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26.10.2012

Stellungnahme der TSG zum Thema „Sicheres Stadionerlebnis“

Die TSG 1899 Hoffenheim hat am Freitag Ihre Stellungnahme zu den Ergebnissen der Kommission „Sicheres Stadionerlebnis“ an die DFL übermittelt. Darin machte die TSG deutlich, dass sie die Vorgehensweise der DFL, im Dialog mit der Politik, insbesondere dem Bundesinnenminister sowie den Innenministern der Länder, auf die anhaltende Diskussion über Gewalt in deutschen Stadien mit einer Kommission Sicherheit zu reagieren, für richtig hält. Allerdings wurde auch zum Ausdruck gebracht, dass nach Ansicht des Clubs wohl ein Großteil der Irritationen und Missverständnisse hätte vermieden werden können, wäre die Kommission von vorneherein als Dialog zwischen Vereinsvertretern, DFL und Fans konzipiert gewesen.

Ein großer Teil der Kritik fokussiert sich auf die Empfindung von Fangruppen, nicht in angemessener Art und Weise an der Diskussion beteiligt worden zu sein. Die TSG ist der Überzeugung, dass ein Konzept nur Akzeptanz in der Breite haben kann, wenn es von allen Beteiligten getragen wird. Ansonsten ist zu befürchten, dass es zu einer von den Inhalten unabhängigen Ablehnung durch weite Teile der Fans kommen wird.

Die im Sicherheitspapier definierten Handlungsfelder betrachten die Verantwortlichen ebenfalls als die wichtigsten Themengebiete, auf denen durch geeignete Maßnahmen Verbesserungen bzgl. eines „sicheren Stadionerlebnisses“ erreicht werden können. In den einzelnen Feldern finden sich eine Vielzahl von Maßnahmen, die unstrittig und entweder bereits umgesetzt sind oder sehr kurzfristig umgesetzt werden könnten. Insbesondere sämtliche Instrumente des Dialogs sowie weite Teile der präventiven Maßnahmen sind ohne Zweifel als förderlich und schnell realisierbar zu betrachten. Die Verantwortlichen führten weiter an, dass man bei isolierter Betrachtung der TSG zu der Erkenntnis gelangen würde, dass eine Vielzahl von Maßnahmen aufgrund des vergleichsweise geringen Gewaltpotenzials schlicht überdimensioniert erscheinen würde.

Die relativ breite Ablehnung des Papiers resultiert aus Club- Sicht daraus, dass zum einen angenommen wurde, man müsse sich in Gänze für oder gegen die DFL-Vorlage entscheiden und zum anderen Zusammenhänge zwischen Handlungsfeldern und Maßnahmen angenommen wurden, die zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation sind.

Die TSG 1899 Hoffenheim vertritt die Ansicht, dass sowohl eine Erweiterung als auch eine inhaltliche Präzisierung für die Akzeptanz und die Umsetzbarkeit des Konzeptes notwendig sind. Die Fanvertreter sollten deshalb dringend in geeigneter Form eingebunden werden, um einen zielführenden Dialog zu ermöglichen. Außerdem besteht die Notwendigkeit einer sehr präzisen Formulierung der Maßnahmen und Verantwortungen in Form einer Entscheidungsvorlage, um den Clubs eine abschließende Beurteilung zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine Entscheidung am 12.Dezember 2012 als zu früh. Dem Dialog mit den Fans sowie der anschließenden präzisen Ausarbeitung einer Entscheidungsvorlage sollte die entsprechende Zeit eingeräumt werden. Im Zweifel erscheint eine spätere Entscheidung mit breiterer Mehrheit zielführender als die schnelle Durchsetzung umstrittener Maßnahmen.

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