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PROFIS
27.10.2011

Boris Vukcevic im Interview

In der vergangenen Saison hatte Boris Vukcevic sich in die Elf von 1899 Hoffenheim gespielt, verpasste nur eine Partie und entwickelte sich zur Stütze im Team auf immer wieder verschiedenen Positionen. Bis zum 28. Spieltag. In der Partie gegen Hamburger SV erlitt er einen Wadenbeinbruch und verpasste das Saisonfinale sowie einen großen Teil der Saisonvorbereitung. Nach einer Operation im Juli dieses Jahres musste er sich erneut herankämpfen.

Jetzt ist er wieder da. Zurück im Mannschaftstraining der Profis macht er wieder alle Übungen mit und brennt auf seinen ersten Einsatz in der Saison 2011/12. Im Interview mit achtzehn99 erzählt der U21-Nationalspieler von der Zwangspause, den Neuheiten im Team und von seinen Erwartungen an die Bundesliga im Allgemeinen und 1899 Hoffenheim im Speziellen.

Boris, Ende letzter Saison hast du dir einen Wadenbeinbruch zugezogen. Das klingt erstmal ganz schön schmerzhaft.

So wirklich weh getan hat es im ersten Moment gar nicht. Das war aber wahrscheinlich auch der Schockzustand.

War das Deine erste lange Verletzungspause?

Ja, so lange war ich noch nie zum Zuschauen verdammt. Es gab immer mal kleinere Geschichten, aber das war der mit Abstand längste Ausfall. Bisher bin ich zum Glück immer verschont geblieben.

Wie bist du damit umgegangen?

Man darf sich nicht runterziehen lassen. Ich wusste, dass ich mich Schritt für Schritt wieder zur alten Form werde bringen müssen. Mein Umfeld hat mir auch sehr geholfen und mich immer wieder aufgebaut. Das ist in solchen Situationen sehr wichtig.

Wie fühlt es sich an, wenn man auf einmal nur noch zuschauen darf?

Das ist alles andere als ein gutes Gefühl. Man will ja unbedingt wieder spielen. Wenn dann die eigenen Mannschaftskollegen auf dem Platz stehen, kribbelt es in den Füßen. Fußballspiele anschauen, im Fernsehen oder Stadion, macht in dieser Phase eher weniger Spaß.

Wie weit bist du jetzt? Fühlst du dich fit für einen Einsatz?

Ich bin noch nicht wieder bei 100 Prozent. Das wird noch etwas dauern. Aber es wird jetzt schon von Tag zu Tag besser. Momentan bin ich einfach überglücklich, wieder das ganze Training mitmachen zu können. Da biete ich mich an und hoffe natürlich darauf, bald einen Einsatz zu bekommen. 90 Minuten kämen jetzt wohl noch zu früh – lange dauert das aber auch nicht mehr.

Ein neues Trainerteam, neue Spieler – die Mannschaft hat sich im Vergleich zum letzten Jahr stark verändert. Wie hast du die Veränderungen wahrgenommen?

Es gehört zum Geschäft, dass sich die Zusammensetzung einer Mannschaft häufig ändert. Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie und eine andere Vorstellung von Fußball. Holger Stanislawski bringt trotz harten Einheiten immer auch eine Portion Spaß ins Training ein. Der Mix ist sehr gut gelungen. Die Mannschaft ist selbstbewusst. Wir sind ein Team mit viel Kreativität, da ist Selbstbewusstsein

besonders wichtig.

Stani lässt in der Offensive viel rotieren. Kommt dir das entgegen? Du giltst als vielseitiger Spieler, der auf verschiedenen Positionen zum Einsatz kommen kann.

Ich denke schon, dass mir das System liegt, da ich es gewohnt bin, ständig die Seiten zu wechseln oder auch mal im Zentrum aufzulaufen – wenn auch in der Regel nicht so häufig während des Spiels. Es tut aber der ganzen Mannschaft gut. Wir sind ein junges Team, das sich noch entwickelt. Für junge Spieler ist es immer von Vorteil, wenn sie sich auf verschiedenen Positionen zurecht finden. Außerdem macht es uns sehr unberechenbar.

Unberechenbar scheint diese Saison auch die Bundesliga – mal wieder. Wie erklärst du dir, dass so viele vermeintlich schwächere Mannschaften oben mitmischen, wie schon in der vergangenen Saison?

Es zeigt, wie stark die Liga geworden ist. Es wird immer schwieriger, sich oben festzubeißen. Auf der anderen Seite bekommt in einer ausgeglichenen Liga jeder seine Chance – auch Clubs wie Mönchengladbach, Hannover oder Hoffenheim.

Wo liegen die Gründe für die steigende Leistungsdichte?

Da gibt es viele. Die gute Ausbildung der Nachwuchsspieler ist sicherlich einer. Man kann schon beobachten, dass die Mannschaften, die ein gutes Pressing spielen, gut gegen den Ball arbeiten und läuferisch einen hohen Aufwand betreiben, erfolgreich Fußball spielen. So erarbeitet man sich immer wieder gute Offensivmöglichkeiten. Die entstehen nur aus konsequenter Defensivarbeit.

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