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30.09.2010

1899 in Mainz: Gipfeltreffen mit Parallelen

Ein Spitzenspiel erwartet die Elf von Trainer Ralf Rangnick am siebten Spieltag der Bundesliga. 1899 Hoffenheim reist zum FSV Mainz 05 – sechs Spiele, 18 Punkte, Tabellenführer. Doch auch die Kraichgauer liegen mit elf Zählern und Platz vier „voll im Soll“.

Fußball-Deutschland spricht momentan nur noch von einem Verein - Mainz 05. Die „Bruchweg-Boys" begeistern die Liga mit Offensivfußball und „der Flucht nach vorne". Dass die Mannschaft damit einen Erfolg nach dem anderen einheimst, dürfte niemandem entgangen sein. Und es gibt Parallelen zur Saison 2008/2009. Damals gelang den Hoffenheimern solch ein blitzsauberer Start, der seinen Höhepunkt in der Herbstmeisterschaft fand. Genau hier liegt vielleicht der Vorteil der Kraichgauer gegenüber den anderen Bundesliga-Teams. Denn Hoffenheim kennt die Mainzer Situation und ihre Spielweise nur zu gut, offensives Verteidigen ist auch die Philosophie von Rangnick, der deshalb zurecht sagt: „Wenn wir nicht wissen wie Mainz spielt, wer dann?" Auch „Hoffes" Nummer eins Tom Starke stimmt zu: „Mainz hat einen überragenden Lauf, sie sind zusammen mit den Dortmundern die Mannschaft der Stunde. Aber jede Serie muss irgendwann reißen. Warum sollte sie nicht gegen uns reißen?" Auf Seiten der Mainzer hat man die Ähnlichkeiten der Spielsysteme auch entdeckt: „Hoffenheim hat eine ähnliche Mentalität und ähnliche Prinzipien. Sie haben eine hohe Laufbereitschaft, spielen sehr ballorientiert und sie wollen früh attackieren. Hoffenheim kann gut gegen den Ball und sehr giftig spielen. Ich rechne damit, dass das Spiel tempogeladen wird", sagte Mainz' Chefcoach Thomas Tuchel.

„Mainz hat Qualität"

Dennoch wissen sowohl der Coach als auch die Spieler um die Stärken der Mainzer. „Mainz hat eine herausragende und bemerkenswerte Effizienz. Ihnen reicht oft nur ein einziger Torschuss, um zu treffen und ein Spiel zu entscheiden", lobt Rangnick. Der Leistung der 05er gebührt Respekt, findet der 52-Jährige, doch überrascht ist er davon nicht. „Es ist kein Zufall, wenn man auswärts gegen Bayern, Bremen und einem zwischenzeitlichen 0:3 in Wolfsburg gewinnt. Das sagt schon einiges über die Qualität des Teams aus". Bekanntlich hat die Tuchel-Elf auch ihre drei Heimspiele gewonnen. Damit soll nun aber Schluss sein. „Wir wollen es den Mainzern so schwer wie möglich machen, den siebten Sieg in Folge zu landen", gibt Rangnick als Ziel für das Duell aus.

Keine leichte Aufgabe, zumal Hoffenheim in den vergangenen drei Partien die eine oder andere Schwäche in der Defensive offenbarte. Technische, taktische und individuelle Fehler schlichen sich vermehrt ins Hoffenheimer Spiel ein und auch das Spiel gegen den Ball ist noch verbesserungswürdig. „Teams wie Mainz und Dortmund sind uns da voraus", erklärt Rangnick. Starke verweist auch darauf, dass die Mannschaft in den vergangenen Wochen den Fehler gemacht hat, sich nach dem Spiel des Gegners zu richten und das eigene zu vernachlässigen. „Unsere Stärken liegen im 4-3-3 und der offensiven Verteidigung. Darauf sollten wir uns konzentrieren und nicht auf andere", fordert der Keeper.

Ob Rangnick auf die bewährte 4-3-3-Formation zurückgreift, wollte der Fußball-Lehrer nicht verraten. Fakt ist jedoch, dass dieses System in dieser Saison am erfolgreichsten war. „Das 4-3-3 passt zu Hoffenheim. Und wenn wir drei Stürmer haben, die richtig fit sind, werden wir immer mit drei Spitzen spielen." Peniel Mlapa, der in den ersten vier Partien eine dieser drei Stürmerrollen übernahm, spielt die Systemfrage etwas herunter: „Mir ist es egal, ob wir mit einer, zwei oder drei Spitzen spielen. Wichtig ist doch nur, dass wir am Ende gewinnen."

Rangnick muss umstellen

Nach Wochen ohne verletzungsbedingte Ausfälle, muss Rangnick in Mainz definitiv auf Sebastian Rudy verzichten. Die Wadenmuskulatur bereitet dem Neuzugang Probleme und lässt einen Einsatz nicht zu. Fraglich sind auch Boris Vukcevic und Andreas Beck. Der Kapitän hat unter der Woche einen Schlag aufs Knie bekommen, Vukcevic konnte aufgrund eines grippalen Infekts nicht am Training teilnehmen. Ansonsten sind alle Mann an Bord und werden die Reise zum Tabellenführer antreten, auf die sich Starke, trotz des Wissen um den Mainzer Höhenflug, freut: „Es ist eigentlich ganz schön zu einer Mannschaft zu fahren, die das Team der Stunde ist. Dann die Außenseiterrolle mit dem Bewusstsein mit unserer Leistung, jeden in der Liga schlagen zu können, einzunehmen, ist eine komfortable Situation. Wir wollen auf jeden Fall nach Mainz fahren und ihre Serie beenden."

Daten und Fakten

Mainz 05 jagt den Startrekord der Bundesliga. Mit einem siebten Sieg in Folge hätte die Tuchel-Elf die Spitzenmarke von Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern eingeholt. Mit Blick auf die auf die vergangenen Partien gegen Hoffenheim stehen die Aussichten auf einen siebten Erfolg nicht schlecht. Zwei Mal trafen die beiden Mannschaften in der Bundesliga aufeinander, zwei Mal gingen die 05er als Sieger vom Platz (2:1 und 1:0). Aufs Jubeln dürfen sich sowohl die Fans von Mainz als auch die Anhänger von 1899 vorbereiten. Der Tabellenführer erzielte nach Dortmund (16 Treffer) die zweitmeisten Tore der Liga (14). Hoffenheim traf in den letzten zehn Ligaspielen in Folge - die längste Torserie in der Bundesliga.

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