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10.10.2012

Chris: „Es ist wichtig, Zeichen zu senden“

Nach dreiwöchiger Abstinenz aufgrund eines Muskelfaserrisses ist Chris wieder ins Mannschaftstraining bei der TSG 1899 Hoffenheim eingestiegen. Nach den ersten Einheiten äußerte er sich zu seinem Wohlbefinden und einem tragischen „Déjà -vu“.

Wie fühlst Du Dich wieder bei der Mannschaft zu sein?

Müde (lacht). Nein, ich fühle mich wirklich gut. Ich freue mich wieder voll mit der Mannschaft zu trainieren. In den letzten drei Wochen habe ich viele Läufe und Krafteinheiten gemacht, aber das ist nicht dieselbe Belastung. Außerdem macht es viel mehr Spaß im Team.

Wie hast Du die ersten Einheiten verkraftet?

Sehr gut. Wichtig war, dass ich keine Angst habe voll zu belasten und wieder in die Zweikämpfe gehe. Aber ich wurde auch von unseren Physios und Fitnesstrainern sehr gut vorbereitet. In den letzten zehn Tagen haben wir das Pensum stetig gesteigert. Jetzt darf ich wieder bei der Mannschaft sein – alles super!

Also spricht nichts gegen einen Einsatz im Testspiel am Freitag?

Ich muss noch mal mit dem Trainer sprechen, aber natürlich will ich spielen. Ich brauche die Spielpraxis. Da ist es auch egal, ob es ein Drittligist oder Erstligist ist. Ein Spiel ist wieder eine ganz andere Belastung als ein Training.

Am Freitag spielt auch die deutsche U21-Nationalmannschaft und das Team wird sich in Vukcevic-Trikots mit der Nummer sieben aufwärmen. Eine tolle Geste...

Das ist ganz wichtig, dass wir alle solche Zeichen senden. Alles was positive Energie bringen kann, müssen wir machen. Das ist gut für die Familie und sicher auch für Boris. Man hat schon oft gehört, dass Leute, die in einem Koma waren, trotzdem vieles mitbekommen von dem, was um sie herum passiert. Es ist völlig egal, ob und wann er wieder auf dem Fußballplatz steht, aber ich wünsche ihm, dass er überlebt und gesund ist.

Du hast einen ähnlich tragischen Fall schon einmal als junger Spieler erlebt. Kannst Du uns davon erzählen?

Ja, ich hatte damals mit International Porto Alegre die Meisterschaft gewonnen und wir haben an dem Wochenende Urlaub bekommen. Mein damals bester Freund im Team, ein super Talent und gerade erst 21 Jahre alt, ist kurz vor mir nach Hause gefahren. Später hat seine Mutter mich angerufen und mir erzählt, dass er einen Autounfall hatte. Er war sofort tot! Ich war selber erst 23 und habe seinen Sarg zum Grab mitgetragen.

Das war alles wieder präsent, als Du von Boris‘ Unfall gehört hast?

Als wir die Nachricht bekamen, habe ich richtig gezittert. Da kamen sofort dieselben Gefühle wie damals in mir hoch. Das war ganz schrecklich. Aber wichtig ist, dass wir jetzt wieder bessere Nachrichten erhalten. Wir haben viel Hoffnung, weil wir jetzt hören, dass es Boris Tag für Tag besser geht.

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