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PROFIS
26.03.2012

Die 142 Sekunden von Mönchengladbach

BORUSSIA-PARK zu Mönchengladbach. Marc-André ter Stegen blickt sichtlich bedient in das weite Rund. Einige Meter entfernt liegen sich die dunkelblau gekleideten Kraichgauer in den Armen und bejubeln den Doppelschlag von Roberto Firmino und Boris Vukcevic. Freud und Leid liegen auch an diesem Samstagnachmittag wiedermal eng beieinander.

Doch der Reihe nach. Die ersten 30 Minuten können wir getrost überspringen, erst kurz vor dem Pausentee gewinnt das Spiel an Fahrt. Eine schöne Kombination reicht der Borussia, um durch Nationalspieler Marco Reus in Führung zu gehen. Hoffe konsterniert und Arango trifft nur wenige Minuten später die Querlatte. Es wäre einer Vorentscheidung gleich gekommen, weil Babel zuvor auf der Gegenseite die sichere Ausgleichschance verstreichen lässt.

Die Borussia bleibt nach der Pause oben auf, lässt weitere Möglichkeiten leichtfertig liegen. Babbel hat derweil genug gesehen, versucht mit der Einwechslung von Roberto Firmino für Daniel Williams mehr Schwung in die Offensive zu bekommen. Der Plan geht auf. Der Brasilianer tanzt den verdutzten Jantschke aus, schiebt ein und dreht zum Torjubel ab. Für den nackten Oberkörper gibt's zwar Gelb, aber dafür interessieren sich in diesem Moment nur die Statistiker. 142 Sekunden später klingelt es erneut im Kasten der Borussia. Boris Vukcevic köpft eine Salihovic-Ecke in die Maschen. Beim U21-Nationalspieler bleibt das Trikot an und die gelbe Karte in der Brusttasche des Referees. Hoffe hat die Partie nun im Griff. Nur noch einmal wird's gefährlich: Fohlen-Kapitän Filip Daems prüft Starke mit einem dankbaren Ball. Schluss, Aus. Der 5. Auswärtssieg ist perfekt und drei wichtige Punkte sind eingefahren.

Die beiden Treffer in nur 142 Sekunden haben den Fohlen das Genick gebrochen. Gab's das denn schon mal? Zwei Tore in so kurzer Zeit? In der Bundesliga ist dieser Doppelschlag nur einer von vielen, in der laufenden Saison ist es der schnellste Doppelschlag der Hoffenheimer. Auch in der Bundesliga-Historie der TSG schafft er es auf einen der vorderen Plätze: 180 Sekunden lagen am 6. Spieltag der laufenden Saison zwischen den Treffern von Babel und Firmino beim 3:1 gegen Wolfsburg. Knapp unter zwei Minuten schaffte es das bosnische Duo Sejad Salihovic und Vedad Ibisevic im August 2010 beim Gastspiel von Werder Bremen.

Rekordhalter der TSG ist Vedad Ibisevic, der in rekordverdächtigen 63 Sekunden in der Commerzbank-Arena gegen Eintracht Frankfurt doppelt ein netzte. Der Ex-Hoffenheimer ist ohnehin ein Mann des schnellen Doppelschlags. Auch in der Saison 2009/10 stellte er in nur zwei Minuten gegen Hertha BSC die Weichen auf Sieg. Der schnellste Doppelpack der Bundesliga-Geschichte überhaupt geht aber auf das Konto von Hugo Almeida. Der Portugiese traf am 22. September 2007 beim 4:1 der Bremer gegen Stuttgart zweimal binnen 44 Sekunden.

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