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PROFIS
10.07.2013

Der Footbonaut: High-Tech im 1899-Training

Fußball-Training durch Roboter? Was verrückt klingt, wird im Profifußball immer öfter zur Realität - auch in Hoffenheim. Der Footbonaut, eine Anlage wie aus einem Science-Fiction-Film, soll dabei helfen die Handlungsschnelligkeit der Spieler zu verbessern – eine sehr wichtige Eigenschaft im modernen Fußball auf höchstem Niveau.

Die TSG bekommt in Kürze einen solchen Fußball-Roboter. Dafür wird auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen eigens eine Halle gebaut - die Arbeiten haben schon begonnen. "Wenn alles nach Plan verläuft, können unsere Mannschaften Anfang des kommenden Jahres erstmals mit dem Footbonauten trainieren", sagt Bernhard Peters, Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung bei 1899 Hoffenheim.

Erfunden und entwickelt wurde der quadratische Trainingskäfig vom Berliner Tüftler Christian Güttler. "Der Trainingseffekt ist klar nachweisbar", sagt der 38-jährige Musikwissenschaftler und zieht einen Vergleich zwischen dem Erlernen eines Musikinstruments und dem Verbessern der koordinativen Fähigkeiten im Fußball: "Wiederholung und Intensität spielen eine gravierende Rolle, wenn man eine komplexe Sache perfekt beherrschen will. Egal, ob ich Fußball, Tennis oder Klavier spiele."

Peters spricht von einem "stabilen Trainingsgerät, dessen Software seit 2008 immer weiter entwickelt wurde". Es soll bei den Spielern vor allem eine Verbesserung im technisch-koordinativen Bereich, aber auch in der kognitiven Handlungsschnelligkeit bewirken. "Passschärfe und Passgenauigkeit werden ebenso gefördert wie das Wahrnehmen und Entscheiden zur optimalen Ballannahme und –mitnahme zum Passziel", sagt Peters.

Acht Ballschussmaschinen, 72 Quadrate

14 auf 14 Meter betragen die Maße der Anlage. An den Wänden befinden sich 72 quadratische Felder, die in zwei Reihen übereinander angeordnet und mit Lichtleisten umrandet sind. An jeder der vier Seiten verfügt der "Footbonaut" über zwei Abschussmaschinen für Fußbälle, bei denen Schusshärte und Spin eingestellt werden können. "Die Bälle kommen mit verschiedensten Zuspielarten und aus allen Himmelsrichtungen", sagt Peters.

Der Spieler positioniert sich in der Mitte der Anlage und wird dort von einer der Ballmaschinen angespielt. Eines der Quadrate leuchtet gleichzeitig auf. Ziel ist es, den Ball anzunehmen, zu kontrollieren und so schnell wie möglich in das erleuchtete Quadrat zu platzieren. "Wenn ein Spieler 15 Minuten da reingeht, hat er fast so viele Ballkontakte wie sonst in einer normalen Trainingswoche", sagt Güttler.

Bei der TSG werden sowohl die Jugendmannschaften der Akademien ab der U12 als auch die U23 und die Profis mit dem Gerät trainieren. "Der Footbonaut ermöglicht ein sehr individualisiertes Training. Zudem erlaubt uns diese Maschine das Training genau zu steuern, die Ergebnisse zu objektivieren und in der dazugehörigen Software zu dokumentieren", sagt der Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung.

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