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08.04.2014

Auf neuen Wegen zum Erfolg

Eine schwere Verletzung, ein Leader mit beachtlicher Tor-Bilanz und eine bislang unentdeckte Tugend - die Begegnung der TSG bei Hertha BSC lieferte glücklicherweise mehr als die bittere Erkenntnis, dass die Saison für Koen Casteels nach seinem Schienbeinbruch gelaufen ist.

Der Belgier wird am Mittwoch in Zuzenhausen zurückerwartet. Die Nr. 1 der TSG war am Montagabend im Berliner Krankenhaus guter Dinge. Seine Eltern waren zu Besuch und der erste Schock über die Schwere der Verletzung war gewichen. Aber, Casteels' Weg zurück wird ein langer sein.

Einer der auf dem Rasen schnell beim verletzten Torhüter war und als Erster "Kaltstarter" Alexander Stolz an der Seitenline vor seinem Bundesliga-Debüt Mut zusprach, war Eugen Polanski. Der Pole im TSG-Mittelfeld hatte sich auf der Pressekonferenz vor der Partie am vergangenen Donnerstag noch geweigert, das Etikett "Führungsspieler" für sich zu reklamieren.

Dass dieses aber durchaus eine zutreffende Rollenbeschreibung ist, zeigte er in Berlin. Obwohl er nach 30 Minuten eine gelbe Karte bekam, ging er bis zum Spielende keinem Zweikampf aus dem Weg. Er ging voran, ermunterte seine Teamkollegen nach den Rückschlägen und sorgte vor der Pause auch noch persönlich für den Ausgleich zum 1:1. Sein dritter Treffer in der vergangenen fünf Partien - Polanski wird zum Torjäger.

Firmino mit Zweikampfrekord

Abseits der persönlichen Geschichten dieses Spiels wurde zudem eine neue Qualität der gesamten Mannschaft sichtbar. Auch wenn es spielerisch nicht optimal läuft, hält die TSG dagegen und punktet. In einem Spiel, das von großer Körperlichkeit geprägt war, das ruppig geführt wurde, das insgesamt 368 Zweikämpfe bot. Eine neue Bestmarke in der laufenden Saison. So oft ging es in den 260 Partien vor dem Duell Hertha gegen "Hoffe" nicht ins Duell Mann-gegen-Mann.

Polanski und Kevin Volland stellen sich ohnehin jedem Zweikampf. Sebastian Rudy grätscht häufiger als je zuvor und Roberto Firmino, eher bekannt für filigrane Technik und punktgenaue Zuspiele, führte in Berlin gar 62 Zweikämpfe. So viele hatte im Lauf der Saison lediglich Robert Lewandowski in einer Partie geführt.

Mit dieser körperbetonten Gangart eines Gegners hatte die TSG in der Vorrunde des öfteren Probleme - beispielsweise gegen Augsburg oder Braunschweig. Nun bestand das Team diesen Test. Die nächste Gelegenheit, die neue Fähigkeit unter Beweis zu stellen, gibt es schon am kommenden Sonntag, 13. April, 17.30 Uhr in der heimischen WIRSOL Rhein-Neckar-Arena gegen den FC Augsburg. Eines jener Teams, das die TSG im Herbst 2013 mit robustem Auftreten vor Probleme stellte.

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