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AKADEMIE
11.03.2019

DYNAMO KIEW KOMMT MIT VIEL JUVENTUS-SELBSTVERTRAUEN

Die U19 von Dynamo Kiew kommt als amtierender ukrainischer Meister zum Youth-League-Achtelfinalspiel am Dienstag ins Dietmar-Hopp-Stadion. Doch wie schon beim Gruppenphasengegner Schachtar Donezk sind die Spieler eher nur Experten bekannt. Achtzehn99.de stellt das Team vor, das auf dem Weg ins Achtelfinale die „Alte Dame“ Juventus Turin tatsächlich alt aussehen ließ.

Eigentlich hatte sich der Kommentator des italienischen Bezahlsenders auf einen gemütlichen Youth-League-Nachmittag eingestellt. Der Nachwuchs von Juventus Turin, der in der Gruppenphase Valencia mühelos hinter sich gelassen hatte, trat in der Playoff-Runde als Favorit im verschneiten Kiew an – und kam zum Entsetzen des TV-Reporters klar mit 0:3 unter die Räder. Die U19 von Dynamo Kiew ist kein Fallobst.

Mit sechs Punkten Vorsprung auf Schachtar Donezk sicherte sich Dynamo in der vergangenen Saison seine vierte Landesmeisterschaft seit der Einführung des nationalen Titels in dieser Altersklasse vor fünf Jahren. Trainer Yuri Moroz war vor der Saison in die U21 aufgerückt, für ihn hatte der frühere Dynamo-Profi Igor Kostiuk (43) übernommen. Der Mittelfeldspieler gewann 1996 an der Seite von Andrej Ševčenko die ukrainische Meisterschaft und versucht nun, wie viele andere ehemalige Klub-Größen, im Trainergeschäft Fuß zu fassen. Der Ukraine-Konflikt hat zwar auch in der Hauptstadt seine Spuren hinterlassen, beeinträchtigt die Menschen aber nicht so sehr wie in Donezk, wo der Fußballverein seit Jahren im Exil spielen muss. Dynamo verfügt über eine moderne Nachwuchsakademie und kann seine Heimspiele problemlos in Kiew austragen, ohne ständig in sichere Gebiete ausweichen zu müssen.

Im Meisterweg der Youth League räumte Dynamo zunächst den bulgarischen Champion Septemvri Sofia mit 1:0 und 5:1 aus dem Weg, ehe es die Kostiuk-Truppe in der zweiten Runde mit dem RSC Anderlecht zu tun bekam. Die Belgier sind ähnlich wie Ajax Amsterdam dafür bekannt, im Nachwuchsfußball nach wie vor zu den Top-Teams weltweit zu gehören. Im Hinspiel erzielte Kiew ein respektables 1:1, drei Wochen später drehten Georgij Tsitaishvili und Sergej Buletsa einen 0:1-Ruckstand in ein 2:1 – und ermöglichten so das Playoff-Spiel gegen Juventus.

Starke linke Seite

Und gegen den Nachwuchs der „Alten Dame“ drehte Kiew richtig auf. Das frühe 1:0 durch Artur Vashchyshyn wurde, wie die meisten Angriffe Dynamos, über die linke Seite angekurbelt. Buletsa, einer von drei Akteuren des Jahrgangs 1999 (U20), erhöhte Mitte der zweiten Hälfte mit schöner Einzelleistung auf 2:0, ehe der Kapitän und kantige Innenverteidiger Denys Popov, ebenfalls ein „99er“, mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke alles klar machte.

Verteidiger Popov, Mittelfeldspieler Buletsa und Angreifer Tsitaishvili – damit ist die gefährliche Dynamo-Achse in Kostiuks 4-3-3-System auch beim Namen genannt. Der dribbelstarke Tsitaishvili, in Tel Aviv geborener Georgier mit ukrainischem Pass, hat wie Vitalij Mykolenko und Vladyslav Supriaga (die allerdings gegen Juve nicht im Kader standen) auch schon Einsätze in der Profi-Mannschaft vorzuweisen. Supriaga kam vor der Saison aus Dnjepropetrowsk zu Dynamo – laut transfermarkt.de für satte 6,5 Millionen Euro.

Der Einzug ins Youth-League-Achtelfinale stellt die bisherige Bestleistung aus der Saison 2016/17 ein, Endstation war damals Amsterdam (0:3). In der heimischen Liga steht Kiew derzeit mit fünf Punkten, aber auch zwei Spielen Rückstand auf Schachtar Donezk auf Platz zwei. Das direkte Duell im November endete 0:0. Zwei Wochen später holte Schachtar in der Gruppenphase ein 1:1 bei der TSG. Das nur zur Orientierung. Dynamo hat nicht mehr den klangvollen Namen früherer Tage, aber darüber, dass mit den Ukrainern nicht zu spaßen ist, können sie derzeit in Turin ein Lied singen.

Youth League, Achtelfinale
TSG Hoffenheim - Dynamo Kiew
Dienstag, 12. März, 16 Uhr, Dietmar-Hopp-Stadion

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