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U23
08.10.2019

Jan Ferdinand: Tore sollen den Weg nach oben pflastern

Am zweiten Regionalliga-Spieltag, als die U23 bei seinem Heimatverein TSG Balingen 2:1 gewann, fehlte Neuzugang Jan Ferdinand verletzungsbedingt. Ein Muskelfaserriss verhinderte das TSG-Debüt des 22-Jährigen, der im Sommer vom VfB Stuttgart II gekommen war. Jetzt ist der Stürmer wieder fit – und will im wahrsten Sinne des Wortes angreifen.

Als Ferdinand im Frühjahr 2015 zwei Länderspiele für die U18-Nationalmannschaft bestritt, rieb sich der eine oder andere Betrachter des Spielberichtsbogens verwundert die Augen. In der Spalte, in der die Vereine der Spieler vermerkt sind, stand neben Ferdinands Namen nicht etwa ein Bundesligist, sondern „TSG Balingen“. Kurz darauf zog er ins Internat des VfB Stuttgart ein. Als bereits 18-Jähriger.

Der gebürtige Balinger wuchs im nahegelegenen Albstadt auf und lernte das Fußball-ABC beim Stadtteilklub Rot-Weiß Ebingen. Obwohl Balingen eine Handball-Hochburg ist – hier sind die „Gallier von der Alb“ vom HBW Balingen-Weilstetten beheimatet – und der Vater und der Bruder Handball spielten, fand sich Jan Ferdinand mit dem Ball am Fuß besser zurecht. Als C-Jugendlicher wechselte er zur TSG Balingen und machte erstmals in der U17 auf sich aufmerksam, als er mit 21 Toren in 17 Spielen Oberliga-Torschützenkönig wurde.

Danach ging alles sehr schnell. Einladung zur Verbandsauswahl, Länderpokal in Duisburg, Tore am Fließband – und schließlich die Berufung in die Nationalmannschaft durch DFB-Trainer Guido Streichsbier. Klar, dass der benachbarte VfB zuschlug und den Stürmer in seinem zweiten U19-Jahr holte. „Wir wurden nur Dritter und die TSG Hoffenheim Meister“, erinnert sich der Angreifer, der damals mit den späteren Hoffenheimern Prince Owusu und Kevin Ikpide im Kader stand. Mit seinen zehn Treffern war er bester VfB-Schütze in jener Saison.

In Stuttgart legte Ferdinand erfolgreich seine Abiturprüfungen ab und wurde in die U23 übernommen, für die er in drei Spielzeiten 71 Partien absolvierte und elf Mal traf. „Ich habe beim VfB aber keine Perspektive mehr gesehen“, sagt der Angreifer, dessen Vertrag ohnehin ausgelaufen war und der sich so zu einem Wechsel in den Kraichgau entschloss.

Nebenbei auch etwas für den Kopf machen

„Im Moment kann ich noch nicht so zufrieden sein, weil ich mir in der Vorbereitung zwei Faserrisse zugezogen habe und sieben Wochen ausgefallen bin. Jetzt kommt die Fitness langsam wieder zurück“, so der 22-Jährige, der nach einem Kurzeinsatz gegen Offenbach in Mainz sein zweites Spiel bestritt, in der 80. Minute eingewechselt wurde – und kurz darauf den entscheidenden Punch zum 2:0 setzte. Am vergangenen Wochenende legte er nach und erzielte in Gießen den zwischenzeitlichen Ausgleich.

In den jüngsten fünf Begegnungen stand Ferdinand schließlich in der Startelf. „Ich will hier meine Tore machen und mit dem Team so weit oben wie möglich landen“, sagt er. „Bislang wäre für uns mehr drin gewesen. Gegen Aalen, Homburg und Pirmasens haben wir unnötig Punkte liegen lassen, aber als junge Mannschaft zahlt man manchmal eben noch ein bisschen Lehrgeld.“

Ein Limit, bis wann er den Durchbruch geschafft haben will, hat sich Jan Ferdinand nicht gesetzt. „Ich spiele so lange, wie es mir Spaß macht, und schaue dann, was dabei herauskommt. Wichtig ist mir, nebenbei auch etwas für den Kopf zu machen, Sprachen lernen zum Beispiel.“ Einmal hat der Balinger bislang bei den Profis mittrainiert. Für Hobbys bleibt in dieser Phase des Lebens, in der es sich entscheidet, wohin die Fußball-Reise geht, wenig Zeit. Wenn Ferdinand mal frei hat, macht er am liebsten etwas mit seiner Familie, seinen Freunden oder seiner Freundin.

Laufstark, schnell und abschlussstark, so charakterisiert sich Ferdinand selbst. „An meiner Kopfballstärke muss ich allerdings noch arbeiten.“ Und was sagt sein Trainer? „Jan ist ein robuster Mittelstürmer, der bereits Erfahrung im Seniorenbereich gesammelt hat“, so Marco Wildersinn. „Wir schätzen ihn auch aufgrund seiner ruhigen und bodenständigen Art und waren daher sehr froh, ihn im Sommer verpflichten zu können.“

Die beiden U18-Länderspiele bezeichnet Ferdinand als die Highlights seiner jungen Laufbahn. „Das war schon cool, als Balinger mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen.“ Der Blick ist nun aber nach vorne gerichtet. Nach überstandener Verletzung sollen jetzt Tore in der Regionalliga Südwest als Empfehlung für höhere Aufgaben dienen.

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