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AKADEMIE
15.05.2018

U19 verpasst das Heimfinale

Eine am Ende klare 2:4 (1:2)-Niederlage musste die U19 der TSG im Rückspiel des Halbfinales um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft gegen Schalke 04 einstecken. In Oberhausen sorgte Domenico Albericos verwandelter Handelfmeter nur kurz für Hoffnung bei den TSG-Fans unter den 3.500 Zuschauern.

TSG-Trainer Marcel Rapp hatte sich im Vorfeld des Rückspiels zuversichtlich gezeigt, dass seine Jungs besser mit der Körperlichkeit der Schalker zurechtkommen würden und eine echte Chance auf den Finaleinzug haben. Mit Tim Linsbichler in der Sturmspitze und Steffen Foshag auf Rechtsaußen nahm er zwei Wechsel gegenüber der Partie am Donnerstag vor. Samuel Lengle und Enes Tubluk blieben dafür zunächst draußen. Die Gastgeber aus der Schalker Knappenschmiede begannen mit den gleichen elf Spielern wie im Dietmar-Hopp-Stadion.

Es hätte der Auftakt zu einem denkwürdigen Fußballabend im Oberhausener Stadion Niederrhein sein können, als sich die U19 der TSG bereits in der 1. Minute sehenswert über die linke Seite nach vorne kombinierte und Emilian Lässigs Flanke von der Grundlinie Stürmer Tim Linsbichler am Fünfmeterraum fand. Doch erstens reagierte Schalke-Keeper Timon Weiner beim Abschluss des Österreichers stark und zweitens stand Lässig knapp im Abseits.

Nur drei Minuten später gingen stattdessen auch noch die Schalker von Trainer-Urgestein Norbert Elgert in Führung, als Toptorjäger Florian Krüger mit einem präzisen Zuspiel in die Mitte gefunden wurde und dieser „Hoffe“-Keeper Stefan Drljača aus kurzer Distanz tunnelte. Früher Nackenschlag statt Auftakt zur Aufholjagd.

Baumgartner muss früh raus

Der Treffer gab den Schalkern sichtlich Auftrieb und mehr und mehr kam die bereits aus dem Hinspiel bekannte Wucht der Mannschaft von Trainer Norbert Elgert zum Tragen. Hinspieltorschütze Nassim Boujellab (12.) und Krüger (18.) hätten mit ihren Abschlüssen schon erhöhen können, das tat dann in der 21. Minute der emsige Münir Mercan, als die TSG-Defensive den Ball nicht aus dem Sechzehner bekam und Mercan die Kugel gezielt aus 14 Metern neben den linken Pfosten setzte.

Zu diesem Zeitpunkt war TSG-Mittelfeldspieler Christoph Baumgartner schon auf der Ersatzbank. Verletzungsbedingt musste der österreichische U21-Nationalspieler schon nach 18 Minuten die Segel streichen. Samuel Lengle kam frisch in die Partie.

Starke Phase kurz vor der Pause

Ein paar Minuten brauchte die Rapp-Elf, um sich vom Aus ihres Mittelfeldregisseurs und vor allem dem Zwei-Tore-Schock zu erholen, doch dann verlagerte sie das Geschehen nach und nach mehr in die Schalker Hälfte. Der erste „Hoffe“-Treffer im Halbfinale lag in der Luft und nachdem der Schiedsrichter bei einem Zweikampf von TSG-Kapitän David Otto im Strafraum ein Handspiel gesehen hatte, verwandelte Domenico Alberico gewohnt sicher vom Elfmeterpunkt zum 1:2.

Die Rapp-Elf hatte nun Witterung aufgenommen und drückte Schalke immer mehr in das letzte Drittel. Lengles Vollspannschuss von halblinks verfehlte das lange Eck nur knapp (43.), aber mit viel Applaus von den lautstarken TSG-Anhängern und neuem Mut konnten die Akademie-Talente in die Pause gehen.

Verteidiger Grimmer plötzlich ganz vorne

Zur Halbzeit brachte Rapp Noah Schorn für Linsbichler und beorderte überraschenderweise Innenverteidiger Lennart Grimmer in die Sturmspitze. Der TSG-Cheftrainer hatte sich wohl an die früheren Stürmerzeiten von Grimmer oder an den Junior-Cup in Sindelfingen im Januar erinnert, als der Mannheimer Torschützenkönig wurde. Die Umstellung zeigte zwar vielversprechende Ansätze, doch in der 53. Minute erhielten die Hoffenheimer Hoffnungen den nächsten Dämpfer. Ein Angriff über die rechte Seite landete im Zentrum bei Boujellab, der den Ball mit der Fußspitze an Drljača vorbei ins Tor spitzelte.

Die Schalker hatten nun wieder mehr Kontrolle und schnürten die TSG ähnlich wie im Hinspiel in der eigenen Hälfte ein. Und im Gegensatz zu der Partie im Dietmar-Hopp-Stadion zeigten sie sich im Abschluss eiskalt. Eine weitgehend ungestörte Passstafette im und um den Strafraum landete in der 67. Minute bei Ahmed Kutucu, der mit einem trockenen Rechtsschuss aus dem linken Strafraum in die lange Ecke traf. 4:1.

Die Hoffnung auf das Finale im eigenen Stadion war nun bei den Rapp-Schützlingen dahin. Der eingewechselte Enes Tubluk donnerte zwei Minuten vor Schluss jedoch immerhin noch mal einen 25-Meter-Schuss in den Winkel und verkürzte auf 2:4. Zu mehr reichte es nicht.

"Wenn man beide Spiele zusammen sieht, haben wir schon verdient verloren, weil Schalke einfach besser war", sagte Rapp. "Wir haben uns aber im Vergleich zum Hinspiel gesteigert und deshalb bin ich sehr stolz auf die Jungs - auch im Hinblick auf die gesamte Runde." Für die TSG endet trotz der bitteren Niederlage in der Tat eine starke Saison, in der sie zum vierten Mal in fünf Jahren die Süddeutsche Meisterschaft gewann und mit David Otto, Alfons Amade und Christoph Baumgartner drei Spieler direkt den Weg zu den Profis machen werden.

 

FC Schalke 04 – TSG 1899 Hoffenheim 4:2 (2:1)
Schalke: Weiner – Smolinski (89. Can), Fleckstein, Wiemann, Czyborra – Kübler – Kutucu (71. Ceka), Mercan (60. Taitague/87.Yildiz) – Goller, Boujellab - Krüger.
Hoffenheim: Drljača – Amade, Chana, Grimmer, Lässig – Wöhrle (68. Elmkies) – Alberico, Baumgartner (18. Lengle) – Foshag (65. Tubluk), Otto – Linsbichler (46. Schorn).
Tore: 1:0 Krüger (4.), 2:0 Mercan (21.), 2:1 Alberico (40., Handelfmeter), 3:1 Boujellab (53.), 4:1 Kutucu (67.), 4:2 Tubluk (88.). Zuschauer: 3.500. Schiedsrichter: Franz Bokop (Vechta). Karten: Gelb für Mercan, Kübler, Taitague / Baumgartner, Otto, Wöhrle, Schorn.

Daten & Fakten zum Spiel »

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