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AKADEMIE
07.11.2018

U19 punktet in Lyon und ist eine Runde weiter!

In einer hochklassigen Partie ist die U19 auch am 4. Spieltag der Youth-League-Gruppe F ungeschlagen geblieben und hat durch das 3:3 (1:1) bei Olympique Lyon ihre Tabellenführung verteidigt. Max Geschwill traf in der 90. Minute zum Ausgleich. Und es kommt noch besser: Durch dieses Remis ist den Hoffenheimern Platz zwei - und somit der Einzug in die K.o.-Runde - nicht mehr zu nehmen.

Nach und nach fanden sich die rund 70 aus Deutschland angereisten Fans im kleinen Stadion des OL-Trainingszentrums, das sich direkt neben der großen Arena befindet, ein. Auch der komplette Trainer- und Funktionsstab der Profis sowie Klubpräsident Peter Hofmann sahen zu, wie die Schützlinge von Coach Marcel Rapp beim Warmmachen dem böigen Wind zum Trotz gefühlt jeden Ball in den Winkel zimmerten.

Kaum hatte der montenegrinische Schiedsrichter Milovan Milačić die Partie angepfiffen, gab es auch schon den ersten Aufreger. TSG-Kapitän Benjamin Wallquist war im Strafraum gerempelt worden und zu Fall gekommen, doch seiner gestenreichen Aufforderung, bitte auf den Punkt zu deuten, kam der Referee nicht nach.

Enes Tubluk bugsierte kurz darauf mit einer Direktabnahme aus halbrechter Position die Kugel über das Tor, doch anschließend übernahmen die Hausherren das Kommando und bauten ordentlich Druck auf. Hoffenheims Schlussmann Daniel Klein sollte mehrere Gelegenheiten bekommen, sich auszuzeichnen. Zunächst klärte er Thomas Oualembos Versuch aus spitzem Winkel (11.) und war kurz darauf gegen Lenny Pintor im Eins-gegen-Eins zur Stelle (14.). Pintor und Oualembo gehörten zu den auffälligsten Akteuren der Franzosen und rückten ebenso wie Innocent Rodet und Oumar Solet gegenüber dem 1:3 vor zwei Wochen in der Silbergasse neu in die Startelf. Für sie blieben Paul Devarrewaere, Castello Lukeba, Esteban Lepaul und Maxence Caqueret, der Torschütze des Hinspiels, draußen. Rapp hingegen vertraute zum vierten Mal im vierten Youth-League-Auftritt exakt derselben Anfangsformation.

Klein immer wieder zur Stelle

Lyon blieb weiter am Drücker, nach einer halben Stunde lautete das Torschussverhältnis 9:1. Dass die TSG die Null hielt, war Klein zu verdanken, der nach Oualembos Schuss blitzschnell abtauchte (17.) und auch gegen Pintor zur Stelle war, nachdem dieser Samuel Lengle etwas zu leicht vernascht hatte (21.). Als Klein kurzzeitig an der Hand behandelt werden musste, schrillten auf der TSG-Bank die Alarmglocken, doch nur wenige Sekunden später war der Keeper auf dem Posten und konnte Hamza Rafias Freistoß aus 25 Metern sogar festhalten (29.). Alfons Amade hatte zuvor die Gelbe Karte gesehen.

Die akustische Überlegenheit war zunächst auf Seiten der Hoffenheimer, die mitgereisten Anhänger sangen sich schon mal für das Abendspiel warm, doch später legten die zahlreichen OL-Jugendspieler im kleinen Stadion nach. Und nach 35 Minuten durften sie lautstark jubeln, als Rafia im Fünfmeterraum nach Pintors Hereingabe von rechts sein Knie hinhielt und Klein das erste Mal geschlagen war. „Der Anfang war ok“, urteilte Rapp nach der Partie. „Nur im weiteren Spielverlauf haben wir dann immer weniger Zugriff bekommen, während Lyon immer ballsicherer wurde. Damit stieg ihr Selbstvertrauen und wurde es für uns immer schwieriger.“

Alberico trifft vom Punkt

Erst jetzt wachten die Hoffenheimer, die offensiv bis dahin überhaupt nicht zum Zug gekommen waren, auf und setzten sich in der Schlussphase der ersten Hälfte in der Lyoner Hälfte fest. Nach schönem Zuspiel von Tobias Heiland auf Amade kam dieser frei zum Schuss – und fand in Théo Ndicka Matam seinen Meister, weil der den Ball glänzend mit der Hand parierte. Problem: Er ist Feldspieler und kein Torwart. Die Folge: Gelbe Karte und Elfmeter. Und den verwandelte wie gewohnt Domenico Alberico praktisch mit dem Pausenpfiff. Erstaunliche Parallele zum Hinspiel: Auch hier ging Lyon zunächst verdient in Führung, ehe kurz darauf Alberico per Elfmeter ausglich – nur damals fielen die Tore erst nach der Pause. "Das Halbzeitergebnis war eher schmeichelhaft für uns", gestand Rapp.

