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FRAUEN
19.12.2011

Frauen: "Sind für die Rückrunde optimistisch"

1899 Hoffenheim kann auf eine gute Hinrunde zurückblicken. Wie zufrieden ist das Trainergespann um Jürgen Ehrmann, Hartmut Kaufmann und Kai Altig mit der ersten Halbserie der Saison? Im Interview sprechen die drei außerdem über den Aufstiegskonkurrenten VfL Sindelfingen, die Lage in der Mannschaft und geben einen kurzen Ausblick auf das nächste Jahr.

Seid Ihr mit der Hinrunde zufrieden?

Alle: Mit einer Niederlage und zwei Remis kann man auf jeden Fall zufrieden sein. Schön zu sehen ist, dass sich die Jungen gut entwickeln. Es ist natürlich immer ein hohes Risiko mit so vielen jungen Spielerinnen in eine Saison zu gehen. Die Leistung der Mannschaft war größtenteils gut. Dass man mit nur zwei Unentschieden und einer Niederlage nach der Hälfte der Saison fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter liegt, ist natürlich eher ungewöhnlich.

Wo hätte es besser laufen können?

Ehrmann: Im Angriff tun wir uns schwer. Die Qualität, die Christina Arend, Annika Eberhardt und Susi Hartel mitbringen, ist nur schwer zu ersetzen. Alle drei sind schon länger angeschlagen oder verletzt und nicht bei 100 Prozent ihrer Form. Trotzdem machen sie ihre Tore. Die anderen sind noch nicht so weit, um diese drei zu ersetzen.

Ein paar Worte zu den jungen Spielerinnen?

Ehrmann: Ich bin mit allen zufrieden. Es ist klar, dass sie mal bessere Phasen haben, dann wieder in ein kleines Loch fallen. Das ist aber normal. Bei den Jungen kommt ja auch noch die Doppelbelastung mit Auswahlmannschaften und U-Nationalmannschaften hinzu. Schade ist, dass Stefanie Zinner sich schon länger mit einer Verletzung plagt und den Anschluss noch nicht ganz gefunden hat. Ich hoffe, dass sie zur Rückrunde wieder fit ist.

Kaufmann: Die jungen Spielerinnen haben sich bisher sehr gut entwickelt. Wenn man, wie wir, auf so viele junge und talentierte Spielerinnen zurückgreifen kann, beweist das natürlich auch die gute Jugendarbeit im Verein.

Nach dem Spiel gegen Sindelfingen wart ihr sichtlich angeschlagen. Lag das an der Niederlage gegen den VfL oder am Auftritt der Mannschaft?

Alle: Wenn wir uns in diesem Spiel cleverer verhalten, dann bringen wir die Führung auch über die Zeit. Es war merkwürdig, dass wir gerade in diesem Spiel die Leidenschaft haben vermissen lassen und nicht an unsere Grenzen gegangen sind. Diese Einstellung und der unbedingte Siegeswillen haben gefehlt. Verlieren gehört zum Fußballspielen dazu. Die Art und Weise wie die Mannschaft sich vor allem in der zweiten Halbzeit präsentiert hat, hat enttäuscht. Nach dem gehaltenen Elfmeter hätte nochmal ein Ruck durch das Team gehen müssen. Aber leider hat es die Mannschaft nicht geschafft, den Roten Faden zu finden.

Die Siege von Eurem Konkurrenten waren souveräner als Eure. Glaubt Ihr, Sindelfingen bricht noch ein?

Ehrmann: Sindelfingen hat eine richtig starke Mannschaft. Wenn sie von Verletzungen verschont bleiben, glaube ich nicht, dass sie einbrechen werden. Sie haben alle ihre Spiele souverän gestaltet und nur ein Mal Punkte liegen lassen. Im Angriff haben sie mit Nicole Loipersberger eine Spielerin, die sehr treffsicher ist und auf die sich die Mannschaft verlassen kann. Entscheidend wird aber sein, wie gut sie und auch wir aus der Winterpause kommen.

