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18.03.2010

Inside 1899: Der direkte Draht

Gerade in Zeiten, in denen es sportlich nicht optimal läuft, sind die Anhänger auf den Rängen als wichtige Unterstützung für die Mannschaft auf dem Rasen gefragt. Im zweiten Jahr in der Bundesliga kann 1899 Hoffenheim mit Stolz auf seinen „Zwölften Mann“ schauen.

Mittlerweile gibt es 112 offizielle Fanclubs, in denen knapp 4.000 Mitglieder registriert sind. „Das ist für einen kleinen Dorfklub sehr bemerkenswert", freut sich Mike Diehl, der in Hoffenheim hauptamtlich für das Fanwesen zuständig ist, und fügt an: „Es gibt keinen anderen Verein in Europa, der eine so schnell wachsende Fankultur hat wie wir." 3.000 Zuschauer pilgerten im Schnitt zu Regionalligazeiten die Silbergasse hinauf zum Dietmar-Hopp-Stadion. Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga und dem damit verbundenen Ausbau der Heimspielstätte auf über 6.000 Plätze, stieg auch das Interesse an 1899 Hoffenheim. Der Sprung ins Fußball-Oberhaus forderte einen Umzug für ein halbes Jahr in eine neue Heimat: Das Carl-Benz-Stadion in Mannheim wurde zur uneinnehmbaren Festung für die Gegner. „Wir haben damals unglaublich viele Sympathien gewonnen und sicherlich den größten Schritt in der Fan-Entwicklung gemacht", blickt Mike Diehl gerne an diese erfolgreiche Zeit zurück.

Diehl selbst ist seit 2005 bei 1899 beschäftigt und kümmert sich um alle Belange der Anhänger. „Seit dem Aufstieg von der Verbands- in die Oberliga im Jahr 2000 habe ich das Geschehen in Hoffenheim verfolgt. Nach und nach hat sich hier die Fanszene aufgebaut." Viele der offiziellen Fanclubs sind im sogenannten Fanverband organisiert. Stephanie Horn, die erste Vorsitzende des Dachverbandes und deren Mitarbeiter sowie Emil Vetter, ein 1899-Urgestein, unterstützen Diehl bei der Fanarbeit, der weiß: „Es ist wichtig, den engen und direkten Draht zu den Fans zu pflegen." Horn und Vetter erleben die Hoffenheimer Begegnungen immer im, bzw. vor dem Fanblock. Mike Diehl kann das nur bei Auswärtsspielen, denn bei den Bundesligaspielen in der heimischen Rhein-Neckar-Arena moderiert er die Radio Regenbogen Stadionshow. Souverän führt der ehemalige Radiomoderator die Besucher vor dem Spiel durchs Programm. Wenn er die Mannschaftsaufstellung der Rangnick-Schützlinge verkündet, dauert es nicht mehr lang bis zum Anpfiff. „Das Gefühl gemeinsam mit über 30.000 Fans die Startelf zu präsentieren, erzeugt bei mir jedes Mal Gänsehaut pur." Nach den Heimspielen moderiert Mike Diehl das Puma Sportstudio im Business Club. An jedem Spieltag ist hier im Anschluss an die Partie ein Spieler oder Offizieller von 1899 zu Gast. Wenn in der Arena kein Spielbetrieb ist, werden Stadiontouren angeboten. Auch dafür ist Diehl verantwortlich.

Emil Vetter ist seit 2001 als Fanbeauftragter für 1899 Hoffenheim im Einsatz. Der gebürtige Sinsheimer ist seit der Saison 1995/96 mit Hoffenheim verbunden. Mancher kennt ihn schon aus Verbandsligazeiten, als Vetter noch der einzige Fan mit Trommel und damit nahezu alleine für die rhythmische Unterstützung der Mannschaft zuständig war. Heute kümmert sich Vetter vor allem um die Auswärtsfahrten der Hoffenheimer Fans und hat auch sonst immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Anregungen. Zusätzlich zu seinen Aufgaben für die Fangemeinde der Profis ist Emil Vetter Fanbeauftragter der U23, die sich einer stetig wachsenden Zuschauerzahl erfreut. Bei der U23 und auch bei der U19 ist er außerdem auch für die Organisation des Ordnungsdienstes zuständig. Im Jahr 2000 war Emil Vetter Gründungsmitglied des ersten Hoffenheimer Fanclubs „Zwingerclub". Bis heute sind über 100 weitere dazugekommen und Mike Diehl ist sicher: „Es werden noch viele Fanclubs im Laufe der kommenden Jahre hinzukommen. Die Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen."

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