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16.08.2018

#TSG10: "Willkommen in der Bundesliga"

Vor zehn Jahren begann die Erstliga-Geschichte der TSG in Cottbus. Fans
erinnern sich an den 3:0-Sieg und eine Auswärtsfahrt mit Hindernissen.

Nicht nur für die elf Mann auf dem Platz, auch für die Fans der TSG war der 16. August 2008 ein geschichtsträchtiger Tag: das erste Spiel in der ersten Bundesliga. Nach dem direkten Durchmarsch von der Regionalliga war der Verein dort, wo er unbedingt hinwollte: angekommen im Oberhaus.

Die Premiere fand in der Ferne statt. Gut 620 Kilometer sind es von Sinsheim zum Stadion der Freundschaft, wo der FC Energie Cottbus die Kraichgauer an diesem Samstag zur klassischen Bundesliga-Zeit um 15.30 Uhr empfing. Neben der Rangnick- Truppe wollten auch die Anhänger zeigen, dass sie erstklassig sind. "Die Busse fuhren gegen fünf Uhr morgens los", sagt Norbert Schell aus Tiefenbach. Der Empfang in Brandenburg sei damals allerdings nicht allzu warm ausgefallen, erinnert sich der 68-Jährige. "Wir wurden peinlichst genau kontrolliert, mussten sogar die Schuhe ausziehen." Im Stadion hätten die Hoffenheim-Anhänger dann auch noch für die Wurst tiefer in die Tasche greifen müssen als die heimischen Fans: "Die exakten Preise weiß ich nicht mehr, aber in unserem Block war die Wurst sicher einen Euro teurer." Das Spiel sollte sie entlohnen.

Ibisevic erzielt erstes Bundesliga-Tor

Gerade mal 17 Minuten mussten die Kraichgauer auf den ersten Bundesliga-Treffer warten. Beck schlug den Ball hoch in den Strafraum, Ba legte per Kopf auf Ibisevic ab, der weder Verteidiger Cvitanovic noch Keeper Tremmel eine Chance ließ und sich auf ewig in die TSG-Vereinsgeschichtsbücher ballerte: Das erste Bundesliga-Tor der TSG – es war der Startschuss einer offensiven Zauberfußball-Hinrunde.

„Wir haben gejubelt wie verrückt“, erinnert sich Bruno Münch aus Haßmersheim. Während er und die mitgereisten Hoffe-Fans sich in den Armen lagen und Stimmung machten, standen die Cottbuser auf dem Platz zunächst unter Schock – vorne harmlos, hinten nervös. Das änderte sich erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Nach einer weiten Flanke köpfte Sörensen den Ball ins Hoffenheimer Tor. "Eine Schrecksekunde. Aber Sörensen rempelte unseren Torwart ’Rambo’ Özcan bei dem Angriff um. Schiri Guido Winkmann gab den Treffer nicht", erzählt der 73-Jährige.

Tabellenführer nach dem ersten Spieltag

Nach der Pause begannen die Lausitzer stärker, erhöhten den Druck und wurden so anfälliger für Konter. In der 55. Minute nutzten die Kraichgauer das eiskalt aus. Nach einem Pass von Ibišević spielte Demba Ba Verteidiger Mitreski und Keeper Tremmel aus und erhöhte auf 0:2. Die TSG hatte weitere Chancen, der FC Energie warf in der Schlussphase zwar alles nach vorne, spätestens in der Abwehr war allerdings Feierabend. Beck, Compper, Ibertsberger und der eingewechselte Jaissle ließen hinten nichts anbrennen. In der 76. Minute machte Ibišević mit einem Kopf ball dann alles klar – Endstand: 0:3, Tabellenstand: Hoffenheim ganz oben, gemeinsam mit dem FC Schalke 04.

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Die Auswärtsfahrer auf den Rängen waren aus dem Häuschen. Auch bei Münch kannte der Jubel keine Grenzen. Obwohl er schon zuvor geahnt hatte, dass sein Verein eine starke Saison spielen würde: "Es war schon absehbar, dass wir gut abschneiden werden. Kein Wunder, bei den Spielern: Eduardo, Obasi, Gustavo…" Auch Schell denkt gern zurück. Er hat in den vergangenen Jahren nicht mehr als zehn Spiele verpasst, die Premiere hat aber einen besonderen Stellenwert: "Ich bin stolz darauf, bei unserem ersten Bundesliga-Spiel dabei gewesen zu sein."

Der Weg nach Hause, weg vom Stadion der Freundschaft, begann wenig freundschaftlich. "Eine Horde Cottbus-Fans stellte sich unserem 25-Mann-Bus in den Weg und versuchte, ihn auf Kommando umzukippen", erzählt Schell. Die Polizei war aber schnell zur Stelle und die Gruppe konnte unbeschadet weiterfahren und -feiern. Schell: "Das war unser erster Eindruck – willkommen in der Bundesliga." Dieser historische Spieltag war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die in der Premieren-Saison zur Herbstmeisterschaft und zehn Jahre später in die Champions League führte.


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