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U23
10.12.2010

U23-Gegnerporträt: SC Pfullendorf

Am Sonntag, 14 Uhr, trifft die U23 im Dietmar-Hopp-Stadion auf den SC Pfullendorf. Wir stellen den Verein vor, der seit über zwölf Jahren Dauergast in der Regionalliga ist.

Bis Anfang der 80er Jahre nahm außerhalb des Linzgaus kaum jemand vom SC Pfullendorf Notiz. Am 2. August 1919 als „Rasensportabteilung" des TV Pfullendorf aus der Taufe gehoben und seit 1921 als SC selbstständig, dümpelten die Rot-Weißen eher unauffällig in den unteren Kreis- und Bezirksklassen umher. In der Saison 1979/80 gelang dem SCP erstmals der Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg, aus der er in den Folgejahren vier Mal ab- und jedesmal sofort wieder aufsteigen sollte. Der heutige Hoffenheimer U17-Trainer Xaver Zembrod, ein gebürtiger Pfullendorfer, absolvierte beim SCP zwei Oberliga-Spielzeiten, ehe ihn sein weiterer Weg unter anderem über den VfR Mannheim, die Stuttgarter Kickers und den SV Darmstadt 98 in den Kraichgau führen sollte.

Mit dem erstmaligen Regionalliga-Aufstieg 1998 - als Oberliga-Zweiter hinter den VfB Stuttgart Amateuren - gelang der SCP erstmals auf die überregionale Fußball-Landkarte. In der Drittklassigkeit erlebten die Pfullendorfer ein wahres Wechselbad. Im ersten Jahr schrammten sie knapp am sofortigen Abstieg vorbei, im zweiten erreichten sie die Aufstiegsrunde zur Zweiten Liga, wo sie am LR Ahlen und dem 1.FC Union Berlin scheiterten - und im dritten ging es, allerdings nur für ein Jahr, wieder runter.

Seit 2002 sind die Linzgauer nun ohne Unterbrechung fester Bestandteil der Regionalliga Süd, erreichten aber zumeist nur zweistellige Tabellenplätze. Die beste Platzierung, Rang sieben, verbuchte der SCP unter Trainer Michael Feichtenbeiner in der Saison 2006/07, die aber nicht nur aus diesem Grund als die erfolgreichste in die Klubgeschichte einging. Am 10. September 2006 bejubelten 4.022 Zuschauer, sofern sie SCP-Anhänger waren, den 2:1 (0:0)-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten Arminia Bielefeld. Das 2:0 erzielte seinerzeit Mittelfeldspieler Patrick Hagg, der noch immer im Kader steht. Allerdings muss der 31-Jährige, der seit seinem 16. Lebensjahr für den SCP die Stiefel schnürt, wegen einer Herzmuskel-Verdickung seit Saisonbeginn pausieren. Ebenfalls aktiv am Pokalsieg beteiligt und Teil des aktuellen Kaders: Torwart-Oldie Ralf Hermanutz (40), Abwehrspieler Matthias Kiefer und der heutige Trainer Helgi Kolviðsson. Der Isländer hatte nach der Entlassung Feichtenbeiners das Amt interimsmäßig übernommen, trat dann ins zweite Glied zurück und löste vor dieser Saison Walter Schneck als Chefcoach ab. Schneck konzentriert sich fortan auf seine Funktion des Fußball-Koordinators. Kolviðsson ist mit der jüngsten Vergangenheit des Klubs eng verbunden, Pfullendorf war 1994 seine erste Auslandsstation, nachdem er seine Heimatstadt Kópavogur verlassen hatte. Nach weiteren Engagements unter anderem in Ulm, Mainz und Lustenau (Österreich) kehrte er 2004 nach Pfullendorf zurück.

Die aktuelle Mannschaft blieb nahezu unverändert. Nur drei Spieler verließen den Klub, zwei Neue (Jörg Schreyeck von der TSG Balingen und Christian Jeske, FV 08 Villingen) stießen hinzu. Dazu kommen mit Jan Biggel, Ardian Kalludra und Manuel Stark drei Spieler des F-Teams, wie der SCP seine zweite Mannschaft nennt. Der Saisonstart verlief mit einem 2:0-Sieg beim jetzigen Tabellenzweiten Darmstadt 98 sehr verheißungsvoll, und auch beim 3:1 gegen die Hoffenheimer U23 ließ die Kolviðsson-Elf nichts anbrennen. Zuvor waren die Rot-Weißen als Südbadischer Pokalsieger erneut im DFB-Pokal im Einsatz, unterlagen aber dem Bundesliga-Absteiger Hertha BSC erwartungsgemäß mit 0:2 (0:0). Doch seit Mitte September ist der Wurm drin. In neun Spielen gab es nur einen Sieg, zuletzt fanden die Linzgauer beim 2:0 gegen Großaspach allerdings wieder in die Erfolgsspur zurück. Allerdings liegt diese Partie schon drei Wochen zurück, da die folgenden Duelle bei den Stuttgarter Kickers und gegen Darmstadt abgesagt werden mussten. Den Pfullendorfern dürfte also etwas die Spielpraxis fehlen, wenn sie am Sonntag um 14 Uhr im Dietmar-Hopp-Stadion antreten. Auf die leichte Schulter nehmen werden die Hoffenheimer diese Partie deswegen nicht, die Erinnerungen an das 1:3 im Stadion an der Kasernenstraße sind noch frisch.

Ticket-Informationen zum Spiel gibt es hier.

Den Vorbericht zum Spiel gibt es hier.

SC Pfullendorf
Tor: Ralf Hermanutz (40), Sebastian Willibald (22).
Abwehr: Sandrino Braun (22), Michael Falkenmayer (28), Matthias Kiefer (27), Tobias Kunter (24), Dominik Müller (23), Wolfgang Narr (22).
Mittelfeld: Jan Biggel (20), Tim Bender (19), René Greuter (21), Patrick Hagg (31), Christian Hepp (23), Daniel Hörtkorn (22), Christian Jeske (24), Nico Schneck (23), Jörg Schreyeck (25), Manuel Stark (21), Oliver Straub (22).
Angriff: Ervin Kalender (24), Ardian Kalludra (20), Marc Kuczowski (22), Philipp Seebacher (23), Ingemar Teever (27).
Trainer: Helgi Kolviðsson (39).

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