Alle Ergebnisse
PROFIS
20.09.2010

Der FCB zu Gast in der Rhein-Neckar-Arena

Die vermeintlich kleinen Klubs mischen die Liga auf. Mainz, Hoffenheim und Freiburg nisten sich an der Tabellenspitze ein, München, Leverkusen und Bremen haben ihren Rhythmus noch nicht gefunden. Am Dienstag, 20 Uhr gastieren die Bayern in der Rhein-Neckar-Arena. Trotz ihres mittelmäßigen Starts sollte man die Bayern aber nie unterschätzen.

Klar ist, dass der deutsche Rekordmeister mit fünf Punkten aus vier Spielen und zuletzt drei sieglosen Bundesligapartien in Folge hinter den eigenen Erwartungen zurückliegt. Mit Platz neun und sieben Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Mainz 05 (12 Punkte) ist man beim Rekordmeister alles andere als zufrieden. Bayerns Chefcoach Louis van Gaal bringt die Situation klar auf den Punkt: „Wir sind eine Spitzenmannschaft, wir müssen weiter oben stehen." Der Anfang soll in Hoffenheim gemacht werden. Keine leichte Aufgabe, denn das Team von Chef-Trainer Ralf Rangnick ist nahezu optimal in die Saison gestartet. Zehn Punkte aus vier Spielen hat die junge Elf auf dem Konto, das Selbstvertrauen im Kraichgau ist groß. „Es macht Mut, als junges Team oben dabei zu sein", sagte Kapitän Andreas Beck.

Mit „kontrollierter Offensive" zum Erfolg

Zu selbstbewusst oder gar übermütig wird sich 1899 Hoffenheim gegen die Münchner aber nicht präsentieren. Sowohl der Trainer als auch die Spieler wissen, dass die Bayern immer gefährlich sind. Und so schlecht wie es die Tabelle vermuten lässt, haben sie in den vergangenen Partien auch nicht gespielt. Beim torlosen Remis gegen Köln war eigentlich nur eine Mannschaft am Ball: 77 Prozent Ballbesitz und 21 zu 8 Torschüsse sprechen für sich. „Die Bayern haben nicht schlecht gespielt. Das 0:0 gegen Bremen war ein richtig gutes Spiel. Und sie sind deutlich besser drauf, als zu Beginn der letzten Saison", erklärt Rangnick. Was fehlt, ist der perfekte Torabschluss. Thomas Müller und Co. vergeben zu viele Chancen - vielleicht eine Folge der kurzen Sommerpause, die einige Spieler hatten. Gleich elf Mann waren bei der WM in Südafrika unterwegs. Auch Beck sieht darin einen Grund für den ausbaufähigen Start der Münchner: „Sie hatten eine kurze Vorbereitung und eine englische Woche mehr als wir." Zu der knappen Vorbereitungsphase kommt bei den Bayern noch die Doppelbelastung mit der Champions League, in die sie mit einem 2:0-Erfolg über den AS Rom gestartet sind.

„Kontrollierte Offensive" ist die Devise, mit der Hoffenheim die Münchner knacken und die drei Punkte möglichst im Kraichgau behalten will. „Wir müssen geduldig sein, kompakt stehen, in die Zweikämpfe kommen und torgefährlich werden." Darin sieht Beck den Schlüssel zum Erfolg, um gegen siegeshungrige Bayern zu bestehen. „Wir müssen gewinnen, es gibt nichts anderes", unterstrich Bayerns Innenverteidiger Holger Badstuber. Ralf Rangnick weiß, dass ein Erfolg gegen den Deutschen Meister nur möglich ist, wenn sein Team über sich hinauswächst: „Wir müssen eine Topleistung zeigen, um überhaupt was zu holen." Im FCB sieht der Coach auch den härtesten und schwersten Gegner, auf den seine junge Elf bisher traf. „Bisher haben wir noch nicht konstant über 90 Minuten auf dem Niveau gespielt, das wir gegen Bayern brauchen. Das müssen wir morgen umsetzen, sonst sehen wir schlecht aus", erklärte Rangnick.

Rotation in der Startelf ist möglich

Ob Hoffenheim auch im sechsten Spiel in Folge mit gleicher Aufstellung auflaufen kann, ist fraglich. Hinter den Einsätzen von Tom Starke, Sejad Salihovic und Vedad Ibisevic standen vor dem Abschlusstraining noch Fragezeichen. Hoffenheims Nummer eins hat weiterhin mit einem Muskelfaserriss in der Wade zu kämpfen, Salihovic klagte über Rückenprobleme und Ibisevic' Sprunggelenk ist nach einem Schlag im Spiel gegen Kaiserslautern noch nicht vollständig ausgeheilt. Über adäquaten Ersatz muss sich Rangnick keine Sorgen machen. Mit Gylfi Sigurdsson, Sebastian Rudy oder Boris Vukcevic sind einige Spieler heiß auf einen Platz in der Starformation. Und auch die anderen Ergänzungsspieler sind richtig gut drauf. Für Ersatztorwart Daniel Haas, der Starke schon auf dem Betzenberg vertreten hat, hat Rangnick nur positive Worte: „Daniel ist jeden Tag bereit, auf höchstem Niveau zu trainieren und ist einer der fittesten Spieler. Wir können uns auf ihn absolut verlassen."

Daten und Fakten

3.7 Prozent - das ist die aktuelle Chancenverwertung der Bayern und damit ligaweit die schwächste. In der Bundesliga-Geschichte des FCB gab es solch einen Wert noch nie. Nur zwei Mal jubelte die Münchner Offensive in dieser Saison über einen Treffer. Vier Mal trafen die beiden Teams bisher aufeinander. Gewinnen konnte 1899 noch nie, die Bayern aber auch noch nie als Gäste der Kraichgauer (zwei Remis, zwei Siege in München).

Jetzt Downloaden!
Seite Drucken nach oben