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16.08.2018

"Wir sind ambitioniert und haben viel vor"

Das Warten hat ein Ende, am Samstag startet die TSG Hoffenheim mit der DFB-Pokal-Partie beim 1. FC Kaiserslautern (15:30 Uhr) in die neue Saison – in ein spannendes Jahr, mit vielen neuen Herausforderungen. Im Interview mit dem am 16. August erscheinenden Vereinsmagazin SPIELFELD sprach Trainer Julian Nagelsmann deshalb über seine Erwartungen, aber auch seine Rolle in der Öffentlichkeit und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs.

Insgesamt sei es "schwierig, international mitzuhalten", sagt Julian Nagelsmann mit Blick auf die horrenden TV-Einnahmen der englischen Premier League. "Ein 25-Jähriger, der bei Manchester United gespielt hat, lacht über die Angebote von Bayern München, weil er das Münchner Jahresgehalt in England in einem halben Jahr verdient.“ Vielmehr fordert der 31-Jährige eine Rückbesinnung zur Nachwuchsförderung: „Wir müssen den Weg, den die Bundesliga mit den Nachwuchsleistungszentren einst beschritten hat, wiederfinden. Da haben wir wohl etwas nachgelassen. Wir müssen noch früher und besser scouten, die Klubs brauchen Trainer, die junge Spieler auch einsetzen. Das ist das Finanzierungsmodell, das die Bundesliga hat. Bei den Transferausgaben dagegen wird es sehr schwer möglich sein mitzuhalten."

Der TSG-Cheftrainer nennt auch Gründe für den Rückschritt: "Junge Spieler immer eine Altersstufe höher zu ziehen, weil sie besonders viel Talent haben, macht sie am Ende eben nicht besser. Ein guter U16-Spieler wird in einer U19, obwohl er vielleicht der Beste ist, kleingehalten und muss die Bälle tragen. Er wird sich nicht entwickeln, weil er persönlich nicht frei ist und sich immer anpassen muss. Die Entwicklung, dass Spieler mit 19 Jahren schon Weltstars sein müssen, bringt keine Topspieler, sondern Mannschaftsdiener hervor. So lernen sie nicht, eine Mannschaft zu führen."

"Ich weiß, was ich der Mannschaft zu verdanken habe"

In der vergangenen Saison erlebte die TSG eine kurze Schwächephase, in der viel Kritik auf Julian Nagelsmann einprasselte: "In den vergangenen Jahren wurde unser sportliches Abschneiden einfach massiv personalisiert. Eineinhalb Jahre lang wurden aus den Erfolgen des Klubs, des gesamten Teams in der Öffentlichkeit immer die Erfolge von Julian Nagelsmann. In der abgelaufenen Saison wurde, was letztlich positiv für die Mannschaft war, in der Krise aber auch alles Negative auf meine Person projiziert. Wenn man alles auf eine Waage legt, dann war es am Ende wohl ausgeglichen. Das, was ich dort zu viel an negativen Urteilen abbekam, hatte ich vorher zu viel an Lorbeeren bekommen. Diese einseitige Berichterstattung ist aber grundsätzlich nicht schön, weil ich weiß, was ich der Mannschaft zu verdanken habe."

Mit seiner Mannschaft erreichte er erstmals die Gruppenphase der UEFA Champions League. Eine Herausforderung, auf die sich der Trainer freut: "Es ist natürlich der bedeutendste Klubwettbewerb. Man kann nichts Größeres erreichen, vor allem als so kleiner Verein wie Hoffenheim. Mal sehen, wen wir zugelost bekommen, wir sind in Topf vier ja ein recht kleines Licht. Es können ordentliche Bretter als Gegner kommen. Das wäre eine tolle Sache. Ich könnte mir vorstellen, dass es lustig wird, wenn Hoffenheim ausgelost wird und sich alle fragen, wer das ist und wo die spielen. Da freuen wir uns drauf."

Auch in der Bundesliga will er erfolgreich abschneiden und hat eine hohe Erwartungshaltung: "Es ist nicht ganz einfach, das einzuordnen, wenn man so erfolgreich war wie wir in den vergangenen beiden Jahren. Wir alle im Klub sind ambitioniert und haben viel vor. Das bestätigen auch die Eindrücke der Vorbereitung und die Attitüde der Jungs. Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer höhere Ziele anstrebe. Aber viel höher als vergangene Saison geht es in der Liga nicht. Wir werden also alles versuchen, damit es wieder so erfolgreich wird."

Außerdem in der neuen SPIELFELD-Ausgabe: Eine Story über Kapitän Kevin Vogt, Steckbriefe der Neuzugänge, alles Wichtige zur Champions League Auslosung und Infos zur TSG-Akademie

 

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