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AKADEMIE
04.04.2019

Gänsehaut im Regen: U19 gelingt Historisches

Das Youth-League-Abenteuer nimmt Ausmaße an, von denen in der TSG Akademie kaum jemand zu träumen gewagt hätte. Nach dem Coup mit dem ersten Platz in der Gruppenphase und dem Weiterkommen im Achtelfinale gegen Dynamo Kiew setzten die U19-Talente mit ihrem Sieg gegen Real Madrid ihrer Premierensaison im Junioren-Europapokal die Krone auf. Diesmal sogar vor ausverkauftem Haus und unter wahrhaft abenteuerlichen Bedingungen. Matchwinner war wieder mal ein Joker.

Unmittelbar nach dem Abpfiff entlud sich die Euphorie aus den abgekämpften 14 eingesetzten U19-Spielern und ihren Teamkollegen, die auf der Bank und der Tribüne mitgefiebert hatten. Ausgelassen hüpften die völlig durchnässten A-Junioren der TSG vor dem B-Block auf und ab und ließen sich nach dem historischen 4:2-Erfolg gegen Real Madrid von den TSG-Fans feiern. Als erste deutsche Mannschaft könnte es die Mannschaft von Trainer Marcel Rapp mit einem Sieg am 26. April im Halbfinale gegen den FC Porto ins Finale der Youth League schaffen.

Doch so weit dachten die U19-Jungs kurz nach dem Abpfiff noch gar nicht. Sie genossen voll und ganz den Moment mit den lautstarken TSG-Fans. „Wir haben uns gegenseitig in die Augen geschaut und hatten alle Gänsehaut“, sagte Doppeltorschütze Tim Linsbichler, der begeistert von der Stimmung im ausverkauften Dietmar-Hopp-Stadion war. „Wir hatten gehofft, dass die Ultras da sind. Dass sie dann auch noch eine Choreografie eingebaut haben, war super.“ Auch Mitspieler Max Geschwill ließ sich von der Stimmung und der Freude über das Erreichte mitreißen: „Ich bin ja sonst eher etwas zurückhaltend , aber nach einem solchen Spiel kann man die Freude schon mal rauslassen.“

Seinen Dank an die Zuschauer und vor allem die aktive Fanszene sprach auch U19-Cheftrainer Marcel Rapp aus: „Den Jungs hinter dem Tor muss man dafür, dass sie so eine Stimmung gemacht haben, mal ein großes Lob zollen. Denn das hat unsere Jungs noch mal mehr gepusht. So etwas kennen sie sonst ja nicht.“ Die große Choreografie mit dem treffenden Schach-Vergleich und dem Spruchband „Bauer schlägt König – Schachmatt“ war nur der Anfang für 90 hochemotionale Minuten, in denen auf den Rängen und dem Rasen alles herausgehauen wurde, was Hoffenheim und die TSG zu bieten hat.

Linsbichlers Tore setzten Real schachmatt

Mit der Anfangsphase zeigte sich Rapp zwar nach dem Spiel nicht hundertprozentig zufrieden, dabei hätte sie mit zwei Toren nach zwölf Minuten kaum besser für seine Mannschaft laufen können. „Wir wollten offensiv spielen – so wie immer“, erklärte Max Geschwill, der mit einer präzisen Direktabnahme für das 1:0 gesorgt und das 2:0 von Stürmer Filip Stojilković per Flanke vorbereitet hatte. „Es ist ein geiles Gefühl, damit der Mannschaft geholfen zu haben. Ich wollte heute einfach das Beste aus mir herausholen.“ Das ist nicht nur dem stets zuverlässigen und torgefährlichen Linksverteidiger gelungen.

