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FRAUEN
22.08.2019

Michaela Specht: „Prinzipien umsetzen“

Mit einem deutlichen Sieg beim FF USV Jena startete die TSG am vergangenen Wochenende in die Saison. Innenverteidigerin Michaela Specht ist mit dem Auftritt beim Aufsteiger jedoch nicht ganz zufrieden. Im Interview spricht die 22-Jährige über Verbesserungspotenzial, die ausgeweitete TV-Präsenz und die anstehende Partie am Samstag (13 Uhr im Dietmar-Hopp-Stadion) gegen den 1. FC Köln.

Hallo Michi, der Saisonstart lief gut, die TSG ist der erste Tabellenführer der Saison. Wie fühlt sich das an?

„Es ist schon cool, mal ganz oben zu stehen. Aber wir wissen das einzuordnen. Der FF USV Jena ist ein Aufsteiger, da sollte es mittlerweile unser Anspruch sein, drei Punkte zu holen. Dass das Ergebnis dann so hoch ausgefallen ist, hat uns sehr gefreut. Wir hatten in der Anfangsphase auch etwas Glück, dass zwei Distanzschüsse gepasst haben.“

Was nehmt ihr aus der Partie beim FF USV Jena mit in die nächsten Spiele?

„Unsere Spielanlage war gut. Wir haben im Vorwärtsgang unsere Prinzipien umgesetzt, die Offensive war gefährlich. Dennoch war das Spieltempo nicht so hoch, wie wir uns das vorstellen. Dazu müssen wir noch spritziger und frischer sein. Für mich als Verteidigerin ist das Gegentor zudem sehr ärgerlich. Außerdem hätten wir mit einer besseren Chancenauswertung sogar noch deutlicher gewinnen können.“

Am Samstag empfangt ihr den 1. FC Köln zum ersten Heimspiel im Dietmar-Hopp-Stadion. Wie lautet die Zielvorgabe?

„Drei Punkte holen, alles andere wäre nicht zufriedenstellend. Aber wenn wir wieder unsere Spielidee umsetzen und konzentriert gegen den Ball arbeiten, ist ein Sieg auf jeden Fall drin. Wir werden uns nicht auf den 1. FC Köln einstellen, sondern unsere Stärken auf den Platz bringen und Variabilität zeigen. Der Aufsteiger hat sich mit einigen bundesligaerfahrenen Spielerinnen verstärkt, auch der Auftaktsieg gegen den MSV Duisburg ist für uns eine Warnung. Wir erwarten, dass Köln abgezockter als Jena sein wird.“

Die Spieltage 4 bis 7 sind nun terminiert. Die anstehenden Begegnungen gegen Essen und Leverkusen werden auf Eurosport gezeigt, das Duell mit dem FC Bayern München auf Magenta Sport, im ARD-Livestream und die Highlights sogar in der Sportschau.

„Im Grunde war diese TV-Präsenz längst überfällig. Der Frauenfußball in anderen Ländern entwickelt sich rasant weiter, deshalb ist es wichtig, Aufmerksamkeit zu schaffen. Sonst hinken wir England, Spanien oder Frankreich nur noch hinterher. Man muss sich positiv in die Schlagzeilen spielen, das Zugpferd ist und bleibt dabei die Nationalmannschaft. Auch die Professionalisierung der Liga sollte vorangehen, die Vereine brauchen die Unterstützung vom DFB und die Profi-Vereine aus dem Männerbereich müssen in die Pflicht genommen werden.“

Auch die zweite Runde des DFB-Pokals ist angesetzt. Wie schwierig wird es sein, Eurer Favoritenrolle beim FSV Hessen Wetzlar gerecht zu werden?

„Für uns wird es direkt nach der Länderspielpause aufs Ganze gehen. Im Pokal gibt es eben nur zwei Möglichkeiten: Sieg oder Ausscheiden. Es ist nie einfach, direkt voll da zu sein, wenn man im Wochenverlauf nicht den gesamten Kader zusammen hatte. Dennoch steht für uns außer Frage, dass wir in Wetzlar gewinnen müssen.“

Du hast es bereits angesprochen: nächste Woche ist Länderspielpause. Wozu werdet ihr die kurze Verschnaufpause nutzen?

„Wir hatten in der Vorbereitung keinen Urlaubskorridor, sodass wir die Zeit nutzen können, um den Kopf nochmal fit zu kriegen. Im Rhythmus werden wir mit einem Testspiel gegen den SC Freiburg bleiben. Ansonsten geht es in dieser Zeit eher darum, individuell an Kleinigkeiten zu arbeiten.“

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