Alle Ergebnisse
FRAUEN
10.06.2012

U17-Juniorinnen: Hoffenheim ist Deutscher Meister

Die U17-Juniorinnen von 1899 Hoffenheim haben sich zum Abschluss einer tollen Saison die Krone aufgesetzt. Hoffenheim entschied das Finale um die Deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaft gegen den 1. FFC Turbine Potsdam mit 3:1 (3:0) für sich. Nach dem Sieg über den Serienmeister Potsdam kannte der Jubel im Dietmar-Hopp-Stadion keine Grenzen mehr.

„Heute kannst du eine Erfolgsgeschichte schreiben“, hatte Janina Meißner vor dem Spiel zu mir gesagt. Sie sollte Recht behalten. Aber eigentlich hat die Erfolgsgeschichte der U17-Juniorinnen schon lange vor dem Finale gegen Turbine Potsdam begonnen. Allein der Weg ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ist der Mannschaft und dem Trainerteam hoch anzurechnen: Souveräner Meister der EnBW-Oberliga, Aufstieg in die B-Juniorinnen-Bundesliga, Vizemeister bei den Süddeutschen Meisterschaften, Sieger der Zwischenrunde der Deutschen Meisterschaft. Alles in allem war es die perfekte Saison für Hoffenheims U17, an deren Ende sich das Team mit dem Deutschen Meistertitel krönte.

Gänsehautstimmung kam im Finale gegen den neunfachen Deutschen Meister Tubine Potsdam bereits auf, als die Spielerinnen Arm in Arm der Nationalhymne lauschten. Was in den folgenden 40 Minuten vor 850 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion auf dem Platz passierte, war laut U16-Nationaltrainerin Anouschka Bernhard „schon ein wenig überraschend“. Nicht der Serienmeister bestimmte das Spiel in der ersten Halbzeit, sondern Hoffenheim spielte befreit auf, die Spielerinnen wirkten weder nervös noch aufgeregt. Anfängliche Nervosität war eher auf der Trainerbank zu spüren. Auf dem Feld waren es die Hoffenheimerinnen, die das Spiel der Gäste schon so früh zerstörten, dass es kaum zur Entfaltung kommen konnte.

Noch vor zwei Jahren, als sich die beiden Mannschaften in Potsdam im Finale gegenüber standen, wiesen die Brandenburgerinnen Hoffenheims U17 in die Schranken und entschieden die Meisterschaft zu ihren Gunsten – 2012 ließ spätestens die 20. Minute auf ein anderes Ergebnis hoffen: Janina Meißner leitete aus dem Mittelfeld einen der schönsten Spielzüge der Partie ein, startete dann an den Fünfmeterraum durch, um wenige Sekunden später den Führungstreffer zu bejubeln. Selina Häfele bediente Judith Steinert während Meißners Sprint in den 16er auf der linken Seite. Steinert behielt die Übersicht und passte quer zu Meißner. Der Ball landete im Netz – 1:0 Hoffenheim. Sechs Minuten später schien Trainer Frank Fürniß nicht so recht zu wissen, ob er jubeln sollte. Etwas ungläubig blickte er zu seinen Trainerkollegen, als sich Lisa Eiberger und der Rest des Teams über das 2:0 freuten. Nach einer Ecke von Häfele, stand sie am langen Pfosten frei. Per Volleyabnahme landete der Ball im rechten oberen Toreck. Ein Zwei-Tore-Vorsprung gegen den Serienmeister, der bis dahin nicht eine gute Gelegenheit hatte und im Spiel nach vorne meist mit langen Bällen agierte, schien fast zu überraschend. Kurz darauf nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf. Auf der linken Seite sprintete Tessa Siller ihrer Gegenspielerin davon, legte quer zu Steinert, die am Fünfer lauerte und keine Schwierigkeiten hatte, das 3:0 zu erzielen. Für Hoffenheim war es eine perfekte erste Hälfte, in der es durch Effektivität (drei Chancen, drei Tore) überzeugte und das Publikum immer wieder mit schönen Spielzügen erfreute. Auch Torhüterin Nicole Vuk durfte sich noch vor der Pause auszeichnen, als sie Potsdams beste Torchance im Eins gegen Eins gegen Lara Junge vereitelte.

Vuk wächst über sich hinaus

Ihre Paraden sollten sich in der zweiten Halbzeit noch als äußerst wichtig erweisen, denn nach der Pause zeigten die Gäste, warum sie nicht ohne Grund neun Mal Deutscher Meister waren. Mehrmals rettete Vuk im Eins gegen Eins, kurz nach Wiederanpfiff entschärfte sie einen guten Kopfball von Jeanine Stöfhas, den sie gerade noch über die Latte lenkte. Als Venus El-Kassem allein vor ihr auftauchte, war sie nach dem ersten Schuss schon auf dem Boden, bekam ihre Hand aber auch noch an den zweiten Versuch der Potsdamerin und wurde für ihre starke Abwehraktion mit Applaus aus dem Publikum bedacht. „Heute ist Nicole über sich herausgewachsen“, sagte Trainer Fürniß später. Nur beim Anschlusstreffer durch Nina Fischer in der Nachspielzeit war sie machtlos – zu diesem Zeitpunkt stand der neue Deutsche Meister aber schon fest. Denn selbst, wenn Potsdam Hoffenheim in der zweiten Halbzeit unter Druck setzte, war den Kraichgauerinnen anzumerken, dass sie sich den Drei-Tore-Vorsprung nicht mehr nehmen lassen würden. Zu groß waren Wille, Kampfgeist und das Verlangen danach, die Meisterschale in den Händen zu halten.

Während sich das Trainerteam am Spielfeldrand in den Armen lag, die Zuschauer auf den Rängen den hochverdienten Applaus spendeten und die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes alles für die Siegerehrung vorbereiteten, schrien die Spielerinnen vor Freude und Begeisterung. Am schönsten war jedoch der Blick in die Gesichter der Spielerinnen, die vor Freude strahlten und aus denen das Lächeln zu keinem Zeitpunkt entwich. Nicht bei der Siegerehrung, nicht als die Eltern und Freude auf den Platz kamen, nicht bei unzähligen Fotos, nicht einige Stunden nach dem Spiel.

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Die Mannschaft hat eine herausragende Saison gespielt und sich selbst am Ende das schönste Geschenk gemacht“, sagte der überglückliche Trainer Frank Fürniß, dem auch die Bierdusche nicht erspart blieb und der zusammen mit Tarek Betz, Sebastian Haag und Carsten Lehmann für die Erfolgsgeschichte verantwortlich ist. Für die Hoffenheimer Nachwuchsabteilung ist es der dritte große Erfolg nach der Deutschen B-Junioren-Meisterschaft 2008 und dem Pokalsieg der A-Junioren 2010.

1899 Hoffenheim: Vuk, Joisten, Eiberger, Bogenschütz, Rippberger, Weiss, Häfele, Bertsch, Siller, Steinert, Meißner, Schlee, Waßmuth, Deckenbach, Leschik, Zinner, Gajdera, Linßen, Wolf, Schanz

Tore: 1:0 Meißner, 2:0 Eiberger, 3:0 Steinert, 3:1 Fischer

Jetzt Downloaden!
Seite Drucken nach oben