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CAMPUS
11.03.2015

Fünf Jahre Akademie: Das Förderzentrum(Teil 2/5)

Im Frühjahr 2010 fiel der Startschuss für die achtzehn99 AKADEMIE. Selbstverständlich wurde bei der TSG 1899 Hoffenheim schon zuvor engagierte Jugendarbeit betrieben, doch mit dem rasanten Durchmarsch der Profis in die Bundesliga musste auch der Nachwuchs professionell strukturiert und auf ein gesundes Fundament gestellt werden. Zum 5. Geburtstag der Akademie blicken wir in einer fünfteiligen Serie auf Höhepunkte, Entwicklungen und nette Anekdoten zurück. Den Anfang machte das Kinderzentrum (KidZ), heute feiern wir das Förderzentrum (FZ).

Lob von Löw und Klinsmann

Jürgen Klinsmann war bei der Einweihung des Gebäudes, das sich heute Förderzentrum nennt, voll des Lobes. Obwohl die TSG 1899 Hoffenheim damals, 2001, nur ein Regionalligist war, setzte es gemeinsam mit der dazugehörigen Infrastruktur neue Maßstäbe in Sachen Nachwuchsförderung. Und die stand ein Jahr nach dem kläglichen EM-Auftritt der deutschen Nationalmannschaft in Belgien und den Niederlanden deutschlandweit sehr hoch im Kurs.

Bis zum Startschuss der Akademie in 2010 waren im Förderzentrum, das unweit des Profi-Zentrums auf der anderen Seite der B45 gelegen ist, sämtliche Nachwuchsmannschaften der TSG untergebracht, heute sind es noch die U12- bis U15-Teams (D- und C-Junioren). In den Anfangsjahren nach 2001 stand das Haus, das heute das älteste der TSG-Jugendförderung ist, unter der Leitung von Anton Nagl, dem Vorsitzenden von „Anpfiff ins Leben“. Hier war schon der spätere Weltmeister-Trainer Jogi Löw zu Gast, hier feierten die A-Junioren den Aufstieg in die Bundesliga und nicht zuletzt wurde hier auch der Grundstein für die deutsche B-Junioren-Meisterschaft 2008 gelegt.

Sportlich gesehen bildet das FZ den Einstieg in die Ausbildung eines Leistungszentrums, über 95 Prozent der Spieler kommen aus der Region und wohnen noch bei ihren Eltern. „Wir haben für unsere Arbeit in diesem Altersbereich bundesweit enorme Anerkennung erfahren“, sagt René Ottinger, der das Förderzentrum seit seiner Inbetriebnahme leitet. Obwohl die Ergebnisse im Vergleich zur täglichen Ausbildung nachrangig sind, hat die U15 unter dem heutigen Profi-Co-Trainer Frank Fröhling zwei Süddeutsche Meisterschaften eingefahren (2012 und 2013) und haben auch die anderen Mannschaften mehrere Titel bzw. erste Plätze bei Top-Turnieren mit internationaler Beteiligung errungen – unter anderem wurden dabei Siege gegen den FC Barcelona oder Juventus Turin gefeiert.

Seit der Etablierung der aktuellen Zentren-Struktur befinden sich im Förderzentrum alle Teams aus dem Aufbaubereich gemeinsam mit den Spezialisten für die Arbeit in diesen Jahrgängen unter einem Dach. Die Startsaison 2010/11 bildet jedoch auch in anderer Hinsicht einen Einschnitt in dieser Altersklasse: Erstmals rekrutierte sich die U12 fast ausschließlich aus dem Kinderperspektivteam, die U15 ging in der neu eingeführten C-Junioren-Regionalliga an den Start.

Süle, Selke, Rapp…

Nicht nur gestandene Bundesliga-Profis wie Niklas Süle und Davie Selke, auch Nicolai Rapp, der kürzlich zum Profi-Kader gestoßen ist, oder die beiden U18-Nationalspieler Philipp Ochs und Benedikt Gimber – die 2014 mit der TSG-U19 Deutscher Meister wurden – wurden von den FZ-Trainern Michael Kunzmann (U13), Wolfgang Heller (U14, heute U15) und Fröhling (U15) geformt. „Die Teams der U12 bis zur U15 bilden das Fundament der achtzehn99 AKADEMIE“, sagt Emin Birinci, seit Sommer 2013 Sportlicher Leiter im Förderzentrum. „Unsere Trainer kümmern sich intensiv und individuell um die Spieler. So stärken wir den Einzelnen und gleichzeitig das Team.“

Doch auch im außersportlichen Bereich ist in den vergangenen fünf Jahren einiges auf den Weg gebracht worden. Der Akademie-Partner „Anpfiff ins Leben“ bietet in Form von Hausaufgabenbetreuung oder Zeitmanagement-Seminaren sowie Kooperationen im sozialen Bereich nicht nur den Jungs Hilfe an, sondern unterstützt auch die Eltern. So organisiert Anpfiff regelmäßig Ernährungsvorträge, Diskussionsabende mit Kinderpsychologen zum Thema „Konkurrenz- und Leistungsdruck im Kindesalter“ oder zur Rolle von Spielerberatern sowie Workshops zur Vereinbarkeit von Leistungssport und Schule.

Weitere Optimierung der Infrastruktur

Im August 2010 wurde im Förderzentrum der Natur- gegen einen Kunstrasen getauscht, um das Trainings- und Spielfeld bei der Vielzahl der Teams belastbarer zu machen, weitere infrastrukturelle Optimierungen folgten, etwa durch den Bau des Soccer-Courts oder des nur einen Steinwurf entfernten Footbonauten im Profi-Trainingszentrum. Künftig wird die „Akademie-Arena“, die gerade auf der nahegelegenen Sportanlage Häuselgrund in Zuzenhausen entsteht, für weitere Entlastung im Trainings- und Spielbetrieb sorgen. „Für eine optimale Ausbildung ist es wichtig, mit den Entwicklungen im Fußball sowie den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie etwa der Schule Schritt zu halten“, so Ottinger. „Oder besser noch: Einen Schritt voraus zu sein.“

14 Trainer, drei Physiotherapeuten, eine Sportpsychologin – die ehemalige Weltfußballerin Birgit Prinz – und sechs Mitarbeiter für den schulischen Bereich kümmern sich sieben Tage die Woche um die U12- bis U15-Spieler. „Für unsere Arbeit haben wir im Förderzentrum ideale Voraussetzungen“, weiß Ottinger und fügt hinzu: „Wir sind in der Verantwortung, das zusammen mit allen Verantwortlichen für diesen Altersbereich intelligent zu nutzen. Wir haben dem Leistungsbereich zuletzt phantastische Jungs übergeben können und wollen das auch für die zukünftigen Jahrgänge gewährleisten.“

Teil 1: Das Kinderzentrum

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