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U23
12.11.2015

Yannick Thermann: „Mein Ziel ist die Bundesliga“

Seit Sommer 2007, also seit der U14, ist Yannick Thermann bei der TSG und steht somit in der Liste der dienstältesten Spieler, die ununterbrochen im Verein sind, auf Platz zwei hinter Nicolai Rapp. Derzeit läuft es richtig gut für den 21-Jährigen, der sich in die Stammelf der U23 gekämpft hat.

Thermann ist im Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen, unweit des Sportplatzes „Köpfel“, aufgewachsen und startete seinen fußballerischen Werdegang folgerichtig bei der DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal. Als C-Jugendlicher wechselte er zur TSG und erlebte die Umbruchphase, als aus einem normalen Verein mit normaler Jugendabteilung ein Bundesliga-Klub mit professionellem Nachwuchsbereich wurde, hautnah mit.

Entsprechend viel hat der Mittelfeldspieler – der einst als Stürmer begann und später über die Zehner- auf der Sechserposition landete – zu erzählen. Wolfgang Heller, Xaver Zembrod, Julian Nagelsmann (als Co) und auch Alexander Rosen, um nur einige zu nennen, waren seine Trainer. Mit der U15 erreichte er das Halbfinale um die Süddeutsche Meisterschaft, scheiterte aber äußerst unglücklich im Elfmeterschießen an Eintracht Frankfurt mit dem heutigen Liverpooler Emre Can.

Zwei Jahre später stürmte Thermann mit der U17 nach famoser Aufholjagd in der Liga ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, musste aber mit dem 2:3 beim späteren Champion 1.FC Köln (ein Rückspiel gab es damals aufgrund von Terminengpässen nicht) erneut eine Enttäuschung wegstecken. Doch der Höhepunkt seiner Hoffenheimer Zeit stand da noch bevor, denn als A-Jugendlicher gab er sein Debüt in der Junioren-Nationalmannschaft. Beim 2:0 gegen die Ukraine in Wuppertal wurde Thermann für eben jenen Emre Can eingewechselt. „Eine schöne Erinnerung“, sagt der heutige U23-Spieler. „Der Wimpel hängt bei mir im Zimmer.“

Ich dachte: Champions League ist kein Problem

Mit der damaligen TSG-A-Jugend schrammte Thermann nur knapp an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft vorbei. „Ich bin davon überzeugt, dass wir es damals gepackt hätten, wenn nicht in den entscheidenden Partien Spieler nach oben abgezogen worden wären“, sagt er rückblickend. Am Ende stand zwar mit Platz drei die seinerzeit beste Platzierung einer Hoffenheimer U19, aber das DM-Halbfinale fand ohne Thermann und Co. statt.

Der Start in den Herren-Fußball verlief für den Arztsohn mehr als unglücklich. Zwar stand er am ersten Regionalliga-Spieltag in der U23-Startelf, musste aber nach nur elf Minuten vom Feld. Weil Keeper Tim Paterok wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte, wurde Thermann in der elften Minute ausgewechselt, um Platz für den Ersatztorwart zu machen. „Das war bitter. In den Folgewochen kamen dann immer wieder Jungs aus dem Profi-Kader runter, da war ich erstmal raus.“ Kleinere Blessuren taten ihr Übriges.

Das hatte sich Thermann, der nach seinem Abitur sein Freiwilliges Soziales Jahr in der achtzehn99 AKADEMIE leistete, anders vorgestellt. „In der U19 dachte ich: Champions League ist kein Problem. Später stellt man dann fest: Selbst in Pfullendorf musst du dich erstmal durchsetzen“, gibt er zu, den Sprung vom Jugend- zum Erwachsenen-Fußball unterschätzt zu haben. Dennoch hält er an seinen ursprünglichen Ambitionen fest: „Mein Ziel ist immer noch die Bundesliga!“

„Dann trainiere ich eben mehr als die anderen“

In seinem zweiten Senioren-Jahr ging es zunächst gut los. Am ersten Spieltag legte Thermann mit einem 30-Meter-Tor den Grundstein zum 3:1-Erfolg gegen Hessen Kassel, doch in der Folge verringerten sich seine Einsatzzeiten wieder. Der Heidelberger ließ sich aber nicht hängen. „Ich habe mir gesagt: Wenn ich nicht spiele, dann trainiere ich eben mehr als die anderen.“

Zuletzt hat die Arbeit Früchte getragen. „Ich habe beim 4:2 in Neckarelz meine Chance bekommen und sie genutzt“, sagt er selbstbewusst. In den jüngsten sieben Partien stand er immer in der Startelf, spielte zuletzt jeweils durch und hat bereits drei Tore auf dem Konto – so viele wie in den beiden Jahren zuvor zusammen.

Am Ende der Saison läuft sein Vertrag aus. „Bis dahin will ich noch viele Tore schießen und mich für höhere Aufgaben empfehlen“, sagt der Heidelberger, der auch auf zwei Testspiel-Einsätze für die Profis zurückblicken kann und seine Stärken im technischen Bereich sowie in der Spielübersicht und Schnelligkeit sieht. „Wir haben jetzt vier Mal hintereinander gewonnen und auch gegen die Spitzenteams der Liga bewiesen, mithalten zu können. Ich denke, dass ein Platz unter den ersten Fünf durchaus möglich ist.“

Yannick Thermann ist angekommen im Herren-Fußball. „In der U19 hat es gereicht, einfach nur gut Fußball zu spielen. In der U23 hast du es dann plötzlich mit Gegnern zu tun, die dich kaputt treten wollen. Am Anfang macht das wenig Spaß, mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Fußball ist ein Fehlerspiel, deshalb muss man zusätzlich hart trainieren, um so wenige wie möglich zu machen. Es lohnt sich immer.“

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