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18.06.2015

Jiloan Hamad: "Bin bei der TSG sehr gut aufgehoben"

Er wollte erst im Juli wieder zur TSG kommen, nach einem halben Jahr Ausleihe an Standard Lüttich. Das Schicksal hat anders entschieden. Seit zwei Monaten trainiert Jiloan Hamad nach seinem Riss des hinteren Kreuzbandes in der Reha GmbH der TSG. Er sei froh, in Hoffenheim zu sein, sagt er und wirkt bei dem Gespräch mit achtzehn99.de zielstrebig, dankbar und fröhlich.

Hallo Jiloan, wie geht es dir?

Jiloan Hamad: Mir geht es wieder gut. Die ersten Wochen nach der Operation waren schlimm. Ich musste sieben Wochen an Krücken gehen und hatte Schmerzen. Aber mittlerweile ist es gut. Ich kann normal laufen und trainiere jeden Tag.

Wie schwer war es für dich zu verstehen, dass der Körper von heute auf morgen nicht mehr richtig funktioniert? 

Hamad: Das war sehr schwer. Nach der Verletzung in Belgien dachte ich erst, es würde nur drei Monate dauern, bis ich wieder zurückkomme und spielen kann. Dann war ich in Straubing bei meinem Operateur, der mir gesagt hat, es dauert zehn Monate bis das Knie wieder geheilt ist und es muss operiert werden. Dieser Moment war schlimm, aber es ist passiert und was sollte ich anderes machen, als es zu akzeptieren. Ich wusste, ich muss positiv denken. Es ist ein langer Weg ist, aber ich gebe mein Bestes.

Wann war der Zeitpunkt, an dem du wieder nach vorne geschaut hast?

Hamad: Die ersten drei, vier Tage nach der Operation waren nicht schön. Ich musste viele Schmerzmittel nehmen, aber nach einer Woche dachte ich mir: Du wirst aus dieser Sache gestärkt hervorgehen. Jetzt, zwei Monate nach der OP, habe ich die Situation akzeptiert. Aber zu Beginn war es sehr schwer für mich, die anderen Spieler auf dem Feld zu sehen. Außerdem hatte ich mich gerade für die Ausleihe nach Lüttich entschieden, wo es mir auch gefallen hat und ich gut gespielt habe. Was ich allerdings direkt nach der OP wusste, war, dass ich in Hoffenheim mein Bestes geben würde, um zurückzukommen.

Hast du einen Plan für die kommende Zeit?

Hamad: Der Arzt hat mir einen Plan für jeden Schritt gegeben, den ich gemeinsam mit dem Reha-Team gehe. Wir sprechen nicht über einen Zeitpunkt meines Comebacks, aber wir haben einen Plan. 

Was darfst du mit dem Knie wieder machen?

Hamad: Ich darf wieder normal und mit voller Belastung gehen. Vielleicht bin ich einer Woche soweit, langsam mit dem Joggen zu beginnen. Im Vordergrund steht momentan der Muskelaufbau und die volle Beweglichkeit wieder zu erlangen. In den ersten drei Monaten muss ich vorsichtig sein und mein Knie wieder an die Belastung gewöhnen. 

War es deine Entscheidung, die Reha in Hoffenheim zu machen?

Hamad: Ja, ich habe das so entschieden. Ich hatte aber vom ersten Tag an viel Unterstützung aus Hoffenheim. Alexander Rosen und die Mannschaftsärzte haben mir sofort geschrieben und mich aufgemuntert. Ich dachte, ich würde im Sommer auf jeden Fall wieder hierher zurückkommen. Ich fühle mich hier sehr wohl und das Reha-Team ist super. 

Niklas Süle hatte eine ähnliche Verletzung wie du. Habt ihr darüber gesprochen?

Hamad: Ja und ich habe ihm viele Fragen gestellt. Wie lange dauert es, bis die Muskulatur wieder aufgebaut ist? Wann konnte er das erste Mal wieder joggen? Niki ist aber auch auf mich zugekommen und hat mir geraten, immer positiv zu denken. 

Die Verletzung ist im Training passiert. Kannst du dich daran erinnern?

Hamad: Ich glaube nicht, dass ich diesen Tag jemals vergessen werde. Ich war ein bisschen müde an diesem Tag. Wir waren zuvor eine Woche im Trainingslager und am Tag danach hatten wir wieder Training. Wir haben Sechs-gegen-Sechs gespielt. Das Training war fast zu Ende, es war meine letzte Aktion. Das Trainingslager zuvor war sehr anstrengend und mein Fuß ist dann einfach im Rasen hängen geblieben und dann ist es passiert. 

Wer unterstützt dich in deiner Reha-Phase?

Hamad: Die TSG hat mich vom ersten Tag an unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar. Mein Vertrag in Belgien läuft noch bis Ende des Monats, aber es war kein Problem, meine Reha hier zu machen. Als ich hier ankam, war alles schon geregelt. Ich hatte einen Termin beim Arzt, Behandlungstermine in der Reha. Jeden Tag bekomme ich Anweisungen und werde hier perfekt betreut. Vom ersten Tag an habe ich mich hier gut aufgehoben gefühlt. Meine Familie ist nicht hier, aber direkt nach der Operation hat sie mich hier einen Monat unterstützt. Das hat mir auch sehr geholfen. 

Hast du ein großes Ziel oder setzt du dir viele kleine?

Hamad: Ich setze mir jeden Tag ein neues Ziel und weiter als einen Monat denke ich nicht voraus. Ich habe Geduld und möchte mich nicht unter Druck setzen. Lieber dauert es am Ende einen Monat länger, dafür komme ich dann aber mit 100-prozentiger Leistungsfähigkeit zurück. Es wäre schön, wenn ich in der Wintervorbereitung wieder voll einsteigen könnte. Jeder Tag früher ist natürlich umso schöner.

Wie haben sich deine Pläne in den letzten Monaten verändert?

Hamad: Die erste Saisonhälfte in Hoffenheim lief für mich leider nicht so gut. Nach der Hinrunde habe ich mir dann die Frage gestellt: Soll ich hier bleiben oder ins Ausland gehen? Ich habe mit den Verantwortlichen gesprochen und wir haben dann zusammen entschieden, dass es für mich gut wäre, die Option zu wählen und im Ausland zu spielen. Ich wollte natürlich spielen, ich war Teil der schwedischen Nationalmannschaft und wusste, dass ich dort nur spielen würde, wenn ich auch regelmäßig in einem Verein zum Einsatz komme. Ich bin erst 24 Jahre alt und weiß, ich muss und möchte auf dem Platz stehen. Es war klar, dass ich im Sommer zur TSG zurückkommen würde. Ich habe es als Chance gesehen, als stärkerer Spieler zurückzukehren. Dann habe ich mich leider verletzt und meine Pläne waren erstmal dahin. Dennoch bleibt mein damaliger Plan auch bestehen. Ich werde jetzt zwar sechs Monate länger brauchen, habe aber keine Bedenken. Ich werde dann nur noch stärker sein und mein Bestes geben, wenn ich wieder fit bin.

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