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CAMPUS
09.10.2019

Zusammen stark sein beim Unified Cup 2019

Grüner Kunstrasen, blaue Linien, bunte Hütchen und Trikots der gesamten Farbpalette: Ein beeindruckender Anblick, der sich den Zuschauern des diesjährigen Unified Cup auf dem Gelände des TSG AOK Campus bot, als sich die 17 Teams aus ganz Baden-Württemberg zur Eröffnungsfeier aufstellten. Veranstaltet wurde das Inklusionsturnier, das in diesem Rahmen bereits zum sechsten Mal stattfand, von Special Olympics Baden-Württemberg, der TSG und Anpfiff ins Leben.

Mit einer feierlichen Fackel-Zeremonie auf dem TSG AOK Campus erfährt der Unified Cup eine stimmungsvolle Eröffnung. Es liegt Vorfreude in der Luft auf die kommenden zwei Tage, in denen bekannte und neue Gesichter um den Turniersieg spielen werden. Gemeinsam Großes erreichen und das mit möglichst viel Spaß ist wieder einmal das Motto – den sportlichen Gedanken dabei immer im Hinterkopf.

Teamgeist, Ehrgeiz sowie der unbedingte Wille, sich für die Mitspieler einzusetzen – das verbindet alle Teilnehmer. So geht auch der Sieger des Vorjahres mit dieser Devise ins Turnier: „Wir wollen auch dieses Jahr wieder gewinnen, dafür halte ich mein Tor sauber,“ sagt Sergej Egner, Torhüter der TSG Lützelsachsen, mit einem stolzen Grinsen im Gesicht. Dabei zählt für ihn vor allem der Teamgedanke. Einen Lieblingsgegner hat er nicht: „Von allen Mannschaften freue ich mich am meisten auf unsere eigene.“

Ein großes Wiedersehen

Einen ähnlichen Optimismus zeigt das Wetter an diesem Tag und so erfolgt der Anpfiff bei strahlendem Sonnenschein. Gut gelaunt und heiß auf die kommenden Spiele starten die Teams in die Klassifizierungsrunde. Auf den drei Spielfeldern wird nach dem Schweizer System gespielt. Durch zufällig geloste Spielpaarungen spielt jeder gegen jeden mit dem Ziel, sich für die erste der drei Finalgruppen zu qualifizieren. Diese unterscheiden sich nach Spielstärke, um möglichst faire und ausgeglichene Spiele zu gewährleisten.

Trotzdem ist der zentrale Gedanke des Turniers, Grenzen zu überwinden – und so passen sich Frauen und Männer das runde Leder durch die eigenen Reihen, während auf der Gegenseite ein Schüler den 50 Jahre älteren Mitspieler auf die Außenbahn schickt. Eine Szenerie, die jeden Zuschauer beeindruckt. Mit ordentlich Tempo im Spiel und lautstarker Anfeuerung von der Seitenlinie sind das die Bilder eines erfolgreichen und spannenden ersten Turniertages. Am Ende beglückwünscht man sich und lacht zusammen. Für die Spielerinnen und Spieler ist es ein großes Wiedersehen, man kennt sich beim Unified Cup.

Auch Schiedsrichter Oskar Lorenz aus Überlingen ist bereits zum zweiten Mal in Hoffenheim dabei. „Es ist immer wieder interessant, neue Menschen, neue Charaktere kennenzulernen. Hier pfeife ich gerne“, freut sich der Unparteiische auf seinen nächsten Einsatz. Lorenz ist einer von vielen ehrenamtlichen Helfern, die die Austragung des Unified Cup erst ermöglichen. Neben den Schiedsrichtern, den Organisatoren, Partnern und Sponsoren sind das vor allem Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule Sinsheim, die sich um die Verpflegung der über 230 Spielerinnen und Spieler kümmern.

„Hier schafft man Begegnung und Berührung"

Besonders wichtig werden warme Getränke im Übernachtungshaus „Fair Play“ am zweiten Tag, als der Spielbetrieb wegen Starkregen für eine Stunde eingestellt wird. Doch für Aufmunterung sorgt ein Besuch der U23-Mannschaft der TSG, die sich viel Zeit für die Unified-Teams nimmt, ein Einlagespiel gegen und mit den Hoffenheimer Handicaps spielt, Autogramme schreibt und Fotos macht.

Und auch auf dem Rasen geht es nach der Unterbrechung wieder richtig los, denn an diesem Tag entscheidet sich, wer den Pott mit nach Hause nimmt. Nach intensiven Spielen können sich die Dragons Wilhelmsdorf in Gruppe 1 durchsetzen und gehen als Turniersieger vom Feld. Das Team mit der weitesten Anreise sichert sich damit den größten Pokal bei der anschließenden Siegerehrung im benachbarten Dietmar-Hopp-Stadion und darf sich auf eine entsprechend lange Heimfahrt bei bester Laune zurück Richtung Bodensee freuen.

„Wir sind seit dem Anfang beim Unified Cup dabei“, erzählt Dragons-Trainer Michael Kessler. „Die schönsten Momente für mich sind, wenn einfach ein tolles Fußballspiel entsteht, wenn beide Mannschaften alles geben und natürlich, wenn meine Mannschaft das glücklichere Ende für sich hat. Es ist schön, jedes Jahr die Leute hier zu treffen, hier schafft man Begegnung und Berührung.“ Für den Heil- und Erziehungspfleger ist eines dabei besonders wichtig: ein selbstverständliches Miteinander. Und genau dafür werden sich auch in Zukunft alle Beteiligten einsetzen, damit Inklusion weiterhin großgeschrieben wird. 

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