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SPIELFELD
29.12.2019

Mit langem Anlauf zur TSG Hoffenheim

Bastian Huber steht schon seit vielen Jahren mit der TSG Hoffenheim in Kontakt. Im Sommer hat es endlich geklappt und er wechselte als Leiter Scouting in den Kraichgau. Es war eine mutige Entscheidung, der Lehrer und zweifache Familienvater kündigte zuvor seine Beamtenstelle und setzte alles auf die TSG – mit der er sogleich eine intensive Transferperiode erlebte.

Bastian Huber ist neu bei der TSG Hoffenheim – der Verein aber kein Neuland für den 40-Jährigen. Der Leiter Scouting hat eine lange Beziehung zum Klub. Schon vor vielen Jahren gab es intensive Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit, doch erst im Sommer wechselte er in den Kraichgau. Und damit begann ein neuer Lebensabschnitt für den vormaligen Lehrer. „Ich bin mit der TSG sehr eng verbunden. Schon damals gab es Überlegungen, eine Stelle im Verein anzutreten. Nun ist es soweit“, sagt Huber.

Obwohl die Funktion bei der TSG „eine besondere Herausforderung“ für ihn ist, musste der Schritt sorgfältig durchdacht werden. Die Entscheidung, als verheirateter zweifacher Familienvater die Beamtenstelle als Realschullehrer aufzugeben und zunächst ohne Familie aus Passau in den Kraichgau zu ziehen, erforderte Überzeugung wie Mut – und natürlich auch Vertrauen in die TSG. „Es war ein Prozess. Man wirft ein Beamtenverhältnis nicht einfach so weg. Erst recht nicht in meinen Lebensverhältnissen. Ich war im sicheren Hafen angekommen und habe ihn wieder verlassen. Aber dadurch, dass ich den Verein gut kenne, wusste ich um die große Chance. Ich hätte mich aber wohl für keinen anderen Klub zu diesem Schritt entschieden. Es ist ein Verein, dessen Werte ich vertrete und auch lebe.“

Einen großen Einfluss hatte natürlich auch Ehefrau Kristina: „Wir haben die Entscheidung gemeinsam getroffen und haben aktuell ein super Paket für uns alle gefunden. Uns geht es gut dabei, meine Familie hilft mir sehr.“ Ausgestattet mit so viel Unterstützung begann Huber im Juli seinen Job als Leiter Scouting – mitten in einem der wohl intensivsten Transfersommer der HoffenheimerKlub-Geschichte. Prominente Abgänge standen fest, talentierte Zugänge wurden gesucht: Huber bewegte sich sogleich im TSG-Kosmos.

„Die Zeit war hochgradig herausfordernd“

Doch er wusste genau, was ihn erwarten würde. „Die Zeit war hochgradig herausfordernd. Im Sommer gab es keinen geregelten Tagesablauf, es war eine spannende Phase. Rückblickend nimmt man aus so einer intensiven Zeit auch viel mit.“ Im Anschluss standen sogleich weitere Projekte an: „Wir haben uns zuletzt vermehrt neuen Strategien gewidmet, um ein paar Dinge zu optimieren. Klar ist aber auch: Die TSG ist kein Verein, bei dem man Revolutionen starten muss. Es ist ein gefestigter Klub, der eine unglaubliche Infrastruktur und Top-Bedingungen hat – auch in der Scouting-Abteilung.“

Neben seinen Mitarbeitern, die Huber zuletzt zu einem Workshop in der PreZero Arena versammelte, kann der Bayer in seiner neuen Tätigkeit auf langjährige Erfahrung und ein großes Netzwerk vertrauen. Als engagierter Fachmann hat Huber die Trainer-A-Lizenz, war beim Bund Deutscher Fußballlehrer (BDFL) für Fußballlehrer- und A-Lizenzinhaber-Fortbildungen zuständig, die in Kooperation mit dem DFB und dem BDFL gehalten wurden.

Zudem arbeitete Huber im Nachwuchsleitungszentrum des Zweitligisten Greuther Fürth. Auf eine eigene Laufbahn blickt der frühere Offensivspieler natürlich auch zurück. „Ich habe beim 1. FC Passau in der Bayernliga gespielt und in der Studenten-Nationalmannschaft. Das war eine tolle Zeit, die mir auch viele Türen geöffnet hat. Ich wurde in den Trainerstab aufgenommen und konnte die Reisen nach dem Studium auch als Lehrer mitgestalten und weiter dabei sein.Von den 110 Spielern, die ich in der Studenten-Nationalmannschaft kennengelernt habe, arbeiten heute etwa 60 im Profi-Fußball.“

Auch Alexander Rosen kennt er schon viele Jahre. Mit dem Direktor Profifußball der TSG arbeitet Huber eng zusammen. Dass sich beide schon lange schätzen und vertrauen, ist eine wichtige Komponente. „Wir sind tagtäglich im Austausch. Ich sehe mich mit meiner Abteilung als Dienstleister, die Entscheidungen trifft Alexander Rosen.“ Ein Modell, das auf Anhieb erfolgreich war. Die TSG spielt eine hervorragende Saison, woran die Zugänge wesentlich beteiligt sind. Der Sportdirektor vertraut auch in anderen Fragen auf die Meinung Hubers: „Neben der Leitung unserer Scouting-Abteilung unterstützt mich Bastian in enger Abstimmung auch bei externen und internen Themen im operativen Geschäft und wird weitere Aufgaben in der sportlichen Abteilung übernehmen“, sagt Alexander Rosen.

Zusammenarbeit mit Bernd Korzynietz

Huber ist mit seinem Team zudem für das Scouting der TSG-Akademie verantwortlich. Die Einbindung junger Spieler in die Bundesliga-Mannschaft gehört zu den Kernaufgaben der TSG und bildet die DNA des Klubs. Eine Aufgabe, die dem früheren Junioren-Trainer sehr am Herzen liegt – zumal er mit Ex-Profi Bernd Korzynietz, dem neuen Koordinator Kaderplanung für die U16 bis zur U23, ebenfalls bestens zusammenarbeitet.

„Die TSG steht für diesen Weg und hat eine Vorbildfunktion eingenommen. Ich kenne Nachwuchsdirektor Dirk Mack auch schon seit vielen Jahren und stimme mich eng mit ihm und Bernd ab. Sichtung und Ausbildung von jungen Spielern genießen bei der TSG eine enorme Bedeutung, das passt sehr gut zu meiner Philosophie.“ Und in Bezug auf das Scouting von Talenten bekräftigt Huber: „Wir sind soweit wie möglich präsent."

Für das Familienleben galt das seit seinem Wechsel im Sommer nicht mehr uneingeschränkt. Umso mehr freut er sich auf das Weihnachtsfest und ein paar freie Tage im Kreis der Liebsten: „Es war ein interessantes, intensives und aufregendes erstes Halbjahr bei der TSG. Meine Familie hat mir den Rücken freigehalten. Jetzt freue ich mich darauf, bei ihnen und nur für sie da zu sein.“

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