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PROFIS
29.08.2011

Das Spielerduell: Chinedu Obasi vs. Dominik Kaiser

Beide spielen für 1899 Hoffenheim und beide verbindet neben ihrem fußballerischem ein weiteres sportliches Talent – Tischtennisspielen. Sowohl Dominik Kaiser als auch Chinedu Obasi gelten als die stärksten Tischtennisspieler im Kader. Aber welcher ist das Quentchen besser? achtzehn99 hat beide zum Duell aufgefordert!

Tischtennis im Freibad und in den Straßen von Enugu

Fragt man Dominik Kaiser, wann und wo er Tischtennisspielen gelernt hat, erhält man die wohl klassische Antwort eines in Deutschland aufgewachsenen Jungens: „Im Freibad natürlich. Da wurde an heißen Tagen von morgens bis abends an der Platte gezockt.“ Der defensive Mittelfeldspieler, der seine Bundesligapremiere am letzten Spieltag der vergangenen Saison erlebte, verbrachte seine Kindheit auf dem Land, genauer in Waldstetten, eine Gemeinde im Ostalbkreis mitten in Baden-Württemberg.

Auch Obasi lernte das Tischtennis spielen in seiner Kindheit in Nigeria, wo er in Enugu, einer Stadt mit knapp einer halben Millionen Einwohnern, aufwuchs. „Ich komme übrigens aus demselben Stadtteil wie Jay-Jay Okocha,“ sagt Chinedu auf seine Heimatstadt angesprochen. Die Situation der Leute dort beschreibt er so: „Enugu ist keine arme Stadt, den Leuten dort geht es viel besser als in anderen Teilen des Landes.“

Tischtennis wurde an vielen öffentlichen Plätzen über die ganze Stadt verteilt gespielt. „Meine Kumpels und ich sind fast jeden Tag mit Fußball und Tischtennisball losgezogen und haben Spaß gehabt. Wenn Du als Herausforderer an die Platte wolltest, musstest Du immer einen bestimmten Betrag bezahlen. Deshalb war es wichtig, dass man gut ist und gewinnt.“ Wenn mal keine Platte frei war, half man sich aus: „Wir haben alte Türen genommen und ein Brett in der Mitte als Netzersatz befestigt. Schläger haben wir uns aus Holz selbst geschnitzt und dann losgelegt.“

Technik vom Straßenfußball

Seit Obasi seine lange Verletzungspause hinter sich gebracht hat und er die komplette Vorbereitung absolvieren konnte, ist er wieder zum festen Bestandteil des Teams geworden. Er stand bei allen Pflichtspielen von 1899 in der Startformation und deutete bereits wieder an, warum er sich in der Zweitligasaison und der ersten Bundesligasaison so viele Freunde und Fans im Kraichgau gemacht hatte. Seine Dynamik, sein Auge für den Mitspieler und vor allem seine unglaubliche Technik machen ihn zu einem Ausnahmefußballer. Wie seine Fähigkeiten beim Tischtennis, entspringt auch seine fußballerische Technik der Übung in früher Kindheit. „Egal was es war, solange es rund war, habe ich es hochgehalten,“ erzählt Obasi lachend. „Wenn mir meine Mutter eine Orange gegeben hat, habe ich die auch als Fußball benutzt. Das gab dann allerdings Ärger.“

Fußball und Studium

Als Obasi und Co. gerade die Bundesliga in der allerersten Saison verzauberten, wechselte Dominik Kaiser vom Oberligisten 1. FC Normannia Gmünd nach Hoffenheim, genauer gesagt, in die U23 Abteilung des Clubs. „Das war damals schon ein Riesenschritt für mich,“ gesteht Kaiser. „Hoffenheim kannte ich bis dahin nur aus dem Fernseher.“ Auch Chinedu Obasi? „Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich Chinedu das erste Mal bewusst wahrgenommen habe. Das war im Spiel gegen den Hamburger SV, damals noch in Mannheim. Edu machte ein Riesenspiel.“

Zu diesem Zeitpunkt stand für Kaiser noch die U23 im Fokus. „Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass es irgendwann einmal für die Profis reicht. Das war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht abzusehen.“ Wie alle U23 Spieler musste daher auch Kaiser neben der fußballerischen Ausbildung eine alternative Zukunftsplanung entwickeln. „Uns wurde es vom Club ganz klar vorgegeben, dass wir uns nicht nur auf den Fußball konzentrieren dürfen. Manche gingen noch zur Schule, andere machten eine Ausbildung. Ich habe mich für ein Studium entschieden.“ Kaiser studiert im fünften Semester Sport und Mathematik auf Lehramt. „Jetzt, da ich den Profivertrag unterschrieben habe, liegt das zwar erstmal auf Eis. Ich finde es aber wichtig, dass ich mich neben dem Fußball auch in anderen Bereichen weiterentwickle. Irgendwann will ich das auch abschließen.“

Das Duell – Sieg für Kaiser!

Nach kurzer Aufwärmphase und ein bisschen Einspielen geht es los. Gespielt werden zwei Gewinnsätze. Der Sieger eines Satzes ist, wer zuerst elf Punkte hat, der Aufschlag wechselt alle zwei Punkte. Es beginnt Obasi. Von Beginn an ist klar, dass keiner der beiden Kontrahenten hier etwas zu verschenken hat. Obasi arbeitet an der Platte wie auf dem Feld mit vielen Tricks und angeschnittenen Bällen. Doch Kaiser lässt sich nicht verwirren, behält die Übersicht und punktet mit harten Schmetterbällen. Der erste Satz geht mit 11:6 klar an den defensiven Mittelfeldspieler.

Seitenwechsel zum zweiten Durchgang. Obasi legt los wie die Feuerwehr und geht mit 5:0 in Führung. Doch Kaiser lässt sich nicht beirren, bleibt ruhig und kommt auf 6:7 ran. Wieder hat Obasi seinen harten Schmetterbällen nichts entgegenzusetzen. Der Satz endet 11:7 und Kaiser gewinnt das Duell! Obasi zeigt sich als fairer Verlierer, gratuliert dem Kontrahenten zum Sieg und fordert im gleichen Atemzug eine Revanche: „Das wiederholen wir demnächst, alles klar?“ Weder Kaiser noch achtzehn99 haben etwas dagegen…

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