Bei nasskaltem Wetter, das den Platz mehr und mehr aufweichte und ein normales Fußballspiel kaum noch möglich machte, ging jeder Hoffenheimer an seine Grenzen. Entsprechend stolz war Rapp auf sein Team: „Heute haben die Jungs super gefightet. Die Bedingungen waren für beide Mannschaften nicht optimal, denn wir wollten ja auch Fußball spielen. Aber um Real Madrid zu schlagen, muss man schon gut sein – und das waren wir.“

Der Coach hatte abermals sein glückliches Händchen bewiesen, als er 50 Minuten nach dem Anschlusstreffer der Madrilenen durch den spanischen U19-Nationalspieler Alberto nach 69 gespielten Minuten Tim Linsbichler für Stojilković brachte. Keine fünf Zeigerumdrehungen später senkte sich ein abgefälschter Ball des Österreichers über Real-Keeper Diego Altube hinweg ins Tor. Nach dem erneuten Anschlusstreffer der Gäste durch Pedro Ruiz (85.) holte Linsbichler in der Nachspielzeit auch noch zum K.o.-Schlag für die Königlichen aus, als er nach einer Parade von Altube gegen David Otto den abgewehrten Ball zum 4:2 verwertete.

Rapps Händchen: Wieder zwei Jokertore

Dass es am Ende der 1,92 Meter große Angreifer war, der das Spiel mit seinen Toren entschied, freute Rapp besonders: „Tim ist schon im dritten Jahr da und war gefühlt zwei Jahre verletzt. Er hat sich immer wieder rangekämpft und hat eine super Einstellung und Mentalität gezeigt. Es ist schön, dass die ganzen Mühen in der Reha am Ende belohnt wurden. Deshalb gibt es kaum einen Spieler, dem man diese Tore mehr gönnen könnte als Tim Linsbichler.“ Seine Emotionen konnte der Doppeltorschütze nach dem mitreißenden Spiel kaum in Worte fassen. Angesichts des großen Medieninteresses an dem Österreicher versuchte er es dennoch: „Größer konnten wir es uns nicht vorstellen. Gegen Real Madrid weiterzukommen ist natürlich super. Dass ich dazu auch noch mit zwei Toren beitragen konnte, ist ein herausragendes Gefühl.“

Nach dem Doppelpack von Benedikt Landwehr und dem Treffer von Ilay Elmkies beim 5:2 gegen Manchester City sowie den beiden Toren von Stojilković beim 3:1 gegen Olympique Lyon und dem Treffer des Schweizers beim 1:2 in Manchester waren es bereits die Jokertore Nummer sieben und acht in der Youth League. Ein Zeichen für die Ausgeglichenheit des Kaders und für Rapps gutes Näschen. „Dafür bin ich ja der Trainer, dass ich mir überlege, was könnte jetzt passen. Aber natürlich gehört auch Glück dazu“, so Rapp zu seiner starken Bilanz bei Einwechslungen.

Vorfreude auf Nyon und Porto

Dass die TSG jetzt tatsächlich im Final Four steht und damit zu den vier besten A-Jugend-Teams der Youth-League-Saison gehört, ist natürlich auch für den 39-Jährigen Fußballlehrer etwas ganz Besonderes. „Wir wussten ja am Anfang der Youth League gar nicht genau, was auf uns zukommt. Dann sind wir aber in jedem Spiel mindestens auf das Niveau des Gegners gekommen und haben es oft sogar getoppt, sodass wir jetzt selbstbewusst genug sind und uns auf Porto und das Erlebnis, in Nyon spielen zu können, freuen.“

Auch seine Jungs blickten nach den Feierlichkeiten am Zaun des B-Blocks bereits mit glänzenden Augen auf die nächsten Aufgaben. Für Max Geschwill und die anderen Abiturienten könnte es dabei zu einer besonderen Herausforderung kommen, denn am Tag nach dem Finale steht die erste Abiturprüfung im Fach Deutsch an. Doch so, wie sich die Jungs in dieser Saison auf und neben dem Platz präsentiert haben, dürften kaum Zweifel bestehen, dass sie auch das meistern würden.

 

Ticketinfos

Für das Halbfinale der U19 gegen den FC Porto steht der TSG ein Kartenkontingent zur Verfügung. Nähere Infos zum Ticketverkauf wird es Mitte kommender Woche geben. Außerdem ist die TSG darum bemüht, Fanbusse für die Reise nach Nyon zu stellen. Auch dazu folgen noch Informationen.

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