Nach der Hinrunde habt Ihr fünf Punkte Rückstand auf Sindelfingen. Wie schätzt Ihr die Situation um den Aufstieg ein?

Alle: Wenn wir keine Punkte mehr liegen lassen, also auch in Sindelfingen gewinnen, haben wir gute Karten. Natürlich muss auch Sindelfingen Federn lassen. In erster Linie müssen wir aber auf uns selbst schauen und unser Spiel durchziehen und weiter Vollgas geben. Wir blicken der Rückrunde optimistisch entgegen.

Einige Spielerinnen verpassen wegen der Uni oder Berufungen zu den U-Nationalmannschaften das Training. Was bedeutet dies für das Mannschaftsgefüge, die Leistung der Mannschaft und das Training?

Ehrmann/Kaufmann: Zu Beginn der Saison und in der Vorbereitung lief es für uns perfekt. Alle Spielerinnen waren da. Die Mannschaft hat sich eingespielt, jeder kannte die Spielzüge. Davon haben wir lange gezehrt. Irgendwann ist es aber ausschlaggebend, dass man die Spiele nicht mehr gewinnt. Wenn nicht alle Spielerinnen trainieren können, kann man die Trainingseinheiten nicht mehr wie gewünscht durchführen und auch das Zusammenspiel leidet darunter. Dennoch muss man sagen, dass es für den Verein eine Auszeichnung ist, wenn er einige Nationalspielerinnen in seinen Reihen hat.

Sollen in der Winterpause neue Spielerinnen verpflichtet werden?

Ehrmann/Kaufmann: Zuallererst müssen wir sehen, wie sich die Situation mit den Verletzten entwickelt. Sicher ist, dass Sabine Stoller wieder zur Mannschaft zurückkommen wird. Sie war ein halbes Jahr in Frankreich und hat dort in der ersten Liga gespielt. Sie ist sicher topfit. Wenn es nach Sindelfingens Trainer geht, holen wir in der Winterpause vier, fünf Spielerinnen aus Sindelfingen…

Kai, Du bist seit dieser Saison im Trainerteam dabei. Wie gefällt Dir die Arbeit mit den Frauen? Was hat Dich dazu bewogen, Trainer bei einer Frauenmannschaft zu werden?

Altig: Ich bin über Jürgen (Anm. d. Red. Ehrmann) nach Hoffenheim gekommen. Überzeugt hat mich der Teamgeist, der bei den Frauen ganz oben steht. Nach meinem Praktikum wollte ich weitermachen und habe es nie bereut, weil es mir viel Spaß macht.

Seit einigen Wochen arbeitet Ihr mit der Videoanalyse. Wie nehmen die Spielerinnen dies auf? Ist es hilfreich?

Alle: Die Videoanalysen sind perfekt. Spiele und gegnerische Mannschaften können ganz anders analysiert werden. Die Spielerinnen sehen sofort, ob eine Aktion gut oder schlecht war und ihre eigenen Stärken und Schwächen. Auch wir sehen die Schwächen und Stärken anderer Teams und können den Spielerinnen so helfen, Dinge zu verbessern. Leider hat im Spiel gegen Sindelfingen das Konzept nicht so gegriffen wie wir uns das vorgestellt haben. Wenn die Spielerinnen das Gesehene vergessen, bringt es natürlich nichts.

Seit dieser Saison arbeitet Ihr mit neuen Methoden im Training. Wie haben die Spielerinnen diese neuen Dinge aufgefasst und was verspricht Ihr Euch davon?

Kaufmann: Ziel ist in erster Linie, das Training abwechslungsreicher zu gestalten und andere Inhalte einzustreuen. Wie im Training auf dem Platz ziehen die Spielerinnen dabei gut mit, nehmen die Alternativen positiv auf und stehen den Dingen offen gegenüber.

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