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AKADEMIE
06.10.2016

Prof. Jan Mayer: Vorreiter und Leistungsoptimierer

Den Sportpsychologen der TSG als Pionier auf seinem Feld zu bezeichnen, ist ganz sicher nicht verkehrt. Denn als Prof. Dr. Jan Mayer 2008 in der achtzehn99 AKADEMIE damit anfing, die Sportpsychologie im Trainingsalltag zu etablieren, war davon deutschlandweit in den Nachwuchsleistungszentren noch relativ wenig zu sehen. Heute ist die Basis gelegt und Mayer kann sich bei der TSG mit immer neuen Ideen verwirklichen.

Alles begann im Besprechungsraum des früheren Profi- und heutigen Leistungszentrums in Hoffenheim. Neben Jan Mayer saßen der damalige Akademie-Leiter Bernhard Peters sowie der damals leitende Sportpsychologe der TSG, Hans-Dieter Hermann, um gemeinsam zu erörtern, was für eine optimale sportpsychologische Betreuung im Jugendbereich maßgeblich sein soll. Weil bis dato noch wenig bis gar nichts in diesem Feld gemacht wurde, galt es, Standards zu etablieren.

Mit leuchtenden Augen berichtet der 44-Jährige von diesen spannenden Anfangszeiten bei der TSG. Zuvor hatte der Sportwissenschaftler und Diplom-Psychologe unter anderem die Adler Mannheim, die Nationalmannschaften im Boxen, Skispringen, Handball sowie vielen weiteren Sportarten und die U-Teams des DFB sportpsychologisch betreut.

Dass dieser neue Aspekt des ganzheitlichen Trainings in Hoffenheim Einzug erhielt, geschah vor allem auf Betreiben von Bernhard Peters. „Er wollte es unbedingt“, erinnert sich Mayer. „Von daher war die Sportpsychologie bei den Trainern auch relativ schnell akzeptiert, was mir den Einstieg natürlich erleichtert hat.“

Schon ab der U12 schneller im Kopf

Die ersten Maßnahmen, die Mayer in der Akademie einführte, betrafen das mentale Training, den Umgang mit Stress sowie Teambuilding und psychologische Diagnostik zur Leistungsoptimierung. Später kam als Schwerpunkt auch das Training kognitiver Fähigkeiten hinzu, durch das die Spieler schneller im Kopf werden sollen.

Mit der Zeit setzte der Professor der University of Science (DHfPG) in Saarbrücken seine sportpsychologischen Maßnahmen in immer tieferen Jahrgangsklassen an, sodass die Akademie-Spieler heute schon in der U12 damit in Berührung kommen. Während für die jüngeren Talente mentales Training und Entspannungsübungen in die Einheiten auf dem Platz eingebunden werden, arbeitet die U19 und U17 im sportpsychologischen Bereich vor allem situationsbezogen. „Das können etwa kurze Workshops zur Vorbereitung auf ein Spiel gegen einen Außenseiter oder die Aufarbeitung einer schweren Niederlage sein“, erklärt Mayer.

Die tägliche Arbeit mit den Talenten hat Mayer einhergehend mit seiner Aufgabe beim Profi- und U23-Team der TSG nach und nach an seine Mitarbeiter abgegeben. So ist Caja Schöpf für die Teams der U19, U17 und U16 zuständig, Birgit Prinz betreut den Bereich U15 bis U12. Als Koordinator und im wöchentlichen Austausch mit Schöpf und Prinz hat Mayer aber nach wie vor ein Auge auf die sportpsychologische Arbeit in der Akademie.

Innovative Trainingsmethoden mit der SAP

Neben seiner Tätigkeit bei der TSG arbeitet der umtriebige Sportpsychologe auch noch für eine ganze Reihe anderer Vereine und Verbände. Sein Schwerpunkt ist und bleibt aber die Tätigkeit in Zuzenhausen und Hoffenheim. Schließlich weiß der zweifache Familienvater nicht nur die kurzen Wege aus seiner Heimat Heidelberg, sondern auch die Gegebenheiten bei der TSG sehr zu schätzen. Die enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung innovativer Trainingsmethoden mit der SAP hebt Mayer dabei besonders hervor, denn diese Möglichkeiten erlauben es ihm, vieles weiterzuentwickeln und voranzutreiben. „Die Rahmenbedingungen hier sind einmalig. Wir können methodisch und diagnostisch Maßstäbe setzen. Das ist schon außergewöhnlich.“

Und so hat der Professor auch schon die nächsten Projekte im Kopf. „Virtual Reality“ ist beispielsweise so ein Stichwort, das Mayer gerade umtreibt. Stillstand kommt für den 44-Jährigen seit jenem Tag mit Peters und Hermann im Besprechungszimmer des Leistungszentrums eben nicht infrage: „Wir haben hier eine Vorreiterrolle, und die werden wir nicht vernachlässigen.“

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