball-Anhänger bewusst, dass Wattenscheid ein Stadtteil von Bochum ist. Der Sprung aus dem Schatten des VfL ist der Sportgemeinschaft nie gelungen.

Lange ist es also her, dass das aufgrund seiner Leichtathletikbahn für Fußball-Fans eher unattraktive Lohrheidestadion Woche für Woche im Fernsehen zu sehen war. Der Höhenflug des Klubs begann Mitte der 70er, just zu der Zeit, als Wattenscheid in Bochum eingemeindet wurde, mit dem Aufstieg in die Zweite Liga und ist der Unterstützung des Textilunternehmers Klaus Steilmann zu verdanken. Der langjährige Präsident sorgte 1974 für Aufsehen, als er den unter anderem von Inter Mailand umworbenen argentinischen Nationalspieler Carlos Babington in die Lohrheide lockte. 

1990 stieg die SG in die Bundesliga auf und diente etwa einem Thorsten Fink als Sprungbrett in die große Fußballwelt. Auch der polnische Angreifer Marek Leśniak dürfte noch in guter Erinnerung sein. Das Gesicht der Mannschaft war aber der Senegalese Souleymane „Samy“ Sané, der bis heute erfolgreichste Bundesliga-Torschütze der Wattenscheider. Besser bekannt ist Sanés Sohn Leroy, 1996 in Essen geboren und aktueller Shooting Star des Schalker Nachwuchses. Der U19-Nationalspieler debütierte diese Saison bei den Profis und markierte in zwölf Spielen drei Tore. Für die A-Junioren bestritt Leroy Sané nur sieben Begegnungen und war auch in den Halbfinals gegen den Karlsruher SC Zuschauer. Ob S04-Coach Norbert Elgert den Jungprofi am Montag im Finale einsetzen wird, lässt er offen.

Den jungen Sané an der alten Wirkungsstätte seines Vaters spielen zu sehen würde dem einen oder anderen älteren Fußballfreund vor Augen führen, wie die Jahre ins Land gegangen sind. Das Lohrheidestadion hat sich hingegen nicht verändert, die Leichtathletikbahn ist immer noch da. Seit dem Rückzug Steilmanns aus der Vorstandschaft Ende der 90er ist es mit der SG bergab gegangen, auch wenn es ihr immer wieder gelungen ist, talentierte Kicker wie zum Beispiel die Altıntop-Zwillinge hervorzubringen. Immerhin sind die Wattenscheider vor zwei Jahren in die Regionalliga West zurückgekehrt. Am Samstag trifft die SG auf den SC Wiedenbrück und muss unbedingt gewinnen, um nicht abzusteigen. 

Am Montagabend wird vieles wieder wie früher sein. Eine vielleicht fünfstellige Zuschauerzahl, Kamerateams, ja sogar eine Live-Übertragung auf Sport1. Tore eines Spielers mit dem Namen Sané braucht es aber nicht unbedingt. 

DM-Finale

FC Schalke 04 – TSG 1899 Hoffenheim

Montag, 20:15 Uhr, Lohrheidestadion 

Infos zum Kartenverkauf gibt es hier.

 

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