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U23
28.06.2013

Kevin Conrad: Abschied nach sieben Jahren

Für U23-Spieler Kevin Conrad geht die Hoffenheimer Zeit zu Ende. Nicht schlagartig, aber nach und nach. Der Abwehrspieler – der sich nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch als Mensch viele Freunde gemacht hat – wird die Kraichgauer nach sieben Jahren verlassen. Im Moment bestreitet der 22-Jährige aber mit dem Kader von Trainer Thomas Krücken noch die Saisonvorbereitung.

2006 kam „Connes“ vom FV Lauda nach Hoffenheim, wo er mit den B-Junioren die Qualifikation für die neu geschaffene Bundesliga schaffte. Mit gerade mal 16 hatte er sein Elternhaus verlassen und war bei einer Gastfamilie eingezogen. Die Entbehrungen schienen bald Früchte zu tragen, denn schon als A-Jugendlicher wurde er vom damaligen Cheftrainer Ralf Rangnick mit einem Profivertrag ausgestattet und ins Trainingslager nach La Manga mitgenommen. In der Bundesliga saß er mehrere Male auf der Bank – aber zu einem Einsatz ist er bis heute nicht gekommen.

Im Herbst 2009 nahm Conrads Karriereverlauf einen Knick, als er sich im Oberliga-Spiel der U23 gegen den FC-Astoria Walldorf eine Verletzung zuzog, die zunächst „nur“ als Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde. Später stellte sich aber heraus, dass zusätzlich auch ein Halswirbel in Mitleidenschaft gezogen worden war, ständige Kopfschmerzen waren die Folge. Den Aufstieg in die Regionalliga erlebte er so mehr oder weniger von der Tribüne aus mit. „Kaum war ich wieder fit, habe ich mir in der Vorbereitung 2010 eine komplizierte Bänderverletzung zugezogen“, sagt der gelernte Verteidiger. Es folgte eine weitere lange Pause, fast zwei Jahre hat Kevin Conrad so verloren. In dieser Zeit hat er sein Abitur an der Friedrich-Hecker-Schule mit 1,8 bestanden und sich so den Weg für die Zeit nach dem Fußball geebnet.

Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie

Unter Holger Stanislawski und Markus Babbel durfte Conrad erneut regelmäßig bei den Profis trainieren, sportliche Heimat blieb aber die U23. Immerhin wurde er von Rückschlägen verschont und blieb in 2012/13 komplett verletzungsfrei. In Karlsruhe, wo er heute auch wohnt, hat der 22-Jährige ein Maschinenbaustudium begonnen, das er nun aber abbricht, um an der Euro-FH Hamburg ein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie zu beginnen.

Und wie geht es sportlich weiter? „Mein Vertrag ist ausgelaufen und ich wollte nochmal schauen, was nach oben für mich möglich ist“, so Conrad. „Leider haben sich aber einige Optionen in letzter Minute zerschlagen.“ Ab dem 1. Juli ist der Abwehrspieler, der in 53 Regionalliga-Spielen zwei Tore erzielte, also vereinslos. „Ich darf aber weiterhin mit der U23 trainieren und bin sogar in Testspielen einsatzberechtigt“, kann sich „Connes“ weiter in Top-Form halten. „Jetzt muss ich eben abwarten.“

Egal, wohin es den gebürtigen Künzelsauer verschlägt, etwas Wehmut wird schon mitschwingen, wenn nach dann über sieben Jahren seine Hoffenheimer Zeit zu Ende geht. „Der Oberliga-Aufstieg, die optimalen Trainingsbedingungen, die Zeit bei meiner Gastmutter Roswitha Hilscher, daran denke ich sehr gerne zurück. Die ganzheitliche Betreuung im Verein habe ich ebenfalls genossen – auch wenn ich sie nicht sehr in Anspruch nehmen musste“, ergänzt er augenzwinkernd. „Aber es war gut zu wissen, dass sich jemand um mich kümmert, wenn ich Probleme kriegen sollte.“

Natürlich bleibt der Berufswunsch „Profi-Fußballer“ auch für Kevin Conrad die erste Wahl. „Doch in eins bis zwei Jahren muss sich entscheiden, wohin mein Weg geht. Jetzt freue ich mich auf den Start meines Studiums und auf das, was kommt.“ Die TSG 1899 Hoffenheim wünscht „Connes“ auf diesem Wege alles Gute!

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