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SPIELFELD
26.04.2018

Alexander Rosen: "Wir gehen nicht All-in"

Alexander Rosen ist seit fünf Jahren Sportdirektor der TSG Hoffenheim und einer der Architekten des sportlichen Höhenflugs. In der am 27. April erscheinenden Ausgabe des Klubmagazins SPIELFELD spricht der 39-Jährige über Wachstum – und damit über die Anspruchshaltung der TSG, die Bewertung als Ausbildungsverein und die Planungen für die neue Saison. "Wir bauen auf nachhaltiges Wachstum und gehen nicht All-In", sagt Rosen. Der sportliche und wirtschaftliche Erfolg bestätige den eingeschlagenen Weg, der eben nicht bedeute, für hohe Transfersummen Spieler von anderen Klubs zu verpflichten.

"Die TSG hat den Ruf, Talente zu finden, zu entwickeln und hin und wieder für entsprechende Transferentschädigungen weiterzugeben. Aktuell kommen zwei weitere positive Faktoren dazu: Ein außergewöhnlicher Trainer mit seinem Team und diese zwei erfolgreichen Jahre, an denen die Spieler erkennen, dass sie auch bei uns international spielen können. Mit unserer Mannschaft, mit der Struktur hier ist es möglich, das auch in dieser Saison zu schaffen", erklärt Rosen. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten: "Wir haben jetzt auch mehr Potenzial bei Ablösesummen und Gehältern, aber wir können nicht alles und wir wollen auch nicht alles."

Die starken sportlichen Ergebnisse wirken sich positiv auf die Arbeit des Sportdirektors aus, denn der selbstbestimmte Handlungsspielraum wird größer. "Das Fußball-Business bzw. das Transfergeschäft ist ja wie eine Nahrungskette. Auch da sind wir in den vergangenen zwei Jahren wieder ein bisschen weiter nach oben geklettert. Es gibt nicht mehr so viele Klubs, an die wir Spieler abgeben müssen, und wir können jetzt auch öfter lukrative Angebote ablehnen ohne dabei die finanziellen Zielvorgaben zu gefährden."

Die Planungen für die nächste Spielzeit sind ungeachtet des Saisonausgangs weit fortgeschritten. Angesichts der Abgänge von Mark Uth und Serge Gnabry wird die TSG personell nachlegen. "Ich sehe uns gut aufgestellt. Wir haben Optionen. Aktuell ist einiges in der Pipeline, viele Ideen sind in der Vorbereitung." Natürlich richtet Rosen, der die Aufgabe des Sportdirektors seit fünf Jahren ausübt, den Fokus auch auf die erfolgreiche TSG Akademie. In der Ausbildung junger Fußballer sieht der gebürtige Augsburger den DFB im internationalen Vergleich gut aufgestellt: "Ich glaube nicht, dass sich Deutschland als Fußballnation Sorgen machen muss. An Talenten mangelt es sicher nicht. Wir sind amtierender Weltmeister, Confed-Cup-Sieger, U21-Europameister, die nächste Generation ist also schon wieder da." Allerdings befürwortet Rosen "eine offene Diskussion über das Spiel- und Ausbildungsniveau generell. Das letzte Mal, als intensiv über die Nachwuchsausbildung gesprochen wurde, sind anschließend die Leistungszentren entstanden. Der Erfolg danach war grandios." Für den Sportdirektor der TSG ist offenkundig, dass man wieder verstärkt "Individualität zulassen" müsse. "Wir haben in Deutschland bei der Ausbildung zuletzt vielleicht etwas zu sehr auf die mannschaftliche Grundordnung und das taktische Verhalten in der Gruppe geschaut. Wir brauchen Spieler, die selbstständig Lösungen entwickeln und finden."

Neben dem ausführlichen Interview mit Alexander Rosen bekommen TSG-Fans im neuen Magazin natürlich erneut die volle Ladung "Hoffe". Co-Trainer Matthias Kaltenbach stellt sich dem wortlosen Interview "Kein Kommentar", Chefkoch Serge Gnabry präsentiert ein sehr persönliches Menü und Kerem Demirbay hat "Lust auf Verantwortung". Das ist noch lange nicht alles - SPIELFELD berichtet zudem über die Asien-Reise der Hoffenheimer U12, spricht mit Dennis Geiger über kleine Giganten, war zu Besuch in der Akademie, bei den Hoffenheimer Frauen und den Rhein-Neckar-Löwen.

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