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U23
14.12.2010

Rosen: Eineinhalb lachende Augen

Am Sonntag bestritt die U23 ihr letztes Pflichtspiel im Kalenderjahr 2010. Dabei stand ein Mann im Mittelpunkt: Alexander Rosen absolvierte die letzten 50 Minuten seiner aktiven Laufbahn und zieht nun die Fußballschuhe – bildlich gesprochen – für immer aus.

Am Ende ging alles ganz schnell. Ein Foul, ein Pfiff - und während der Spielunterbrechung in der 50. Minute deutete U23-Coach Markus Gisdol den Wechsel an. Stadionsprecher Horst Heinlein, der zu Beginn der Partie bereits angekündigt hatte, dass es Rosens letztes Spiel sein würde, verabschiedete den 31-Jähren um 14:59 Uhr in den fußballerischen Ruhestand. Wilson Kamavuaka, der für die Nummer 25 in die Partie kam, umarmte seinen Teamkollegen und auch alle anderen Ergänzungsspieler, die sich gerade hinter der Torauslinie warmliefen, eilten herüber, um Rosen auf die Schulter oder den kahl geschorenen Kopf zu klopfen. Eine spontane Geste, um dem Mittelfeldmann für seine geleisteten Dienste Respekt zu zollen. Auch Gisdol herzte seinen Führungsspieler, der anschließend auf der Bank Platz nahm und nur eines im Kopf hatte: Das Spiel gewinnen. Es sollte nicht reichen.

Rosen sprach daher in den Katakomben von einem lachenden und einem weinenden Auge, korrigierte sich aber schnell in „eineinhalb lachende Augen". Denn was ihn nun in Hoffenheim erwarte, sei eine großartige Chance, die zwar früher als geplant komme, die er aber gleichwohl mit vollem Engagement nutzen wolle. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler wird in der achtzehn99 AKADEMIE die Nachfolge Ernst Tanners als Sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums antreten. „Ich denke, dass ich heute weder aufgefallen noch abgefallen bin", schätzte er die Leistung seines letzten Auftritts am Sonntag ein und ergänzte: „Ich bin froh, dass ich noch einmal spielen durfte und meine Laufbahn nicht mit einer Verletzung beenden musste." Am 11. September, beim 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers, erlitt Rosen eine Knieverletzung, die ihn mehrere Wochen außer Gefecht setzte und die seine beruflichen Planungen beschleunigte. Für dieses eine Spiel stieg er aber ein letztes Mal voll ins Training ein und bereitete sich akribisch darauf vor.

„Schade, dass es vorbei ist. Ich habe in 13 Jahren mehr als 300 Spiele bestritten, das wird mir schon fehlen", so der gebürtige Augsburger, der über den FCA zu Eintracht Frankfurt kam, wo er im Februar 1999 in der Bundesliga debütierte. Nach weiteren Stationen unter anderem beim 1.FC Saarbrücken, dem VfL Osnabrück, beim norwegischen Zweitligisten Follo FK und den Stuttgarter Kickers kam Rosen im August 2009 zu 1899 Hoffenheim und hatte als Führungsspieler in der U23 entscheidenden Anteil am Aufstieg in die Regionalliga Süd. In eineinhalb Spielzeiten brachte er es auf 37 Einsätze. „Das war mit die schönste und prägendste Zeit meiner Laufbahn, was sowohl an der Mannschaft als auch am Trainer- und Funktionsteam lag", blickt Rosen auf 16 Monate Hoffenheim als aktiver Spieler zurück.

Auch in Zukunft will der Augsburger, sofern es die Zeit noch zulässt, „ab und zu mal im Training mitkicken". Bei den Spielen wird er - allein schon seiner neuen Funktion wegen - so gut wie immer dabei sein. „Ich war in jungen Jahren zu ungeduldig und habe Fehler begangen, die ich heute nicht mehr machen würde", sagte er kürzlich in einem Interview für das Stadionmagazin „achtzehn99". „Das Gute daran ist, dass ich heute den Jungs helfen kann, diese oder ähnliche Fehler zu vermeiden."

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