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10.09.2018

Schulz: Traumdebüt in der Nationalmannschaft

Nico Schulz hat einen großartigen Abend in Sinsheim erlebt: In seinem ersten A-Länderspiel schoss er die deutsche Nationalmannschaft in seinem Heimstadion vor den eigenen Fans zum 2:1 (1:1)-Sieg gegen Peru. Er ist der neunte deutsche Nationalspieler, den die TSG Hoffenheim hervorgebracht hat.

Es war der perfekte Schlussakt eines großartigen Abends: In der 85. Minute erzielte der Hoffenheimer Nico Schulz den Siegtreffer für die deutsche Nationalmannschaft beim 2:1 gegen Peru – in seinem ersten A-Länderspiel, in seinem Heimstadion. "Es war Wahnsinn, wie schnell das ging und es fühlt sich sehr gut an. Am Ende beim Siegtreffer ziehe ich einfach ab und treffe den Ball gar nicht perfekt", sagte Schulz, der nach dem Spiel von den Fans gefeiert wurde, bescheiden. "Der Ball geht wohl nur im eigenen Stadion rein."

Der 25-Jährige ist der neunte Hoffenheimer, der im DFB-Team zum Einsatz gekommen ist. Bundestrainer Joachim Löw hatte ihn auf der linken Außenbahn in die Startelf gestellt. Peru ging zunächst durch Luis Advincula (22.) in Führung, Julian Brandt glich aber umgehend aus (25.). In einem intensiven Spiel mit vielen Chancen in der ausverkauften heimischen WIRSOL Rhein-Neckar-Arena (25.494 Zuschauer) hatte Schulz über die gesamte Spieldauer viele Aktionen und wurde nach dem späten Siegtreffer von den Mitspielern und der Presse gefeiert. "Debütant Schulz rettet Deutschland gegen Peru" (Spiegel Online), "Schulz schießt Deutschland zum Sieg" (sueddeutsche.de) und "Traumdebüt für Nico Schulz" (Sport1.de) lauteten die Schlagzeilen.

Lob von Löw

Der gebürtige Berliner, der in Hoffenheim eine bärenstarke Debüt-Saison spielte und nun folgerichtig von Löw nominiert wurde, wollte seine Leistung aber nicht zu hoch bewerten und sieht noch Luft nach oben: "Es gibt noch viele Sachen, die ich verbessern kann. Am Gegentor bin ich mit beteiligt, das hätte ich besser lösen können. Das war sicher ein bisschen ärgerlich."

Der Bundestrainer lobte Schulz dennoch ausdrücklich und stellte weitere Einsätze in Aussicht. "Das Tor war sicherlich ein bisschen glücklich, den muss der Torwart halten. Aber ich freue mich natürlich für Nico Schulz. Er hatte im Training einen guten Eindruck gemacht", sagte Löw. Schulz hofft auf die nächste Einladung des Bundestrainers, die schon für die nächsten Länderspiele gegen die Niederlande in Amsterdam (13. Oktober) und gegen Frankreich in Paris (16. Oktober) eintreten könnte: "Ich hoffe natürlich, nächstes Mal wieder dabei zu sein, das waren tolle Tage. Wenn ich die anderen Jungs besser kennenlerne, wird einiges auf dem Platz noch besser funktionieren", erklärte Schulz, der von den Journalisten in der Interview-Zone wie kein anderer Spieler umlagert wurde.

Über die TSG zu weiteren Länderspiel-Einsätzen

Sehr zurückhaltend erzählte er, wie er die vergangenen Tage erlebt hatte. Das 0:0 gegen Frankreich in München hatte der frühere U21-Nationalspieler noch von der Bank erlebt. "Drei Tage vor dem Spiel gegen Peru hat mir der Bundestrainer gesagt, dass ich spielen werde", so Schulz. TSG-Trainer Julian Nagelsmann hatte noch vor einigen Wochen erklärt, Nico Schulz könne der nächste Nationalspieler aus Hoffenheim werden. Als es dann soweit war, dass Schulz in seinem sportlichen "Wohnzimmer" in Sinsheim, wo er schon viele überragende Leistungen gezeigt hat, mit dem Adler auf der Brust auflaufen durfte, war er schon nervöser als sonst. "Aber mit dem Anpfiff war das weg. Ich bin ja keine 18 mehr", sagte er. Als "Spätberufener" mit 25 Jahren strahlte er, als er hörte, dass Löw ihm bei der Pressekonferenz weitere Einsätze in Aussicht stellte.

Dann richtete der Linksverteidiger seinen Blick auf die nächsten Aufgaben im Verein. "Mein nächstes Ziel ist es, mit der TSG gute Leistungen zu zeigen", so Schulz. "In der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League kommen große Herausforderungen auf uns zu. Ich hoffe, mich dann wieder empfehlen zu können." Sein Wechsel im Sommer 2017 zur TSG ist für ihn der "absolut richtige Schritt gewesen". In Hoffenheim habe sich sein Traum, wie früher in den Juniorenteams wieder für Deutschland zu spielen, erfüllt. Nach seinem Fazit des für ihn herrlichen Abends gefragt, erklärte Nico Schulz: "Dass sich harte Arbeit auszahlt."

 

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