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U23
01.02.2012

Sport und soziale Verantwortung im Süden Afrikas

Vom 8. bis 17. Februar wird die Hoffenheimer U23 ein Trainingslager in Windhoek, Hauptstadt der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia, beziehen. Was sich recht ungewöhnlich anhört, hat einen plausiblen Grund: Dank der Kontakte des Hoffenheimer Scouts Lutz Pfannenstiel, der in seiner 20 Jahre währenden Torwart-Karriere für über 25 Profi-Vereine aus allen sechs Kontinentalverbänden aktiv war, wird dieses Trainingslager vom namibischen Fremdenverkehrsamt (Namibia Tourism Board) und der Fluggesellschaft „Air Namibia“ unterstützt.

„Damit wird es günstiger als bei einem vergleichbaren Trainingslager in der Türkei“, sagt U23-Teammanager Thomas Gomminginger. Initiator dieser Reise ist Pfannenstiels gemeinnütziger Verein „Global United FC“, der sich bei Benefizspielen mit ehemaligen Profis rund um den Globus für den Klimaschutz einsetzt.

Neben den täglichen mehrfachen Einheiten sowie den drei geplanten Testspielen – unter anderem gegen den Rekordmeister Black Africa – werden die Hoffenheimer die völkerverbindende Funktion des Fußballs nutzen und sich in ausgewählte soziale Projekte einbringen, mit Kindern und Jugendlichen trainieren und Sachspenden in Form von Sportkleidung des 1899-Ausstattungspartners PUMA an bedürftige Stellen leisten.

Für Trainer Frank Kramer ist der Namibia-Aufenthalt keine neue Erfahrung, denn der 39-Jährige war privat schon einige Male im Süden Afrikas. Die Mannschaft hingegen betritt Neuland und möchte gerne zur deutsch-namibischen Völkerverständigung beitragen. Gomminginger: „Wir hoffen, dass die Jungs wichtige Erfahrungen sammeln und fürs Leben lernen. Uns geht es neben den rein sportlichen Aspekten einer Rückrundenvorbereitung auch um die Förderung globalen Denkens, sozialer Verantwortung sowie von Wertschätzung und Respekt.“

Seit knapp drei Wochen befindet sich nun das Team in der Vorbereitung auf die Restrückrunde 2011/12, die mit dem Trainingslager in Namibia ihren Höhepunkt findet. Bislang konnte Kramer nicht aus dem Vollen schöpfen, da einige seiner Jungs angeschlagen waren oder bei den Profis mittrainierten und schon teilweise bei Bundesliga-Spielen auf der Bank saßen. Dafür kehrte mit Andreas Ludwig ein alter Bekannter ins Trainings- und Geschäftsstellenzentrum zurück. Achtzehn99.de sprach mit Kramer über den aktuellen Stand der Vorbereitung und natürlich über Namibia.

Herr Kramer, Ihre Trainingsgruppe ist derzeit sehr überschaubar. Mit Joseph-Claude Gyau, Tobias Strobl und Kevin Conrad trainieren drei Spieler Ihres Kaders bei den Profis mit…

Hinzu kommen noch einige Verletzte oder Kranke. Andererseits kann man das auch positiv sehen, wir haben so sehr individuell trainieren können. Und dass uns drei Jungs fehlen, weil sie derzeit oben mit dabei sind, ist ja durchaus erfreulich, schließlich ist das genau unser Auftrag und Beweis dafür, dass wir unsere Sache ordentlich gemacht haben. So soll es auch weitergehen, wir wollen noch möglichst viele Spieler hochbringen.

Wie zufrieden sind Sie denn mit dem bisherigen Stand der Vorbereitung?

Wir haben sehr intensiv trainiert und fast täglich, natürlich entsprechend dosiert, zwei Einheiten absolviert. Leider fiel Florian Ruck mit Krankheit aus oder konnte wegen einer Fortbildung nicht am Training teilnehmen. Ahmed Sassi plagte sich mit einer Oberschenkelverletzung herum und fiel ebenfalls zwei Wochen aus, Tabe Nyenty hat sich einer OP unterzogen und ein Knochenödem entfernen lassen. Er stand bislang noch gar nicht auf dem Platz. Aber unterm Strich haben wir hart gearbeitet und ich bin nicht unzufrieden.

Mit Andreas Ludwig kommt ein alter Bekannter vom 1.FC Heidenheim zurück!

Er befand sich in einer Situation, die für alle Beteiligten nicht zufriedenstellend war. Ich halte ihn für einen sehr talentierten Jungen, der nun erste Erfahrungen im harten Geschäft gemacht hat. Daraus muss er jetzt seine Schlüsse ziehen und versessen daran arbeiten, dass sie in Heidenheim eines Tages sagen, einen Fehler gemacht zu haben. Er ist mit Eifer und Konsequenz bei der Sache und jammert hier nicht rum, sondern gibt Vollgas um sich selbst und anderen zu beweisen, dass er es kann.

Noch ein Satz zu Namibia: Sie waren schon ein paar Mal in Südwestafrika. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, was erwartet die Jungs?

Ich war Mitte der 90er mit meiner damaligen Freundin und heutigen Frau das erste von insgesamt drei Malen in Namibia, weil ich einen Freund besucht habe, den ich in meiner Heimatstadt Memmingen kennengelernt hatte und der heute beim SK Windhoek arbeitet. Namibia ist ein sensationelles Land mit vielen netten Leuten und einer sehr freundlichen Atmosphäre. Ich habe viele neue Freunde kennengelernt, finde es landschaftlich unglaublich schön und weiß die Leute dort sehr zu schätzen. Die Jungs sollen sich darüber im Klaren sein, dass sie ein Land mit teilweise anderen Gepflogenheiten erwartet, in dem es vielen Menschen gut geht, es aber auch Menschen gibt, die in einer Armut leben, wie wir sie nicht kennen. Wir wollen sie auch dafür sensibilisieren, dass es trotz zum Beispiel schönerer klimatischer Bedingungen kein Schlaraffenland ist und dass sie sich auf dieses Land einlassen müssen.

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