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U23
29.10.2010

3:0 – U23 schlägt den Spitzenreiter!

Nach einem verdienten 3:0 (1:0)-Sieg gegen Regionalliga-Spitzenreiter Hessen Kassel stürmte die U23 auf den zweiten Platz und verkürzte den Abstand auf den Tabellenführer auf drei Punkte. Trainer Markus Gisdol, der mehrere Akteure ersetzen musste, freute sich über einen insgesamt starken Auftritt seines Teams.

Für die gesperrten Manuel Gulde, Wilson Kamavuaka und Kai Herdling brachte Gisdol Matthias Jaissle, der nach langer Verletzungspause erst kürzlich bei den Profis sein Comeback gegeben hatte, sowie Marco Schäfer im Mittelfeld und Christoph Hemlein als Sturmpartner von Adam Jabiri, der in Abwesenheit Herdlings die Kapitänsbinde trug. Beide Mannschaften schenkten sich von Beginn an nichts, wobei die Hoffenheimer die Anfangsphase dominierten. Andreas Ludwigs Freistoß flog deutlich (3.), Dominik Kaisers 35-Meter-Schuss (8.) nur knapp über das Kasseler Gehäuse. Der Gisdol-Elf war anzumerken, dass sie die drei Punkte im Dietmar-Hopp-Stadion behalten wollte.

Marco Terrazzino kam nach schöner Einzelaktion frei zum Schuss, zielte aber direkt auf KSV-Keeper Morten Jensen, der auch mit Philipp Klingmanns Nachschuss keine Mühe hatte (15.). Als Ludwig von der Strafraumgrenze abzog und die Kugel nur haarscharf am rechten Pfosten vorbeistrich (19.), hätte sich der Tabellenführer nicht über einen Rückstand beschweren dürfen. Doch drei Minuten später war es dann soweit. Klingmann, der auf der rechten Seite regelmäßig für Gefahr sorgte, flankte in den Sechzehner, wo der Ball Ken Asaeda an die Hand sprang. Der Unparteiische Simon Marx deutete sofort auf den Punkt, Jabiri übernahm auch hier Herdlings Rolle und verwandelte sicher zum 1:0 (22.).

Grahl hält Elfmeter

Doch die Führung gab keine Sicherheit, Hessen Kassel nahm nun das Heft in die Hand. Zunächst klärte Klingmann vor dem einschussbereiten Andreas Mayer zur Ecke, nachdem Tobias Damm noch einmal links quergelegt hatte, anstatt selbst den Abschluss zu suchen (24.). Kurz darauf gab es heftige Proteste, als nach einem Eckball die Hoffenheimer die Kugel nicht aus dem Fünfmeterraum bekamen und die Kasselaner Handspiel reklamierten, doch die Pfeife blieb stumm (34.). Drei Minuten später gab es allerdings den ersehnten Elfmeterpfiff. Jaissle hatte gegen Torjäger Thorsten Bauer geklammert, eine vertretbare Entscheidung. Hoffes Torwart-Trainer Oliver Tuzyna wusste es schon vorher: „Andreas Mayer schießt in die linke Torwartecke." Sein Schützling Jens Grahl war also bestens gebrieft - und tatsächlich: Der Ex-Hoffenheimer zielte in die prognostizierte Ecke und Grahl hielt. Durchatmen.

In der Pausenansprache schien Gisdol die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn nach dem Wechsel zeigten die Hoffenheimer wieder die Zähne. Jabiri traf mit einem schönen Schuss aus halblinker Position den Pfosten und war auch sechs Minuten später am 2:0 beteiligt. Nach überragender Vorarbeit durch Terrazzino tauchte er allein vor Jensen auf und schoss ihn an, den Abpraller hämmerte Ludwig von der linken Seite mit seinem starken Fuß unter die Latte. Im Sack waren die drei Zähler allerdings noch lange nicht. Bauer nahm den Ball im Strafraum herrlich mit der Brust an und ließ noch einen Abwehrspieler stehen, schoss dann aber freistehend ans Aluminium (67.). „Wir haben noch einmal alles probiert", sagte Kassels Trainer Mirko Dickhaut. „Aber der verschossene Strafstoß war wohl der Knackpunkt. Solche Aktionen können nunmal Spitzenspiele entscheiden. Das hört sich jetzt vielleicht bei diesem Ergebnis vermessen an, aber ein Unentschieden wäre möglich gewesen." Am Ende kam es sogar noch dicker. Pascal Groß schloss in der letzten Minute einen Konter in abgezockter Manier zum 3:0-Endstand ab.

„Jeder Spieler hat seine Qualitäten"

„Wir haben super ins Spiel gefunden und sind hochverdient in Führung gegangen", resümierte Gisdol. „Danach haben wir etwas den Faden verloren, standen zu tief und haben im Mittelfeld keinen Zugriff mehr gehabt, deshalb habe ich in der Pause auf ein flaches 4-4-2 umgestellt, um die Außen besser in den Griff zu bekommen." Und wie war das mit dem gehaltenen Elfmeter von Jens Grahl? Neben dem Keeper selbst und dem Torwart-Trainer gab es wohl noch einen dritten „Urheber" dieser Parade: „Unser Videoanalyst Johannes Spors hat sich die Kasseler Spiele genau angeguckt und uns darauf hingewiesen. Das zeichnet uns aus: Wir sind ein super Team, auch die Jungs außenrum." Andreas „Bobo" Mayer, von 2006 bis 2008 selbst in Hoffenheim aktiv und Teil jener Mannschaft, die den Aufstieg in die Zweite Liga packte, haderte derweil mit dem Schicksal: „Das ist der erste Elfmeter in acht Jahren, den ich verschieße."

Ersatz-Kapitän und Torschütze Jabiri sprach von einer geschlossenen Mannschaftsleistung und herausragender Kampfbereitschaft. In Bezug auf die zahlreichen Ausfälle sagte er: „Einen Kai Herdling kann man zwar nicht ersetzen, aber jeder Spieler hat seine Qualitäten." Und genau darüber freute sich auch Gisdol besonders: „Viele Jungs wie Marco Schäfer, Jannik Vestergaard oder Robin Szarka haben noch nie auf diesem Niveau, also in einer Regionalliga-Spitzenbegegnung, gespielt. Dafür haben sie ihre Sache sehr ordentlich gemacht. Das ist ein großer Schritt in unserer Entwicklung, denn genau das ist die Qualität, die wir wollen. Im Moment verfügen wir über 15 bis 17 Spieler, die man bedenkenlos auflaufen lassen kann."

1899 Hoffenheim - KSV Hessen Kassel 3:0 (1:0)
Hoffenheim: Grahl - Klingmann, Jaissle (46. Neupert), Vestergaard, Szarka - Ludwig, Kaiser, Schäfer - Terrazzino (76. Thomalla) - Jabiri, Hemlein (68. P. Groß).
Kassel: Jensen - Heussner, Zepek, Grembowietz, Weigelt (49. Gundelach) - Asaeda (73. Koitka) - Damm, Gaede, Mayer (60. Pokar), Ochs - Bauer .
Tore: 1:0 Jabiri (22., Strafstoß), 2:0 Ludwig (56.), 3:0 Groß (90.). Zuschauer: 1.500. Schiedsrichter: Simon Marx (Würzburg). Karten: Gelb für Schäfer, Jabiri, P. Groß, Kaiser / Mayer. Bes. Vorkommnisse: Grahl hält Foulelfmeter von Mayer (37.).

Daten & Fakten zum Spiel »

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