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21.08.2010

Bundesliga-Start geglückt – Hoffenheim überrennt Bremen mit 4:1

1899 Hoffenheim ist am Samstagnachmittag erfolgreich in die neue Bundesliga-Spielzeit 2010/11 gestartet. Vor 30150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena besiegten die Schützlinge von Chef-Trainer Ralf Rangnick Werder Bremen mit 4:1.

Genau 107 Tage mussten die Fans von 1899 Hoffenheim auf einen Pflichtspielauftritt ihrer Mannschaft in der Rhein-Neckar-Arena warten. Pünktlich um 15.30 Uhr startete 1899 gegen Werder Bremen in die dritte Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte. „Wir wollen wieder den Fußball zeigen, der 1899 Hoffenheim zu einer Marke gemacht hat", sagte Trainer Ralf Rangnick. Zurück zu den alten Tugenden also: Mit aggressivem Spiel gegen den Ball und schnellem Umschalten von Abwehr auf Angriff möchte die Rangnick-Elf begeistern. Vergessen sind die Nebenkriegsschauplätze der vergangenen Spielzeit, es hat ein Umdenken in den Reihen der Kraichgauer stattgefunden. „Nur zusammen können wir auf dem Platz bestehen", brachte es der neue Kapitän Andreas Beck auf den Punkt.

1899 ohne Obasi, Gulde, Jaissle, Eduardo und Ibertsberger

Es schien nicht nur leere Propaganda zu sein, die aus Zuzenhausen in den vergangenen Wochen zu hören war. Ein guter Start in Rostock im DFB-Pokal ließ 1899 Hoffenheim eine starke Leistung gegen Bremen folgen. Und das weiterhin ohne Flügelflitzer Chinedu Obasi, der zumeist neben Carlos Eduardo für die magischen Momente im Spiel der Blau-Weißen sorgte. Auch Carlos Eduardo stand nicht zur Verfügung. Neben Eduardo und Obasi, der sich noch in der Aufbauphase nach seiner Stressfraktur im Schienbein befindet, fehlten Rangnick auch Manuel Gulde mit Problemen an der Patella-Sehne, Matthias Jaissle, der ebenfalls noch ein Reha-Programm absolviert sowie Andreas Ibertsberger, den eine Erkältung außer Gefecht setzte. Nach der Prämisse „Never change a winning team" schenkte Rangnick der Siegerelf aus dem Rostock-Spiel erneut sein Vertrauen. Für Christian Eichner, Boris Vukcevic, Prince Tagoe, Jukka Raitala und Dominik Kaiser blieb zunächst nur der Platz auf der Bank. Werder musste wie schon zuletzt auf den Brasilianer Naldo verzichten, der in der Innenverteidigung durch den Österreicher Prödl ersetzt wurde. Wer jedoch vor der Partie glaubte, Werder-Trainer Thomas Schaaf würde einige seiner Stammkräfte für das Millionen-Spiel am Dienstag in der Champions League-Qualifikation in Genua schonen würde, der sah sich getäuscht.

Hoffenheim spielt sich in einen Rausch

Ein wahres Offensiv-Spektakel zeigten beide Mannschaften im ersten Durchgang. Lange mussten die Zuschauer auch nicht auf den ersten Treffer warten. Hunt über die rechte Seite, seine Hereingabe traf den ausgestreckten Arm von Luiz Gustavo. Schiedsrichter Perl stand gut und entschied sofort auf Handelfmeter für Werder. Torsten Frings schritt wie schon in der Champions League-Qualifikation zum Punkt und verwandelte sicher (3.). Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick spielte auch ohne Carlos Eduardo munter nach vorne und zeigte sich keineswegs geschockt, ob des frühen Rückstandes. Angriffe im Minutentakt rollten in der Folge in Richtung Bremer Gehäuse, doch erst Demba Ba vollendete in der 20. Minute einen Angriff zum Ausgleich. Ibisevic hatte sich zuvor schön gegen Pasanen auf der Außenbahn durchgesetzt, den Ball scharf an den Fünfmeterraum gezogen, wo der Ball über Umwege zu Demba Ba sprang und dieser freistehend einschieben konnte (20.). Da auch die Schaaf-Elf in der Folge munter mitspielte, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit intensiven Zweikämpfen zwischen den Strafräumen. In der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs verlagerte sich das Geschehen immer mehr in den Strafraum der Werderaner, die von den Kraichgauern förmlich überrannt wurden. Luiz Gustavo, der in der 3. Minute noch den Strafstoß verschuldete, wurde zum Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. Gemeinsam mit Tobias Weis und Sejad Salihovic stoppten sie die Bremer Angriffsversuche bereits im Keim und sorgten immer wieder für schnelle Tempogegenstöße. In der 37. Minute schickte Marvin Compper Hoffenheims Neuzugang Peniel Mlapa auf die Reise, der im Eins-gegen Eins sicher verwandelte (37.). Nur vier Minuten später zauberte Luiz Gustavo einen Ball der Marke „Traumpass" aus seinem Fuß. Dieses Mal war Ibisevic der Nutznießer, der alleine auf Wiese zulief und traf (41.). Wenige Augenblicke später war es erneut Ibisevic, der vor dem Strafraum zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Freistoß legte sich Landsmann Sejad Salihovic zurecht. In der vergangenen Saison ohne Freistoß-Treffer geblieben, zirkelte der Bosnier den Ball gekonnt in den Winkel - keine Chance für Wiese (43.).

Kräfte schonen für die kommenden Aufgaben

In der zweiten Hälfte ließen es beide Teams nach dem hohen Tempo in den ersten 45 Minuten etwas ruhiger angehen. Kräfte sparen die schweren Aufgaben in den kommenden Wochen schienen die beiden Trainern ihren Spielern verordnet zu haben. In den Strafräumen tat sich nur wenig. Dafür wurde die Führung auf den Tribünen stimmungsgewaltig zelebriert. Die Welle wanderte durch die Arena, die Fans feierten ausgelassen den Auftritt ihrer Mannschaft. Zwei Möglichkeiten gab es nach der Pause auch noch zu vermelden. In der 65. Minute setzte sich Vedad Ibsisevic im Duell gegen Mertesacker durch, legte sich das Leder allerdings einen Tick zu weit vor und Wiese griff sicher zu (65.). Auf der anderen Seite kam Bremens Torjäger Claudio Pizarro dem 2:4 bedrohlich nahe, doch der Peruaner erwischte das Leder nicht voll und war eine sichere Beute für Tom Starke. In der 77. Minute war dann das Bundesliga-Debüt für Peniel Mlapa zu Ende. Für ihn durfte ein weiterer Spieler seine Bundesliga-Premiere feiern - Denis Thomalla aus dem U23-Kader von Trainer Markus Gisdol. Thomalla wäre kurz vor dem Ende auch beinahe eine Torvorlage geglückt, doch seine Ablage auf Ibisevic war einen Tick zu weit. Am Ende ein auch in dieser Höhe verdienter 4:1-Erfolg für die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick.

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Die Hoffenheimer Galavorstellung gibt es in Kürze noch einmal auf achtzehn99 tv zu bestaunen.

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