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21.03.2017

Nagelsmann: "Nicht erwartet, aber erträumt"

Große Auszeichnung für Julian Nagelsmann (29). Dem jüngsten Cheftrainer der Bundesliga-Geschichte wurde am Abend in einem Hotel in Gravenbruch (bei Frankfurt) der „Trainerpreis des deutschen Fußballs 2016“ verliehen. Er ist der achte Coach, der diese Auszeichnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhält. Vor ihm wurden unter anderem Horst Hrubesch, Thomas Tuchel, Hermann Gerland und Christian Streich insbesondere für ihre herausragenden Leistungen in der Nachwuchsarbeit geehrt.

DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch sagte: "Es ging schnell – aber das passt ja zu ihm. Julian Nagelsmann ist ein tolles Beispiel dafür, wie viele junge talentierte Trainer wir in Deutschland haben. Mit seiner Kompetenz und seiner Art der Menschenführung hat er seine Spieler für sich gewonnen, er hat der TSG seine Handschrift verpasst, die Resultate sprechen für sich und für ihn. Es spricht viel dafür, dass er eine große Trainerkarriere vor sich hat."

Nagelsmann, der die TSG in der vorigen Saison im Februar auf Tabellenplatz 17 übernahm und anschließend zum Klassenerhalt führte, hatte nicht mit der Auszeichnung gerechnet. "Das kommt sehr überraschend und ist eine große Ehre für mich. Es gibt so viele Kollegen, die seit Jahren auf höchstem Niveau einen grandiosen Job machen und die eine solche Wertschätzung mindestens ebenso verdient hätten. Dass mir als Rookie nun eine solche Ehre zu Teil wird, macht mich fast sprachlos, und das bin ich selten. Ich danke allen, die dafür verantwortlich waren herzlich und kann versprechen, dass diese Auszeichnung so früh in meiner Trainerkarriere eine hohe Motivation sein wird, meinen Weg weiter zu gehen", sagte Nagelsmann.

"Außergewöhnliche Entwicklung"

Nagelsmann hatte seine Fußball-Lehrer-Lizenz vor einem Jahr als Teilnehmer des 62. Fußball-Lehrer-Lehrgangs erworben. Als er den Posten des Chef-Trainers in Hoffenheim am 11. Februar 2016 übernahm, war er 28 Jahre alt. Er wurde damit zum jüngsten hauptamtlichen Cheftrainer der Bundesliga-Geschichte. "Julian hat eine besondere Aura. Das ist mir schon früh aufgefallen. Diese zeichnet ihn ebenso aus wie seine Empathie. Dazu kommt ein enormer Ideen-Reichtum. All diese Dinge machen Julian zu einem Gewinner-Typ“, lobt TSG-Gesellschafter Dietmar Hopp den Coach. Die Ernennung Nagelsmanns zum Cheftrainer Anfang 2016 sei keine "einsame Entscheidung gewesen", sagt Hopp. "Alle, die Julian damals bereits kannten, waren von dieser Personalie überzeugt. Für uns war es kein Risiko, weil wir ihn jahrelang kennen- und schätzen gelernt hatten. Deshalb sind wir aus heutiger Sicht auch nicht davon überrascht, dass es mit ihm gut läuft, sondern davon, wie außerordentlich gut.“

Auch TSG-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich ist begeistert: "Hinter dieser außergewöhnlichen Entwicklung, die wir mit Julian in den zurückliegenden Monaten genommen haben, steckt auch eine hervorragende Teamarbeit mit dem Trainer- und Funktionsstab, eine außergewöhnliche Leistung der Mannschaft sowie eine hohe Leidenschaft der Mitarbeiter. So ist diese Auszeichnung auch eine Anerkennung für die Arbeit aller bei der TSG Hoffenheim."

Erfolge als Jugendtrainer

Nagelsmann machte sich in Hoffenheim zunächst als Nachwuchs-Trainer einen Namen. Mit der TSG wurde er 2014 Deutscher A-Juniorenmeister und 2015 Vizemeister. Seine Laufbahn als Spieler musste er im Alter von 20 Jahren verletzungsbedingt beenden. Seither ist er als Trainer aktiv, zunächst in der Jugend des FC Augsburg und des TSV 1860 München, seit 2010 in Hoffenheim. Auch Alexander Rosen, TSG-Direktor Profifußball freut sich "mit und für Julian. Wir hatten von Beginn an großes Vertrauen in ihn. Er überzeugt nicht nur mit enormem Fachwissen, sondern begeistert auch durch seinen ausgeprägten Ehrgeiz in der täglichen Arbeit, die soziale Kompetenz und seine positive Ausstrahlung."

In der aktuellen Bundesliga-Spielzeit steht das Team von Julian Nagelsmann nach dem 25. Bundesliga-Spieltag auf dem vierten Tabellenplatz. Hoffenheim stellt die zweitbeste Defensive und die drittbeste Offensive der Liga und hat derzeit 45 Punkte auf dem Konto. Damit weist das Team bereits einen Punkt mehr auf als die Herbstmeister-Mannschaft der TSG in der ersten Bundesliga-Saison des Klubs zum gleichen Zeitpunkt.

Zum Trainerprofil von Julian Nagelsmann >>

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