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FRAUEN
01.10.2010

Susanne Hartel im Interview

Die Frauen von 1899 Hoffenheim mischen nach ihrem Aufstieg in die 2. Bundesliga ganz oben mit und begeistern mit sehenswertem Fußball. Im Interview mit achtzehn99.de spricht Torjägerin Susanne Hartel über ihren Wechsel, den tollen Lauf ihres Teams und die WM 2011 im eigenen Land.

Susanne, Du hast drei Jahre in Freiburg gespielt. Wieso hast Du Dich nach dem Abstieg aus der Bundesliga dazu entschieden, dem SC den Rücken zu kehren und zum Aufsteiger 1899 Hoffenheim zu wechseln?

Allein schon der Fahrtweg, der jetzt viel kürzer ist als nach Freiburg, hat mich dazu bewegt in den Kraichgau zu wechseln. Hinzu kommt, dass das ganze Drumherum, was der Verein 1899 Hoffenheim bietet, natürlich sehr ansprechend ist. Es hat alles zusammengepasst, von daher war ein Tapetenwechsel nach drei Jahren auch mal wieder notwendig.


Einige Deiner ehemaligen Mitspielerinnen aus Freiburg sind zu Vereinen in der ersten Bundesliga gewechselt. Kam dieser Schritt für Dich nicht in Frage?

Prinzipiell schon. Jeder sollte das Ziel haben, in der ersten Liga zu spielen. Das Problem ist aber leider immer noch, dass man vom Frauenfußball alleine nicht leben kann. Man muss beim Wechsel auch immer noch auf den Job achten. Da meine neue Arbeitsstelle hier ganz in der Nähe ist, war also der Wechsel nach Hoffenheim ideal.


17 Punkte aus sieben Spielen. Als Aufsteiger liegt Ihr nur zwei bzw. vier Punkte hinter den beiden Aufstiegsfavoriten Köln und Freiburg. Wie schätzt Du die Situation ein und ist nach oben noch mehr möglich?

Als Aufsteiger in der 2. Liga schon zu Beginn der Saison so viele Punkte zu haben, ist ein Topergebnis. Damit hätte am Anfang keiner gerechnet. Wir sind oben mit dabei und ich bin davon überzeugt, dass wir weiterhin vorne mitspielen werden. Was wir aber jetzt nicht machen dürfen, ist alles auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern weiter hart zu arbeiten.


Vergangene Saison hast Du noch beim SC gespielt. Ist das Spiel für Dich etwas Besonderes und sind mehr Emotionen dabei als bei einem anderen Spiel?

Natürlich ist es immer ein Highlight, gegen seinen Ex- Verein zu spielen. Besonders dann, wenn man sich einmal die Tabellensituation anschaut - speziell die Tordifferenz. Freiburg steht mit 21 Punkten und 30:0 Toren auf Platz eins. Da möchte ich ihnen schon eins einnetzen. Aber ich freue mich auch, meine alten Mannschaftskolleginnen wiederzusehen.


Schätzt Du die Freiburger stärker ein als Köln und könnt Ihr bzw. Du selber, dem SC den ersten Gegentreffer der Saison zufügen?

Laut dem Tabellenplatz ist Freiburg momentan einfach die stabilere Mannschaft. Jedoch kam es zwischen Freiburg und Köln noch nicht zum direkten Vergleich. Deshalb ist es schwer, ein eindeutiges Fazit zu ziehen. Wir werden es am eigenen Leib erfahren, wie gut Freiburg wirklich ist und dann kannst du mir die Frage noch mal stellen (lacht). Wir werden auch diese Trainingswoche ausgiebig nutzen, um uns taktisch und spielerisch zu verbessern und uns genau auf diese Mannschaft einzustellen.


Hast Du noch Kontakt zu Deinen alten Kolleginnen beim SC Freiburg, sprecht Ihr dann über das anstehende Spitzenspiel?

Zu der ein oder anderen Kollegin habe ich noch Kontakt und das ist echt schön. Drei Jahre sind schon eine lange Zeit. Ich habe dort ja auch eine Zeit lang gewohnt. Man gewöhnt sich aneinander und erlebt Dinge, die einem einfach in Erinnerung bleiben. Und das ist auch gut so.


Glaubst Du, dass es für die Freiburger Defensive einfacher ist, Dich zu verteidigen, weil sie Dich und Dein Spiel kennen?

Klar. Ich denke, sie werden sich auf mich einstellen und leichter werde ich es dadurch nicht haben. Aber es ist ja nicht nur so, dass sie mich kennen, ich kenne sie mindestens genauso gut. Und noch einen Vorteil habe ich. Sie kennen nur zwei Spielerinnen von Hoffenheim und ich kenne mehr als die Hälfte der Freiburgerinnen. Außerdem haben wir noch neun weitere super Spielerinnen auf dem Platz, die Freiburg noch nicht kennt. Daher bin ich guter Dinge und wir brauchen uns auch vor diesem anstehenden Spitzenspiel nicht zu verstecken. Wir haben nichts zu verlieren. Und wer weiß, vielleicht springt am Ende ja wieder ein Punkt oder sogar noch mehr raus.


Im DFB-Pokal habt Ihr mit dem Hamburger SV ein hartes Los erwischt. Wie stehen Eure Chancen dennoch in die nächste Runde einzuziehen?

Ich selber kann nicht dabei sein, weil ich noch gesperrt bin. Aber ich weiß, dass wir einen guten Kader haben, der definitiv was reißen kann. Wir fahren dahin und werden sehen, was uns erwartet. Ich habe mit Freiburg schon gegen den HSV gespielt und weiß, wie schnell und körperbetont das Spiel in der 1. Liga ist. Das ist schon ein großer Unterschied im Vergleich zur 2. Liga.

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