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FUSSBALLSCHULE
25.03.2020

Train-the-Trainer Workshop 2020 in Südafrika

Am Rande von Johannesburg fand Anfang März eine besondere Ausbildungsinitiative der TSG statt. Knapp 30 Playmaker des Amandla Safe-Hubs aus dem Township Diepsloot nahmen beim Train-the-Trainer Workshop 2020 teil, der von Trainern der TSG Hoffenheim und des SV Werder Bremen durchgeführt wurde.

8.578,67 km. Diese Distanz liegt zwischen dem Trainingszentrum in Zuzenhausen und der größten Stadt Südafrikas in der Provinz Gauteng. Fernab von der Idylle des Kraichgaus war man unter sommerlichen Bedingungen zu Gast beim Safe-Hub von Amandla, einer Organisation, die es sich zum Ziel macht, Kindern und Jugendlichen aus den Townships mit der Kraft des Fußballs und Bildung ganzheitlich zu fördern und ihnen in einer sicheren Umgebung vielfältige Möglichkeiten für ihre Weiterentwicklung zu bieten.

Umgeben von zahlreichen Blechhütten, direkt neben der Muzomuhle Grundschule, eine von vier Bildungseinrichtungen in der 200.000-Einwohner-Gemeinde Diepsloot befindet sich einer dieser sogenannten „Safe-Hubs“ („Sicheres Zentrum“), der sich durch einen Kunstrasenplatz und zwei Containern, die als Büro- und Lernräume genutzt werden, auszeichnet.  Zukünftig sollen diese durch ein zweistöckiges Gebäude mit Umkleidekabinen, Unterrichtsräumen und einem Café ersetzt werden. Der Safe-Hub bietet einen Ort physischer und emotionaler Sicherheit und stellt eine Alternative zu den von Gewalt und Arbeitslosigkeit geprägten Gegenden in den sozialen Brennpunkten in Südafrika dar. Dort gibt die Organisation jungen Menschen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum frei zu entfalten, Spaß zu haben und Neues zu lernen. Über 2000 Kindern und Jugendlichen wird somit der Zugang zu verschiedenen Angeboten ermöglicht. Ob Kunstunterricht, Life-Sills-Kursen, Persönlichkeitsentwicklung oder vielfältige Sportangebote, den Mädchen und Jungen zwischen sechs und 18 Jahren wird dort eine Chance auf eine bessere Zukunft aufgezeigt.

Bildungs- und Fußballprogramm

Jeden Tag nach Schulschluss versammeln sich hunderte von Jungen und Mädchen am Fußballplatz, um am Bildungs- und Fußballprogramm der Organisation teilzunehmen. In diesem Jahr waren auch TSG-Fußballschule-Trainer Yannick Wöppel vor Ort und leitete gemeinsam mit U13-Trainer Christian Rümke vom SV Werder Bremen den Train-the-Trainer Workshop, der den Auszubildenden und Trainern (den sogenannten „Playmakern“ des Safe-Hubs) in Theorie und Praxis die unterschiedlichen Aspekte des Kindertrainings der Bundesligisten näher brachten. Der Fokus lag in diesem Jahr vor allem auf den Grundlagen eines kindesgerechten Fußballtrainings sowie der Gestaltung technischer und taktischer Inhalte für verschiedene Altersgruppen anhand der TSG-Philosophie, die mit  sozialen und ökologischen Bildungsthemen kombiniert wurden. „Schon im vergangenen Jahr durften wir Vertreter des Safe-Hubs bei uns in Hoffenheim begrüßen. Dieses Mal waren wir zu Gast und der Workshop bot die optimale Gelegenheit, den Wissens- und Erfahrungsaustausch weiter auszubauen und dabei unsere Prinzipien im Grundlagenbereichs des Kinderfußballs an die Teilnehmer zu vermitteln. Das Konzept von Amandla ist in Südafrika einmalig und wir sind froh unsere Kompetenz mit einzubringen und einen nachhaltigen Beitrag für das Programm zu leisten“, beschreibt Yannick Wöppel das TSG-Engagement.

Die Ausbildung von jungen Trainern gehört schon seit längerer Zeit zum Repertoire der TSG im Bereich der Internationalisierung, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent. Dabei übernehmen die Fußballschule sowie die Akademie als Kompetenzzentrum eine zentrale Rolle und zeichnen sich vor allem durch ihren innovativen Ansatz im Nachwuchsfußball aus. Der diesjährige Workshop hatte den Zweck das Bildungs- und Fußballprogramm im Safe-Hub zu fördern und die Qualität von Übungseinheiten durch verschiedene, fußballspezifische Bausteine im Bereich des Kinder- und Jugendfußballs zu optimieren.

Einblicke in die Welt der TSG

Die „Playmaker“ erhielten einen besonderen Einblick in die Welt der TSG und rund um den deutschen Profifußball. Auf den Workshop-Sessions am Morgen folgte die praktische Umsetzung mit den Safe-Hub-Teilnehmern bei der Nachmittagseinheit. Tony Mamodaly (Head of International Operations) hebt insbesondere die soziale Verantwortung des Bundesligisten hervor: „Als Verein sind wir uns unserer Rolle als Vorbild vieler in der Gesellschaft, lokal und auch international, bewusst und wollen daher den Fußball als Katalysator für positiven sozialen Wandel nutzen, um Möglichkeiten, vor allem für diejenigen, die es sonst schwer haben, zu schaffen. Nicht nur die Playmaker konnten in den letzten Tagen einiges lernen, auch wir nahmen aus dieser Reise ganz Vieles für unsere Arbeit mit.“

Neben einem großen Fußballturnier am Freitagabend und einem Fan-Festival am darauffolgenden Tag im Zentrum von Johannesburg stand ebenfalls im Rahmen der „Bundesliga Experience“ ein Besuch des Rekordnationalspielers Lothar Matthäus auf dem Programm. Thato Molefe, Head of Facility des Safe-Hubs Diepsloot, zieht ein durchweg positives Fazit: „Der diesjährige TTT-Workshop war ein voller Erfolg. Das gesamte Team des Safe-Hubs möchte sich bei den Verantwortlichen von Hoffenheim und Bremen bedanken. Solche Initiativen haben einen ganz großen Mehrwert, da sie eine ganzheitliche Idee verfolgen und man sich über viele, verschiedene Themen wie Kultur, Bildung, Karriere und Sport austauscht und das Ganze mit dem kombiniert, was wir alle so lieben: den Fußball.“

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