Der zweite Abschnitt hatte es auch diesmal in sich. Oualembo traf nach einer knappen Stunde mit einem Freistoß aus 18 Metern die Latte und im direkten Gegenzug klärte Oumar Solet einen Heiland-Schuss Zentimeter vor dem Einschlag zur Ecke. Die brachte Alberico von der rechten Seite herein – und genau auf David Ottos Kopf, der zum 2:1 für Hoffenheim einnetzte!

Attraktive zweite Hälfte

Es ging jetzt hoch und runter, wobei Lyon noch genug Saft im Tank hatte, um weiterhin aufs Gaspedal zu drücken. Oualembo traf mit einem Drehschuss erneut den Querbalken (64.), doch vier Minuten später zappelte der Ball im TSG-Netz: Yaya Soumaré spazierte die Grundlinie entlang und legte in die Mitte, wo Ndicka Matam seinen Handspielfehler aus der ersten Halbzeit ausbügeln durfte – 2:2 (68.).

Die Partie nahm nun richtig Fahrt auf und wurde mit offenem Visier ausgetragen. Pech hatte der eingewechselte Ilay Elmkies, dem nach einer Hereingabe von der linken Seite der Ball vom Oberschenkel an die Hand sprang. Pintor ließ sich die große Chance nicht entgehen und verwandelte den fälligen Elfmeter zur späten 3:2-Führung (82.).

Doch wenn eines in dieser Youth-League-Saison klar geworden ist: Die Hoffenheimer sind nicht klein zu kriegen! In der 90. Minute warf die Rapp-Elf noch einmal alles nach vorne, sie wollte unbedingt ungeschlagen bleiben. Einmal konnte OL-Keeper Malcolm Barcola noch parieren, doch im Nachsetzen schlenzte Max Geschwill die Kugel von links in die untere rechte Ecke. 3:3! In der Nachspielzeit hätte Alberico der turbulenten Schlussphase sogar noch einen draufsetzen können, traf aber – nachdem er Barcola bereits umkurvt hatte – aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

„Am Ende hat uns Lyon nochmal unter Druck gesetzt, aber die Jungs haben wieder einmal eine starke Moral gezeigt“, lobte Rapp und fügte hinzu: „Schließlich waren wir dem Sieg sogar noch näher. Aber wir wollen die Kirche im Dorf lassen: Wir sind mit dem 3:3 sehr zufrieden.“ Den Rechenschieber hatten Rapp und Co. zu Hause gelassen: „Nach dem Schlusspfiff war uns zunächst nicht bewusst, dass wir eine Runde weiter sind. Das ist natürlich eine überragende Leistung, gerade wenn man mal schaut, wie die deutschen Vertreter in der jüngeren Vergangenheit in der Youth League abgeschnitten haben. Die Jungs waren echt super.“

Olympique Lyon – TSG 1899 Hoffenheim 3:3 (1:1)
Lyon: Barcola – Perrier (84. Bard), Soumaré, Oualembo (76. Lepaul), Rafia (84. Cherki), Ndicka Matam (90.+3 Duku Mbenga), Pintor (90.+3 Anaba), Kalulu, Solet, Mayounga, Rodet.
Hoffenheim: Klein – Geschwill, Görlich, Wallquist, Lengle, Amade, Tubluk (58. Stojilković), Onana (62. Elmkies), Otto, Heiland (86. Landwehr), Alberico.
Tore: 1:0 Rafia (35.), 1:1 Alberico (45., Strafstoß), 1:2 Otto (62.), 2:2 Ndicka Matam (68.), 3:2 Pintor (82., Strafstoß), 3:3 Geschwill (90.). Zuschauer: 1.000. Schiedsrichter: Milovan Milačić (Montenegro). Karten: Gelb für Ndicka Matam / Amade, Alberico, Otto, Wallquist.

 

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