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22.09.2011

Christian Eichner im Interview

Christian Eichner kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück – aber erst am 25. Oktober im DFB-Pokal-Achtelfinale. Zunächst statten ihm seine Ex-Kollegen in der Bundesliga im RheinEnergieStadion einen Besuch ab. achtzehn99.de hat mit dem gebürtigen Sinsheimer vor der Partie am Sonntag gesprochen.

Christian, wie lebt es sich denn als frischgebackener Ehemann?

(lacht) Ganz gut. Es hat sich ja nicht so viel verändert. Es ist aber schon ein tolles Gefühl verheiratet zu sein. Keine Frage!

Blieb denn überhaupt schon die Zeit, sich in die Flitterwochen zu verabschieden oder wurde das auf die nächste Länderspielpause verschoben?

Nicht wirklich. Das holen wir aber nach. Da zwischen der standesamtlichen und kirchlichen Trauung ganze drei Monate lagen, könnte man aber auch unseren Italien-Urlaub in der Sommerpause als Flitterwochen ansehen. Da würde ich aber Probleme mit meiner Frau bekommen (lacht).

Sportlich geht es bei euch auch wieder aufwärts. Erstmals seit 15 Jahren gelang ein Sieg beim Lokalrivalen Bayer Leverkusen. Wie fühlt sich der Derbysieg nach den Rückschlägen in dieser Saison an?

In den zehn Monaten, die ich jetzt beim FC spiele, waren wir immer für eine Überraschung gut – positiv wie negativ. Daher halte ich mich mit euphorischen Aussagen zurück. Ob wir von einem Befreiungsschlag sprechen können, wird sich erst am Sonntag zeigen. Wir wollen den Erfolg gegen Bayer bestätigen und gegen Hoffenheim unseren ersten Heimsieg der Saison holen.

Eine Hiobsbotschaft gab es dennoch zu verkraften. Euer Kapitän Pedro Geromel fällt mit einem Riss des Außenmeniskus längerfristig aus. Wie schwer wiegt denn der Ausfall des Brasilianers und wie wollt ihr ihn kompensieren?

Pedro ist einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga. Sein Ausfall trifft uns hart, keine Frage. Aber wir haben einen guten Kader und unser Trainer wird Möglichkeiten finden, den Verlust aufzufangen.

Du musstest das Derby 70 Minuten von der Bank aus verfolgen. Eine ungewohnte Situation für dich. Wieso fiel die Entscheidung erstmals in dieser Saison gegen dich aus?

Ich denke, unser Trainer Stale Solbakken rotiert eben gerne mal auf den Außenpositionen. Es hat auch schon andere getroffen. Davon darf man sich nicht beeindrucken lassen.

Ein Trainer richtet sein System in der Regel am vorhandenen Spielermaterial aus. Solbakken hat sich für den anderen Weg entschieden. Wie lange braucht die Mannschaft noch, um seine Philosophie zu verinnerlichen?

Wenn ein neuer Trainer kommt, möchte man sich in den Vordergrund spielen, und macht sich dadurch vielleicht mehr Druck als sonst. Dazu hat Stale Solbakken viele neue Ideen mitgebracht, die uns zum Nachdenken gebracht haben. Aber auch wenn die ersten Resultate nicht unbedingt dazu beigetragen haben, dass wir mit breiter Brust aufgetreten sind, passt langsam alles gut zusammen. Der Trainer hat einen sehr guten Draht zur Mannschaft, und bei ihm kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Wir arbeiten weiter hart daran, mehr Konstanz in unser Spiel zu bringen.

Das Umfeld beim FC ist weder mit Karlsruhe noch Hoffenheim vergleichbar. Wie kommst du mit dem gestiegenen Druck der Medien und der Öffentlichkeit zurecht?

Natürlich ist das Medienaufkommen hier größer als in Karlsruhe oder Hoffenheim. Aber insgesamt ist es halb so wild. Ich persönlich habe keine Probleme mit den Medien oder der Öffentlichkeit.

Du bist jetzt ein dreiviertel Jahr weg aus Hoffenheim. Hast du noch Kontakte zu deinen ehemaligen Kollegen und wie viel Insiderwissen kannst du an deinen Trainer weitergeben?

Der Kontakt ist noch da, aber eher zum Team hinter dem Team. Ich telefoniere gelegentlich mit den Physiotherapeuten Peter Geigle und Tom Schuster, auch zum Teammanager Dirk Rittmüller habe ich noch Kontakt. Aber dass ich unserem Trainer etwas sagen könnte, das er nicht ohnehin schon weiß, das glaube ich nicht.

Köln ist in dieser Saison noch eine Wundertüte – man weiß nie so ganz was einen erwartet. Was kommt denn am Samstag auf 1899 im RheinEnergieStadion zu?

Eine Mannschaft, deren Selbstvertrauen nach dem Sieg gegen Leverkusen den diesjährigen Höchststand erreicht hat und ein tolles Stadion mit positiv verrückten Fans. Die Favoritenrolle liegt dennoch bei 1899. Der Saisonstart ist für mich keine Überraschung. Sie verfügen gerade im Angriff über einige Spieler, die weit über dem Bundesliga-Durchschnitt liegen. Ich freue mich jedenfalls riesig auf die alten Kollegen.

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