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AKADEMIE
24.04.2019

„Ostern ist jedes Jahr, das Final Four in Nyon nicht“

Am heutigen Mittwoch fährt der TSG-Mannschaftsbus mit den beiden Betreuern Hans Schobes und Willi Unser schonmal in Richtung Nyon. Spieler und Funktionäre fliegen einen Tag später nach Genf, am Nachmittag steht im Centre sportif de Colovray das Abschlusstraining an. Das Youth-League-Halbfinale zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Porto wirft seine Schatten voraus, die Vorfreude ist riesig.

Zwei Tage nach dem gewonnenen Viertelfinale gegen Real Madrid reiste Direktor Nachwuchs Dirk Mack mit einer kleinen TSG-Delegation ins UEFA-Hauptquartier nach Nyon. Für das anstehende Final Four wurden den Halbfinalteilnehmern in Workshops die wichtigsten organisatorischen Dinge vermittelt. „Es hatte den Anschein, als würden diese Workshops nur für uns durchgeführt werden, die anderen Teilnehmer wirkten fast schon gelangweilt“, scherzte Mack. Was er damit sagen wollte: Die anderen drei Teams standen auch letztes Jahr schon im Halbfinale, Chelsea und Barcelona – die beiden Finalisten 2018 sind mit je zwei Siegen Rekordsieger dieses Wettbewerbs – bestreiten das Final-Four-Turnier sogar bereits zum vierten respektive dritten Mal.

Für die TSG ist das alles Neuland, auf dem Papier sind die Hoffenheimer klarer Außenseiter. „Wir haben uns aber nicht zufällig für das Halbfinale qualifiziert“, stellt Trainer Marcel Rapp klar und verweist auf die bärenstarke Gruppe mit Manchester City, Olympique Lyon und Schachtar Donezk, die sein Team auf Platz eins beendete, sowie die starken K.o.-Runden-Gegner Dynamo Kiew und Real Madrid.

Ohne Druck nach Nyon

Benjamin Wallquist wird – wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt – das Team am Freitag zum neunten Mal als Kapitän aufs Feld führen. „Wir haben die Youth League von Anfang als Bonus gesehen und den Fokus auf die Meisterschaft gelegt, das hat uns vielleicht etwas den Druck genommen“, so der Österreicher. „Nach der Gruppenauslosung hätte uns wahrscheinlich niemand das Halbfinale zugetraut. Jetzt sind wir hier – und das nicht unverdient.“ Dass der Abiturient über die Osterfeiertage auf den Heimaturlaub verzichten und stattdessen für das Final Four trainieren musste, stört ihn natürlich überhaupt nicht: „Ostern ist jedes Jahr, ein Final Four in der Youth League hingegen nicht so oft.“

In den ersten fünf Begegnungen bot Rapp jeweils immer dieselbe Anfangsformation auf, vier dieser Youth-League-Stammspieler werden in Nyon allerdings nicht dabei sein: Tobias Heiland (Kreuzbandriss) und Enes Tubluk fehlen mit Knieverletzungen, Max Geschwill hätte wegen einer Gelbsperre ohnehin pausieren müssen, brach sich aber im Training leider den Mittelfuß, und U20-Spieler Alfons Amade plagen noch immer die Rückenprobleme, die ihn bereits um den Einsatz gegen Real Madrid gebracht hatten.

Mischung aus Kiew und Real

„Wir sind gut auf Porto vorbereitet – aber auch nicht besser oder schlechter als wir es gegen Kiew, Heidenheim oder Frankfurt waren“, so Rapp. Die Portugiesen beschreibt der Fußballlehrer als eine „Mischung aus Kiew und Real“: Eine Mannschaft, die sehr gut verteidigt, männlichen Fußball spielt, wenig Fehler macht und auch mal einen langen Ball schlägt, weil sie nicht zwingend immer die spielerische Lösung sucht.

Wallquist vertraut gegen den 22-fachen portugiesischen U19-Meister auf die Tugenden, die die Hoffenheimer bislang ausgezeichnet haben: „Wir sind mit gutem Teamgeist und viel Leidenschaft so weit gekommen und werden auch gegen Porto bis in die Haarspitzen motiviert sein“, so der 19-Jährige. „Wir fahren nicht nach Nyon, um eine coole Reise zu machen. Wir wollen das Halbfinale gewinnen“, stellt der Kapitän klar.

Die Spieler aller vier Teams werden im selben Hotel untergebracht sein und sich vor und nach den Begegnungen über den Weg laufen. „Persönlich kenne ich die anderen Jungs jetzt nicht, aber den einen oder anderen Namen hat man schon gehört, weil er entweder schon in der Champions League aufgetaucht ist oder der Spieler in den heimischen Medien oder über die sozialen Netzwerke entsprechend gehypt wird“, sagt Wallquist. „Wir haben vor allen Mannschaften viel Respekt, aber keine Ehrfurcht.“

TSG als respektierter Außenseiter

Dasselbe gelte aber auch umgekehrt, weiß Mack. „Wir sind uns unserer Rolle im Konzert der Großen durchaus bewusst, aber ich denke, dass auch die anderen Teams von unseren Leistungen Kenntnis genommen haben und auch uns ein bisschen Respekt entgegenbringen.“

In einem Punkt sind sich Rapp, Wallquist und Mack einig: Egal wie diese Youth-League-Saison endet, sie ist schon heute als voller Erfolg zu werten. Eine erneute Teilnahme wäre für alle Beteiligten ein Traum. „Dazu müssten wir das Final Four allerdings gewinnen. Dann würden wir in der kommenden Saison als Titelverteidiger im Meisterweg starten.“ Das Final Four gewinnen – ja, warum eigentlich nicht?

Youth League, Halbfinale
TSG 1899 Hoffenheim - FC Porto
Freitag, 26. April, 14 Uhr, Centre sportif de Colovray Nyon

Die Partie wird live auf Sport1, DAZN und dem Streamingdienst airtango übertragen.

Matchday -5:FC Porto | Klubhistorie
Matchday -4: Alfons Amade: Unser Weg nach Nyon
Matchday -3: FC Porto | U19

 

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