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AKADEMIE
20.09.2018

U19: Nach Charkiw ist vor Heidenheim

Die erste internationale Pflichtspielreise hatte den Charakter eines Pilotprojekts, wie das nun mal bei einer Premiere eben so ist. Als die U19 der TSG Hoffenheim am Donnerstagnachmittag von ihrer dreitägigen Reise in die Ukraine wieder in den Kraichgau zurückkehrte, war das Kapitel „Youth-League-Auftakt“ erfolgreich zu Ende geschrieben und die Prüfung bestanden. Mit Bravour.

Direkt nach dem Frühstück im Ovis Hotel ging es in den Bus, um 10 Uhr Ortszeit hob der Flieger von Charkiw in Richtung Heimat ab. Einen besseren Einstand in die UEFA Youth League hätte sich die U19 nicht wünschen können. Nicht nur, weil sie dank des 2:1 (1:0)-Erfolgs bei Schachtar Donezk drei Punkte mit auf den Rückflug nahm, sondern weil sie zudem auch eine ansprechende Leistung gezeigt hat und weil Mannschaftsarzt Dr. Yannic Bangert mehr oder weniger beschäftigungslos geblieben ist. Max Geschwill hatte es zwar nach einem Zusammenprall mit Nazarii Muravskyi etwas durchgeschüttelt, so dass er nach der ersten Halbzeit draußen bleiben musste, doch schon nach dem Schlusspfiff waren alle Sinne wieder kalibriert.

Am Flughafen Charkiw mussten die Spieler vor dem Einchecken noch Autogrammwünsche erfüllen. Ein junger Ukrainer wartete vor den Schaltern auf den TSG-Tross und outete sich – obwohl er eine Manchester-United-Trainingsjacke trug – als glühender Fan der Hoffenheimer U19. Liebevoll hatte er ein Fotoalbum mit selbstgebastelten Autogrammkarten aller Spieler beklebt und bat in der Eingangshalle um eine Unterschrift. Auch Cheftrainer Marcel Rapp, von dem der Fan ein Bild aus Rapps Juniorennationalspieler-Zeit als Motiv gewählt hatte, durfte seine Signatur ins Album setzen.

Die Youth League ist eine lehrreiche Zugabe, …

„Wir sind um eine Erfahrung reicher. Umso schöner, dass es eine positive ist“, freute sich auch der Coach über eine rundum gelungene Youth-League-Premiere. „Der Blick über die Gruppenphase hinaus verbietet sich, aber diese drei Punkte nimmt uns schonmal keiner mehr“, so Rapp, der für die Ukraine-Reise von seiner Fußballlehrer-Ausbildung freigestellt wurde.

Die Junioren-Bundesliga bleibt für die U19 das Kerngeschäft, doch die Youth League ist eine spannende und lehrreiche Zugabe, um den „Ernstfall“ zu proben. So ist es nach Bundesliga-Begegnungen eher selten der Fall, dass Spieler und Trainer gefragte Gesprächspartner sind. Nachdem der Jubel auf dem Hauptplatz des Trainingszentrums des FC Metalist verklungen war, einige Zuschauer hatten die Partie sogar vom Dach des angrenzenden Funktionsgebäudes aus verfolgt, wurden Mittelfeldspieler Amadou Onana und Rapp vor die Kamera gezerrt, um einem ukrainischen Sender ein Interview zu geben. Onana, der durch die Teilnahme an der U17-EM mit Belgien bereits über Erfahrung auf internationalem sowie medialem Terrain verfügt, bestätigte dem ukrainischen Reporter: „Schachtar war ein starker Gegner, aber wir haben körperlich und mental sehr gut dagegengehalten. Wir wussten, dass es schwer wird, aber wir wollten unbedingt die drei Punkte und ich bin sehr stolz, dass wir es geschafft haben.“

Die spannende Schlussphase, in der Schachtar auf den Ausgleich drängte, hatte allerdings auch ihre Spuren hinterlassen. Leidenschaftlich warfen sich die Abwehrspieler in jeden Schuss, klärten per Grätsche zur Ecke, blockten Schüsse und brachten die Elf des spanischen Trainers Andrés Carrasco zur Verzweiflung. Was dann doch irgendwie den Weg aufs Tor fand, wurde von Keeper Daniel Klein entschärft. „Wir müssen beim Stand von 2:0 abgeklärter verteidigen, aber auch das ist eben ein Lernprozess“, so Rapp.

… aber die Bundesliga ist das Kerngeschäft

Auf der Fahrt vom Vorort Vysokyi ins Teamhotel waren die Gedanken dann schon beim kommenden Bundesliga-Gegner 1.FC Heidenheim. Auf einer Leinwand im zum Speisesaal umfunktionierten Konferenzraum startete Rapp mit seinem Trainerteam die Video-Vorbereitung. Das Heimrecht wurde kurzfristig getauscht, um die Reisestrapazen der Jungs zu minimieren und ihnen nach zwei mehrstündigen Flügen binnen drei Tagen nun nicht noch eine Busfahrt auf die Schwäbische Alb zuzumuten. Somit geht es nun am Samstag, 13 Uhr, im Dietmar-Hopp-Stadion zurück in den Bundesliga-Alltag, der nach wie vor Priorität genießt.

Die drei U20-Spieler, die in der Youth-League einsatzberechtigt sind, werden dann nicht mehr dabei sein. Domenico Alberico, Alfons Amade und David Otto haben bei ihrem Abstecher in die A-Jugend eine erwartungsgemäß wichtige Rolle gespielt. Amade ließ in der Defensive nichts anbrennen, Otto war an vorderster Front ein ständiger Unruheherd und Urheber des Elfmeters, den wiederum Alberico zum „historischen“ ersten Hoffenheimer Youth-League-Treffer einnetzte.

Um 14:20 Uhr rollte der Reisebus schließlich im Leistungszentrum der TSG ein. 20 Minuten später standen die U19-Jungs schon wieder auf dem Trainingsplatz. Nach Charkiw ist vor Heidenheim.

UEFA Youth League: Spielplan | Tabelle

A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest
TSG 1899 Hoffenheim – 1.FC Heidenheim
Samstag, 13 Uhr, Dietmar-Hopp-Stadion

Daten & Fakten zum Spiel »

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