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13.01.2014

Markus Gisdol: "Die jungen Spieler haben eine gute Entwicklung genommen"

Kurz vor der Abreise aus dem 1899-Trainingslager in San Pedro del Pinatar hat sich Cheftrainer Markus Gisdol für achtzehn99.de Zeit genommen und über die Tage in Spanien, die Entwicklung seiner Mannschaft sowie die Ziele für die Rückrunde gesprochen.

Markus, der Schwerpunkt hier in San Pedro del Pinatar lag auf dem Spiel gegen den Ball. Eine Parallele zum Sommer in Leogang…

Markus Gisdol: Das ist richtig. Die gezielte Balleroberung durch intensives Pressing ist die Basis unseres Spiels. Sie ist der Grund, warum wir in der Vorrunde in der Offensive so erfolgreich waren. Wir erobern den Ball früh und schalten unglaublich schnell um. Das hohe Spieltempo ist ein Eckpfeiler unseres Stils. Der nächste Schritt in unserer Entwicklung muss sein, dass wir nach der Balleroberung noch geordneter agieren, dass wir den Ball nicht sofort wieder verlieren und dann selbst nicht geordnet stehen. Das schafft man durch Theorieeinheiten, durch detailliertes Arbeiten und durch ständige Wiederholungen. Dafür ist so ein Trainingslager optimal.

Ist diese intensive Spielweise über zwei komplette Halbzeiten durchführbar?

Gisdol: Natürlich gestalten wir das im Spiel variabel. Wir werden nicht 90 Minuten auf der Höhe des gegnerischen Strafraums unser Pressing aufziehen. Diese Angriffshöhe ist nicht fix. Sie kann durchaus auch erst an der Mittellinie sein. Und dann wird sich im Lauf der Zeit eine weitere Qualität entwickeln müssen – wir brauchen längere Ballbesitzphasen, in denen wir auch mal durchschnaufen können. Wir müssen auf dem Platz erkennen, wann der Pass in die Spitze Sinn macht und wann das Risiko eines Ballverlustes zu groß ist.


Wie weit seid ihr auf dem Weg zu einem wiedererkennbaren Fußballstil?

Gisdol: Wir haben Fortschritte gemacht, aber wir sind noch lange nicht am Ende. Das Ziel ist es, unseren Fußball so stabil zu spielen, dass die Fans ihn sofort erkennen. Dass sie sagen – das ist typisch Hoffenheim. Grundsätzlich gilt aber – wir sind nie fertig. Es geht immer weiter. So wie sich der Fußball entwickelt, entwickeln wir uns als Mannschaft und als Trainerteam.

Woher stammen deine Ideen von modernem Fußball? Was sind deine Bezugsquellen, wo bekommst du Inspiration?

Gisdol: Manchmal passiert das fast beiläufig. Wenn ich abends ein Fußballspiel im Fernsehen anschaue, kann es sein, dass mit etwas auffällt, was ich mir auch bei meiner Mannschaft sehr gut vorstellen kann. Vor allem aber machen wir uns im Trainerteam immer wieder viele Gedanken, überprüfen uns in unserer Arbeit und scheuen uns nicht davor, kreativ zu sein, neue Wege zu gehen.

Gibt es einen Spieler im Kader, dem du besonders große Entwicklungsmöglichkeiten einräumst?

Gisdol: Jeder einzelne hat die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Da wir viele junge Spieler im Kader haben, ist es schwer vorherzusagen, welcher Spieler wann einen Sprung macht. Grundsätzlich bin ich mit der Entwicklung, die die Mannschaft in der Vorrunde genommen hat, zufrieden. Das Team ist heute viel breiter aufgestellt, als viele das vor der Saison geglaubt haben. Alleine das zeigt, dass gerade die jungen Spieler im Kader eine gute Entwicklung genommen haben.

Wie hast du Jiloan Hamad in seiner ersten Woche bei der Mannschaft erlebt und bist du zufrieden mit ihm?

Gisdol: Im ersten Training war er vom Tempo und der Intensität schon beeindruckt und hatte so seine Probleme damit, aber schon am zweiten Tag hat er seine Fähigkeiten angedeutet. Er hat sich schnell angepasst – das ist eine wichtige Qualität. Natürlich schulen wir ihn auch intensiv in der Theorie, damit er schnell aufsaugt, wie wir als Mannschaft Fußball spielen wollen. Ich bin insgesamt positiv überrascht, wie gut er sich hier schon präsentiert.

Für ihn wie für die gesamte Mannschaft ist die Zeit bis zum Rückrundenstart kurz. Hast du schon eine Startelf im Kopf?

Gisdol: Nein, wir werden uns in der letzten Woche vor dem Punktspielstart mit dem gesamten Trainerteam zusammensetzen und dann die Vorbereitung bewerten. Dann werden die Entscheidungen für jede einzelne Position getroffen. Bis dahin werden wir taktisch und personell noch das eine oder andere ausprobieren, aber sicherlich nicht so viel wie im Sommer. Das ist dem Zeitdruck geschuldet. Ideen hätte ich nämlich noch einige, aber man will als Trainer ja auch keine Verwirrung stiften (lacht).

Und wie sehen die Ziele für die Rückrunde aus?

Gisdol: Ich habe bisher keine Zielvorgaben gemacht und das wird sich jetzt auch nicht ändern. Ich verspreche nur eines - wir werden alles dafür tun, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt. Wenn wir dann am Ende auf demselben Tabellenplatz stehen wie jetzt, war es eine sehr gute Saison.

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