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U23
20.08.2010

U23-Gegnerporträt: FC Memmingen

Am Sonntag, 14 Uhr, verteidigt die U23 im Dietmar-Hopp-Stadion ihre Tabellenführung in der Regionalliga Süd. Gegner ist der FC Memmingen. Wir stellen den souveränen Bayernliga-Meister 2010 vor.

An Spiele in der Rhein-Neckar-Region erinnern sich die Anhänger des FC Memmingen nur ungerne. 13 Jahre ist es her, da klopften die Oberschwaben schon einmal an die Tür zur Regionalliga an. Als Zweiter der Bayernliga-Spielzeit 1996/97 musste der FCM in die Aufstiegsrelegation und am 6. Juni 1997 im Mannheimer Rhein-Neckar-Stadion gegen Kickers Offenbach antreten. Nur der Sieger würde aufsteigen. Und es sah gut aus für die Memminger. 2:0 führten sie vor 11.000 Zuschauern zur Pause. Zwar glichen die Offenbacher in der 74. Minute aus, doch nur 60 Sekunden später traf Markus Kramer zum scheinbar entscheidenden 3:2. Die Minuten verrannen und der FCM wähnte sich in der Regionalliga - doch die Aufstiegsfeierlichkeiten blieben aus. Nicht etwa, weil Offenbach den Spieß noch sensationell umdrehte, sondern weil wenige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit das Licht ausging. In die stockfinstere, gespenstische Atmosphäre mischten sich Ratlosigkeit, Hoffnung, banges Warten. Doch es tat sich nichts, die Flutlichter blieben aus. Niemand wusste, was passiert war und wie es weitergehen würde. Die Offenbacher Fans begannen in der Dunkelheit zu skandieren: „Wir wollen ein neues Spiel!" Und sie bekamen es. 40 Minuten, nachdem das Licht ausgegangen war, verkündete der Stadionsprecher den Spielabbruch. Wenige Tage später ließen die Kickers den Memmingern im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion keine Chance, gewannen 2:0 und marschierten ein Jahr später geradewegs in die Zweite Liga durch, während dem FCM der Sprung in die Drittklassigkeit bis heute verwehrt blieb. Böse Gerüchte über die Verursacher des Stromausfalls und deren Beweggründe machten die Runde. Später stellte sich jedoch heraus, dass ein Übertragungswagen des Hessischen Rundfunks das Stadion-Stromnetz gnadenlos überlastet hatte und eine Hauptsicherung durchgebrannt war.

Immerhin führen die Memminger die „Ewige Tabelle" der Bayernliga mit über 30 Jahren Zugehörigkeit an. Und in der vergangenen Spielzeit konnten sie sie sogar erstmals gewinnen. Mit elf Punkten Vorsprung auf den FC Ismaning setzten sich die Oberschwaben in der 19er Liga durch und durften mit 13-jähriger Verspätung schließlich doch noch in die - mittlerweile allerdings nur noch viertklassige - Regionalliga Süd aufsteigen. Für den am 30. Mai 1907 als Abteilung des Turnvereins Memmingen gegründeten Klub ist es dennoch der größte Triumph seiner über 100-jährigen Historie. Da passt es gut, das im Zuge des Jubiläums vor drei Jahren das Städtische Stadion an der Bodenseestraße in ein modernes Fußball-Stadion, die Memmingen-Arena, umgebaut wurde.

Vater des Erfolgs ist Trainer Esad Kahrić, der bereits 1989 zum FCM stieß und ihn seit November 2001 trainiert. Der Bosnier kann im Grunde genommen auch in der Regionalliga auf seine Meister-Truppe bauen, denn mit Alexander Späth (Laufbahn beendet) und Max Lamprecht (Studium) verließen nur zwei Spieler den Klub. Demgegenüber stehen sieben Neuzugänge, die sich hauptsächlich aus der Bayernliga bzw. dem süddeutschen Raum rekrutieren. Vom österreichischen Regionalligisten FC Dornbirn kehrte zudem Mittelfeldspieler Andreas Maier zum FCM zurück.

Nach zwei Spieltagen steht die Kahrić-Elf in der noch nicht aussagekräftigen Tabelle im Mittelfeld. Zum Saisonauftakt setzte es bei den Stuttgarter Kickers eine 0:2-Niederlage. Der FCM hielt lange Zeit das 0:0, doch nachdem Angreifer Daniel Böck in der 55. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, schlugen die Stuttgarter in der Schlussphase (78., 81.) eiskalt zu. Der Ex-Hoffenheimer Daniel Reule markierte dabei das 2:0. Fünf Tage später bei der Regionalliga-Heimpremiere lief es besser. Kapitän Stefan Pfohmann (32) und Trainer-Sohn Eijnar Kahrić zwei Minuten vor dem Ende drehten den 0:1-Pausenrückstand in einen 2:1-Sieg und verbuchten den ersten Dreier der Saison.

Am Sonntag werden die Oberschwaben von einem Fanbus begleitet. Schon in Stuttgart waren rund 200 Memminger Fans dabei, nachdem erfolgreichen Heim-Debüt könnten es am Sonntag im Dietmar-Hopp-Stadion genauso viele sein. Und die Verantwortlichen geben sich durchaus selbstbewusst: „Wir wollen auch in Hoffenheim etwas holen", sagt Co-Trainer Thomas Reinhardt.

Ticket-Informationen zum Spiel gibt es hier.

FC Memmingen
Tor: Tobias Kirchenmaier (24), Karl Kögel (35), Johannes Reisacher (21).
Abwehr: Matthias Bader (25), Tobias Heikenwälder (24, TSV Rain/Lech), Harald Holzapfel (28, FV Illertissen), Bastian Mayr (25, TSV Landsberg), Stefan Pfohmann (32), Johannes Rehm (29).
Mittelfeld: Manuel Andorfer (23), Korbinian Beck (20), Alexander Elsner (21), Andreas Hindelang (23, VfB Stuttgart II), Eijnar Kahrić (26), Ferhat Keleş (22, TSV Rain/Lech), Maximilian Knuth, Andreas Maier (26, FC Dornbirn/AUT), Christoph Mangler (21), Stefan Zobel (26), Johannes Zwickel (26).
Angriff: Robert Bauer (23), Daniel Böck (26), Candy Decker (22), Bernhard Jörg (23, 1.FC Sonthofen), Andreas Rucht (22).

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