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AKADEMIE
24.03.2010

Kai Kraft – sein Name ist Programm

Der Name passt zu einem Athletiktrainer wie angegossen. Wenn Kai Kraft am frühen Morgen die Räume der achtzehn99 AKADEMIE betritt, führt sein Weg meist direkt in die Umkleidekabine. Raus aus den Zivilklamotten, rein in die Sportkleidung. Wenn es die Zeit erlaubt, darf es gerne auch ein kurzes Aufwärmprogramm im Kraftraum sein. Dann beginnen für den gebürtigen Sinsheimer die Vorbereitungen für einen ereignisreichen Arbeitstag in der Akademie.

Seine aktive Zeit verbrachte Kraft beim SV Sinsheim, später schnürte er auch für den SV Hilsbach die Stiefel. Nach dem Abitur am Wilhelmi-Gymnasium, heute eine der fünf Partnerschulen von 1899 Hoffenheim, absolvierte der 32-Jährige zunächst eine Ausbildung zum Sporttherapeuten und packte von 2001 bis '07 in Magdeburg ein Sport-und-Technik-Studium, das die Sportwissenschaft mit dem Ingenieurwissenschaft kombiniert, obendrauf. Sein Startschuss bei 1899 Hoffenheim fiel vor rund fünf Jahren. Als er als Praktikant an der Orthopädischen Uniklinik in Heidelberg arbeitete, war der damalige Regionalligist gerade auf der Suche nach einem Sporttherapeuten für den Jugendbereich…

„Ein Jahr später kam Rainer Schrey nach Hoffenheim und hat mir die Augen für das moderne Athletiktraining geöffnet“, erinnert sich Kraft, wie er bei den regelmäßigen Athletiktreffen der Trainer tiefer in die Materie, die bald sein Fachgebiet werden sollte, eingeführt wurde. „Zwei Jahre haben wir die unterschiedlichsten Themen intensiv diskutiert und dabei habe ich mir die Spezifik für meine tägliche Arbeit geholt.“ Schrey unterstützte Kraft auch bei seiner Diplom-Arbeit, die er während seiner Anfangszeit in Hoffenheim zum Thema „Positionsspezifische, konditionelle Anforderungsprofile“ verfasste.

Heute arbeitet Kai Kraft in der achtzehn99 AKADEMIE in erster Linie als Athletiktrainer mit der U16 und U17 zusammen und betreut als Leistungsdiagnostiker den kompletten Jugendbereich. „Wir versuchen, in einer Testbatterie die Stärken und Schwächen der Spieler in punkto Ausdauer, Schnelligkeit und Funktionalität objektiv darzustellen“, sagt Kraft, der die Tests organisiert, durchführt und auswertet. Sein Tätigkeitsbereich ist dabei nicht streng auf die Akademie beschränkt, kürzlich unterstützte er U23-Co-Trainer Otmar Rösch bei der Durchführung des Laktat-Tests. Aus diesem Grund hat Kraft auch eine enge Kooperation mit der Uni Heidelberg bzw. deren Sportmedizin-Studenten angeschoben. „Ich bin eher der Typ ‚wissenschaftlicher Praktiker‘“, beschreibt sich Kraft selbst und versucht, aufkommende Kritik an wissenschaftlichen Herangehensweisen im Keim zu ersticken: „Es gibt die traditionalistische Denkweise: Fußball ist Fußball. Wir aber glauben an wissenschaftliche Erkenntnisgewinne im Bereich der Trainingslehre. Wir wollen Schritt für Schritt Wissen erarbeiten, das man nicht in der Literatur findet. Das Praktikable raussuchen und uns auf das Wesentliche fokussieren.“ Kraft verdeutlicht das an einem einfachen Beispiel: Ausdauer lässt sich mit separaten Läufen trainieren. Die machen aber den meisten Fußballern nur wenig Spaß. „Also versuchen wir Übungen und Spielformen zu entwickeln, die Sinnhaftigkeit und Spielfreude miteinander verknüpfen.“ Im Rahmen der frisch angelaufenen Kooperation mit der Uni Heidelberg sollen mögliche Einflussfaktoren auf die Ausdauerleistungsfähigkeit jugendlicher Spieler im Saisonverlauf überprüft und daraus Optimierungsmöglichkeiten abgeleitet werden. Aus diesem Grund werden derzeit bei 29 Jugendspielern regelmäßig Herzfrequenz-Daten erhoben und Laktatabnahmen sowie Laufwegbestimmungen und Geschwindigkeitsanalysen vorgenommen. „Unser Ziel ist es, eine Periodisierung übers ganze Jahr zu erreichen.“ Das heißt: Die Entwicklung eines idealen Athletikprogramms, das perfekt auf eine Saison abgestimmt ist.

In der Akademie teilt sich Kai Kraft ein Büro mit U19-Trainer Guido Streichsbier. Doch am wohlsten fühlt er sich im Athletikraum oder auf dem Platz. Sein Aufgabenbereich ist vielfältig. Neben organisatorischen Aufgaben koordiniert er die Leistungsdiagnostik und steuert in enger Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten die Reha-Trainings. Darüber hinaus stimmt er mit den einzelnen Cheftrainern sowie mit seinen Athletik-Kollegen, die neben dem normalen Mannschaftstraining auch Teil des Eliteschule- und Perspektivteam-Trainings sind, die Trainingsinhalte und das Belastungsgefüge ab, um das individuelle Entwicklungspotenzial zu optimieren. „Unsere Aufgabe ist es, die Cheftrainer der jeweiligen Mannschaften in jeglicher Hinsicht zu unterstützen und zu entlasten, damit die sich auf ihr Kerngeschäft – also Technik, Taktik usw. – konzentrieren können.“

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